Spielbericht, 02.05.2026

72:85-Niederlage gegen die Eisbären Bremerhaven zum Saisonabschluss

Vor 2.329 Fans in der Paul Horn-Arena, darunter eine kleine, aber mitunter gut hörbare Delegation […]

Vor 2.329 Fans in der Paul Horn-Arena, darunter eine kleine, aber mitunter gut hörbare Delegation von der Küste, war für die Tigers Tübingen gegen den sicheren Playoff-Teilnehmer Eisbären Bremerhaven nichts zu holen. Die Mannschaft von Trainer Eric Detlev bemühte sich zwar sichtbar, nochmals ein gutes Spiel zu absolvieren. Letztlich war die Truppe von Eisbären-Trainer Steven Esterkamp jedoch zu stark für die Schwaben. Die Tigers zeigten zum Abschluss jedoch nochmal eine ordentliche Leistung, vor allem in der zweiten Halbzeit, die mit 41:39 an die Hausherren ging. Beim 70:74-Zwischenstand gut drei Minuten vor dem Ende positionierte man sich nochmals in Schlagdistanz, doch die Routine der Seestädter sorgte für eine 72:85 (31:46)-Heimniederlage. Zur Halbzeit lagen die Norddeutschen mit 15 Zählern am höchsten in Front, die Detlev-Truppe konnte leider keine Führung verbuchen. Topscorer der Tigers Tübingen war einmal mehr Jordan Johnson mit 19 Punkten und acht Assists, der allerdings in der Schlussphase zu oft mit dem Kopf durch die Wand wollte. Überzeugen konnten zudem Patrick Emilien (14 Zähler) und Melkisedek Moreaux (13 Punkte, sieben Rebounds). Auf Seiten der Eisbären Bremerhaven zeigte Jemarl Baker Jr. mit 20 Punkten in 14:31 Minuten seine Klasse und wurde zum Topscorer der Partie. Der unbedingte Wille der Schwaben, sich mit einem Heimsieg zu verabschieden, zeigte sich auch in dem mit 40:32 gewonnenen Rebound-Duell. Aus der Distanz gelangen nur sechs Treffer bei 24 Versuchen (25 Prozent). Letztlich sollte kein Erfolg mehr herausspringen, so hat für die Tigers Tübingen bei bestem Sommerwetter die basketballlose Zeit begonnen. Die Schwaben beenden die Saison 2025/2026 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga mit 13 Siegen und 21 Niederlagen auf dem 13. Tabellenplatz. Die Eisbären Bremerhaven gehen als Tabellenvierter mit 23:11-Erfolgen in die Playoffs.

Kommissarin: Sabrina Roßbach ; Schiedsrichter: Marli Kasemi, Edris Naim, David Messmer

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Erstes Viertel (13:20):

Die ersten Tigers-Punkte im letzten Saisonspiel erzielte Moreaux mit einem sehenswerten Putback-Dunk zum 2:4 nach 63 Sekunden. Danach sollte es allerdings fast drei Minuten bis zu den nächsten Punkten durch Lukas Milner dauern (4:12, fünfte Minute). Da die Gäste von der Nordseeküste im selben Zeitraum unter dem Tübinger Korb dominierten, bat Coach Detlev nach gut vier Minuten zu einer ersten Auszeit (Spielstand 4:12) im Spiel und brachte gleich vier neue Kräfte. Kurzzeitig hatte die Maßnahme mit einem 4:0-Lauf der Hausherren zum 8:12 nach fünf Minuten den gewünschten Erfolg, doch die Esterkamp-Truppe fand sich schnell und schraubte die Führung auf zehn Punkte (18:8, siebte Minute) hoch. Die Tigers ließen sich jedoch nicht hängen und kämpften sich bis zur ersten Viertelpause durch einen Dreier von Tention und einen Dunking von Emilien wieder auf sieben Zähler heran (13:20). Beide Aktionen datierten in der Schlussminute des ersten Viertels. Bis auf Joshi Schwaibold und Aaron Ogunjobi hatten bis dahin auch bereits zehn Akteure ins Geschehen eingegriffen.

