Bild: Dennis Green

82:75-Erfolg in Bremerhaven beschert 2:0-Führung im Playoff-Viertelfinale

17 Apr 2022

Die Tigers Tübingen haben auch das zweite Duell im Playoff-Viertelfinale siegreich gestaltet. Bei den Eisbären Bremerhaven setzten sich die Mannen von Trainer Danny Jansson vor 589 Zuschauern in der Stadthalle Bremerhaven mit 82:75 (33:29) durch. Damit führen die Schwaben in der Serie mit 2:0. Somit haben die Raubkatzen drei Matchbälle, um ins Halbfinale einzuziehen. Die Mannschaft von Eisbären-Coach Allen Ray Smith musste auf den an der Schulter verletzten Jarelle Reischel verzichten, ein schwerer Verlust für die Seestädter. Die Rotation auf den deutschen Positionen beschränkte sich damit auf nur drei Akteure. Die Partie war geprägt von mehreren Läufen auf beiden Seiten. Die höchste Führung für die Württemberger ereignete sich in Minute sechs beim Stand von 13:4. Es folgte beispielsweise ein viertelübergreifender 14:0-Run des Gastgebers zum 18:13 nach elf Minuten. Die Partie gestaltete sich spannend, jedoch mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Die Raubkatzen gingen mit einer 33:29-Führung in die Pause.

Mit dem 57:56 durch Daniel Keppeler in Minute 35 behaupteten die Schwaben den Vorsprung bis zum Ende. In der Schlussphase führten die Jansson-Schützlinge immer mit ein paar wenigen Punkten. Die Führung wurde an der Freiwurflinie über die Ziellinie gebracht. Zwei Dreier von Aatu Kivimäki und Keppeler zum 65:59 in der 37. Minute brachten die Tigers final auf die Siegerstraße. Keppeler war mit 22 Punkten Topscorer der Begegnung, der damit auch der Tress “man of the match” wurde. Beim Gastgeber traf Armani Moore mit 18 Punkten am häufigsten. Positiv: Tübingen verwertete 14 von 15 Freiwürfen (83 Prozent), dazu sammelte man 20 Assists. Negativ: Das Duell um die Rebounds ging deutlich mit 30 zu 47 verloren.

Bereits am kommenden Mittwoch geht es mit Spiel drei in Tübingen weiter. Hochball ist um 19:30 Uhr in der Paul Horn-Arena. Tickets können im Vorverkauf ausschließlich online erworben werden, am Spieltag öffnet die Abendkasse ab 18 Uhr.

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Erstes Viertel (16:13):

Die Tigers starteten wie zuletzt auch mit Aatu Kivimäki, Timo Lanmüller, Ryan Mikesell, Mateo Šerić und Daniel Keppeler in die Partie. Und die Schwaben kamen gleich gut in die Begegnung. Nach drei Minuten führten die Schützlinge von Trainer Danny Jansson mit 7:2. Eine Minute später kassierte Kevin Yebo bereits sein zweites Foul und musste auf der Bank Platz nehmen. Der Gastgeber zeigte sich nervös und leistete sich bereits früh diverse Fehler. In Minute fünf nahm Eisbären-Coach Allen Ray Smith beim Stand von 4:9 das erste Timeout. Mit der Einwechslung von Daniel Laster kam beim Gastgeber dann mehr Stabilität ins eigene Spiel. Auch das eigene Auftreten wurde verbessert. Beim Stand von 13:4 für die Schwaben in Minute sechs legten die Norddeutschen einen 12:0 auf das Parkett. Vor allem Laster sorgte mit zwei Dreiern für den Start der guten Phase der Seestädter. Die Eisbären verteidigten jetzt gut in der Defense, die Raubkatzen blieben bis zum Viertelende ohne einen weiteren Zähler. So ging es mit einem 13:16-Rückstand in den zweiten Abschnitt. Interessant: Tübingen stand nicht ein einziges Mal an der Freiwurflinie. Laster und Daniel Keppeler waren mit acht Zählern beste Punktesammler im Spiel.

Zweites Viertel (13:20)

Die Eisbären erhöhten den Run viertelübergreifend auf 14:0 zum 18:13 nach elf Minuten. Erst Kivimäki konnte in der Folgeminute den Lauf des Kontrahenten per Dreier zum 16:18 stoppen. Wie im ersten Duell der Playoffs auch, konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Das Spiel war zudem geprägt von vielen kleinen Fehlern. Schrittfehler, drei Sekunden, Ballverluste prägten das Spielgeschehen. Bitter für die Hausherren, dass Yebo in der 14. Minute beim Stand von 20:18 bereits sein drittes persönliches Foul kassierte. Im weiteren Verlauf des Viertels kamen die Jansson-Schützlinge wieder etwas besser ins Spiel und übernahmen wieder die Führung. So erstmals durch Kivimäki zum 22:20 in Minute 15. Den Vorsprung sollten die Schwaben bis zur Halbzeitpause nicht mehr hergeben, wenngleich der Kontrahent dranblieb. Keppeler zeigte sich im zweiten Abschnitt mit vier starken Blocks und verhinderte weitere Zähler der Smith-Truppe. In der Schlussminute nahm Tübingens Kommandogeber beim Stand von 31:29 seine erste Auszeit, Isaiah Crawley war für den letzten Korb in der ersten Halbzeit verantwortlich. Per Korbleger erzielte der US-Amerikaner den 33:29-Halbzeitstand. Kurios: Tübingen stand in Halbzeit eines überhaupt nicht an der Freiwurflinie. Keppeler war mit zehn Zählern Topscorer des Spiels, bei den Eisbären traf Laster mit acht Punkten am besten. Negativ aus Sicht der Raubkatzen: Bremerhaven sammelte mit 24 Rebounds zwölf Korbabpraller mehr als die Schwaben.