Zweites Viertel (18:26):

Der Start in den zweiten Abschnitt gelang der Detlev-Truppe recht gut. Offensiv angeführt von Johnson verkürzten sie weiter und waren nach zwei Freiwürfen des Point Guards wieder voll im Spiel (22:24, 13. Minute). Auch die Verteidigung des eigenen Korbs gelang nun besser. Der bis dahin überzeugende Lorenz Brenneke kam nicht mehr so gut zum Zug. Dass die Mannschaft von Gäste-Coach Esterkamp die Führung dennoch behaupten konnte, lag aber zum Teil auch an der mäßigen Trefferquote der Schwaben. Nur 40 Prozent der Würfe (zehn Treffer bei 25 Versuchen) fanden bis zu diesem Zeitpunkt den Bremerhavener Korb. Selbst offene Dreier kamen nicht ins Ziel. Dies gefiel Detlev überhaupt nicht. Beim Stand von 28:37 nach knapp 17 Minuten nahm der 50-Jährige die zweite Auszeit. Große Auswirkungen auf die Tigers-Offensive hatte dies jedoch nicht. So ging es mit einem auch in der Höhe verdienten 15-Punkte-Rückstand in die Kabinen (31:46).

Drittes Viertel (23:21):

Die Marschroute für die letzte Halbzeit in dieser Saison aus Tübinger Sicht war also klar: Man wollte sich mit einer engagierten Leistung von den Fans in die Sommerpause zu verabschieden. Johnson und Moreaux taten sich dabei besonders hervor, erzielten zehn der zwölf Tigers-Punkte in dieser Phase und verkürzten so den Rückstand wieder auf unter zehn Zähler (44:52, 26. Minute). Ganz im Stile einer Playoff-Mannschaft antworteten die Nordlichter jedoch mit einem eiskalten Dreier durch Baker Jr. aus der Ecke zum 44:55 in Minute 25. Der US-Amerikaner in Diensten der Bremerhavener übernahm nun das Kommando und erzielte Punkt um Punkt – insgesamt zehn Zähler sollten es im dritten Viertel sein. Die Tigers stemmten sich vor allem in Person von Johnson dagegen und hielten den Rückstand wenigstens konstant um die zehn bis 15 Punkte. Nach einer Auszeit von Coach Detlev in der 28. Minute (Spielstand 52:67) konnten sie diesen durch zwei Zähler von Emilien noch minimal zum 54:67 nach 30 Minuten verkürzen.

Viertes Viertel (18:18):

Zu Beginn der letzten zehn Minuten hatten die Tübinger Basketballer nach einem Dreier von Miles Tention nach 29 Sekunden zum 57:67 – und einigen guten Verteidigungsaktionen – mehrfach die Möglichkeit, den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich zu drücken. Gelingen sollte es dann nach einem schönen Dunking von Emilien zum 61:70, der Gäste-Coach Esterkamp zu seiner ersten Auszeit des Spiels veranlasste (33. Minute). Den 8:0-Lauf der Schwaben unterbrach dann allerdings erst Raphael Falkenthal mit einem Dreipunktspiel zum 73:65 in der 34. Minute. Die schwäbischen Raubkatzen hatten sich nun allerdings festgebissen und verkürzten bis auf 70:74 gut drei Minuten vor dem Ende. Einige unüberlegte Aktionen von Johnson sollten jedoch dazu führen, dass die Tigers nicht mehr weiter herankommen sollten. Schlussendlich spielten es die Gäste dann doch routiniert runter und gestatteten den Tigers und ihren Fans keinen Sieg mehr zum Saisonfinale. Die Eisbären Bremerhaven setzten sich nach 40 Minuten mit 85:72 durch, gefeierten die Schwaben dennoch von ihren Fans.

Die Stimmen zum Spiel:

Eric Detlev (Trainer Tigers Tübingen): „Erstmal Glückwunsch an Coach Steven Esterkamp und seine Mannschaft zum Sieg, viel Glück in den Playoffs! Für mich steht das heutige Spiel nicht so sehr im Fokus, sondern die aufreibenden letzten Wochen für alle Beteiligten. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass wir heute an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen würden. Es wäre schön gewesen, das Spiel zumindest bis in die Schlussphase offen zu gestalten. Unsere erste Halbzeit war heute schlecht, aber die kämpferische Leistung danach war gut. Das Wichtigste ist, dass wir es in den letzten Wochen geschafft haben, als Team zu kämpfen, auch wenn es spielerisch manchmal nicht gut war. Das möchte ich den Jungs auch heute nicht absprechen.“

Steven Esterkamp (Trainer Eisbären Bremerhaven): „Das letzte Spiel ist immer ein bißchen schwer für beide Mannschaften, weil es tabellarisch um nichts mehr ging. Unser Ziel war es heute gesund zu bleiben, das haben wir zum Glück geschafft. Respekt an die Tübinger Spieler, die gut gespielt und alles gegeben haben. Wir wollten heute allen zwölf Spielern Einsatzzeit geben, auch das ist uns gelungen. Auch die jungen Spieler haben heute ihren Job erledigt. Ich bin froh, dass wir die Begegnungl am Ende gewinnen konnten.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Die Playoffs stehen an!: Die Hauptrunde der Saison 2025/2026 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ist gespielt. In der Meisterschaftsendrunde wird nun der Meister im deutschen Basketball-Unterhaus gesucht, dazu zwei sportliche Aufsteiger in die easyCredit BBL. Im Viertelfinale kommt es dabei zu folgenden Begegnungen: Phoenix Hagen trifft als Gewinner der Hauptrunde auf die PS Karlsruhe LIONS, die sich mit dem 89:74-Sieg gegen die Paderborn Baskets den achten und letzten Playoff-Platz sicherten. Die HAKRO Merlins Crailsheim (Zweiter) duelliert sich mit dem Siebten, den GIESSEN 46ers. Die BG Göttingen trifft als Dritter auf die Bozic Estriche Knights Kirchheim, die auf Rang sechs ins Rennen gehen. Final kommt zum es zum Derby zwischen den viertplatzierten Eisbären Bremerhaven und dem direkten Tabellennachbarn, den Artland Dragons auf Rang fünf. Die Playoffs beginnen am Dienstag, den 6. Mai 2026. Drei Siege sind für das Erreichen des Halbfinales nötig, der gleiche Modus gilt für den Sprung ins Finale. Die beiden Finalisten sichern sich den sportlichen Aufstieg in die erste Liga. Der Meister wird einem Hin- und Rückspiel ermittelt.

Bilanz der Heimspiele: Die Tigers Tübingen haben aus 17 Heimspielen der nun abgelaufenen Spielrunde nur sechs Siege einfahren können, dazu kommen elf Niederlagen. In diesen 17 Begegnungen besuchten 37.955 Fans die Paul Horn-Arena, was einen Schnitt von 2.233 Personen pro Partie bedeutet. Der schwächste Besuch datiert vom 25. Oktober 2025 gegen die SBB Baskets aus Wolmirstedt mit 1.758 Zuschauern. In gleich zwei Spielen konnte man 2.847 Menschen begrüßen: Am 16. November 2025 gegen die Paderborn Baskets sowie am 23. Dezember 2025 gegen die Artland Dragons. Im Ranking aller 18 Zweitligisten bedeutet dies Rang acht. Die meisten Fans hatte Phoenix Hagen mit 3.073 Zuschauern pro Spiel, die wenigsten Personen besuchten die Heimspiele der VfL SparkassenStars Bochum mit 1.093 Zuschauern. Wir bedanken uns bei allen Tübinger Fans für die tolle Unterstützung in einer äußerst schwierigen Saison 2025/2026!

News in Kürze: Das Abschlussfest der Tigers Tübingen steigt am morgigen Sonntag, den 3. Mai 2026, ab 14 Uhr in der Panzerhalle im Französischen Viertel. Die gesamte Mannschaft wird vor Ort sein. Es wird gegrillt, es gibt eine Tombola, kleine Spiele, Getränke sowie kleine Interviews. Nach dem Spiel standen zudem alle Spieler den Fans bei einer Autogrammstunde im Innenraum der Paul Horn-Arena zur Verfügung.

Bereits um 11 Uhr kommt es in der Uhlandhalle zum zweiten Finalspiel um die U14-Meisterschaft in der Jugend-Oberliga. Die Mannschaft von Trainer Manu Pasios freut sich auf große Unterstützung, um die Serie mit einem Sieg auszugleichen.

In der Paul Horn-Arena weilten auch Vincent Neugebauer (Belomt University/USA) und Philip Hecker (Pause nach Knorpelschaden), die beide in der vergangenen Saison 2024/2025 noch das Trikot der Tigers Tübingen getragen haben. Dazu auch John Bryant, der sich unmittelbar nach seinem Wechsel vom SYNTAINICS MBC aus Weißenfels zu den Eisbären Bremerhaven im Februar an der Achillessehne verletzt hat. Der 38-Jährige will seine Karriere fortsetzen.

Am Tisch saß erstmals Sabrina Roßbach als Kommissarin. „Ich komme aus der Mitte Deutschlands, deswegen werde ich eher an anderen Standorten eingeteilt“, erläuterte die Offizielle.

An dieser Stelle möchten wir uns neben den Zuschauern auch bei allen Partnern und Unterstütztern in der Saison 2025/2026 bedanken! Dazu gilt ein großer Dank an alle ehrenamtlichen Kräfte (Kampfgericht, Scouting, Wischer, Kasse, VIP-Personal, Catering-Team, Merchandising-Team sowie Hallensprecher Claus Sieghörtner), ohne die eine Umsetzung eines Spieltags nicht möglich wäre.

Tobias Fischer
Von Tobias Fischer
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