Drittes Viertel (19:18):

Keppeler eröffnete den dritten Abschnitt per Dreier zum 36:29 nach 21 Minuten. Beim Stand von 38:33 in Minute 22 legten die Eisbären einen 11:0-Lauf auf das Parkett. Jansson nahm in der 25. Minute folgerichtig eine Auszeit. Zu einfach machte man es dem Kontrahenten, zahlreiche Punkte zu erzielen. Die Partie war weiter geprägt von vielen Fehlern, die zu diversen Unterbrechungen führten. Es folgte ein 8:0-Lauf nun auf Tübinger Seite zum 46:44 nach 27 Minuten. Vor allem bei den Rebounds erlaubten die Schwaben den Norddeutschen immer wieder zweite Wurfchancen. Spielerisch war es kein Leckerbissen, vielmehr prägten Intensität und Einsatzbereitschaft das Spielgeschehen. So plätscherte das Spiel vor sich hin. Das Spiel blieb eng und spannend, wenngleich nicht hochklassig. 73 Sekunden vor dem Ende des dritten Abschnitts stand Crawley erstmals für die Tübinger an der Freiwurflinie. Beide Würfe saßen zum 48:46. Wenig später ging es mit einer knappen 51:48-Führung in das letzte Viertel. Keppeler war mit 15 Zählern bester Punktesammler, bei Bremerhaven traf Ethan Alvano mit elf Punkten am besten.

Viertes Viertel (27:31):

Im Gegensatz zu den ersten drei Vierteln fielen im Schlussabschnitt viele Punkte, genauer gesagt satte 58 Zähler. Bis Mitte des dritten Abschnitts war das Spiel jedoch zerfahren, nur wenige Zähler sollten bis dahin fallen. Nach 35 Minuten stand es 57:57-Unentschieden. Es war wieder anberaumt für eine spannende Schlussphase. Ein Dreier von Kivimäki (62:59, 36. Minute) sowie ein Dreier des starken Keppeler (65:59, 37. Minuten) sollten die Raubkatzen final auf die Siegerstraße bringen. Der Schluss gestaltete sich absolut wild, die Smith-Truppe versuchte nochmals alles. Die Jansson-Schützlinge hielten jedoch eisern dagegen. 130 Sekunden vor Rambo kassierte Keppeler sein fünftes Foul, der 25-Jährige sollte mit 22 Zählern Topscorer des Spiels werden. Die Tigers führten knapp mit 67:64. Spätestens als Lanmüller per Dreier das 72:67 ganze 84 Sekunden vor dem Ende erzielte, zogen die Schwaben dem Kontrahenten den letzten Zahn. Übrigens: Es war der gleiche Punktestand für die Eisbären im ersten Duell eine knappe halbe Minute vor dem Ende. Anders als damals, brachten die Gäste den Vorsprung an der Linie nach Hause. Das Nervenkostüm hielt stand, während die Seestädter in wilden Dreiern letztendlich scheiterten. Am Ende stand ein 82:75-Erfolg an der Anzeigetafel fest.

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Es war ein zähes Spiel. Wir haben in der Offense keinen Rhythmus gefunden, glücklicherweise hat es die Defense geholfen. Gegen Ende haben wir einige Plays gut abgeschlossen. Wir haben es jedoch nicht geschafft, die Partie früher zu entscheiden. Die Eisbären haben mit ihrer individuelle Stärke dagegengehalten. Am Ende waren wir konzentriert und haben die Begegnung an der Linie nach Hause gebracht. Am Mittwoch steht Spiel drei. Wir müssen agieren, wie wenn es 0:0 stehen würde.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Unterstützung vor Ort: Bekanntlich trennen Tübingen und Bremerhaven etwa 740 Kilometer auf der Straße. Für einige Fans der Raubkatzen kein Hindernis, die lange Anreise mit zwei Kleinbussen in Kauf zu nehmen, um das eigene Team zu unterstützen. 17 wackere Tübinger unterstützten das Team von Trainer Danny Jansson vor Ort in der Stadthalle Bremerhaven. Wir bedanken uns für den tollen und treuen Support!

(Fast) immer dabei!: Für Lukas Keller steht der Tübinger Basketball ganz oben in seiner Rangliste. Der 22-Jährige ist bei jedem Heimspiel der ersten und zweiten Mannschaften der Schwaben live und intensiv dabei. So auch am Samstagabend in der Regionalliga-Begegnung zwischen Tübingen und Gießen. Zwölf Stunden später ging es von Stuttgart aus mit dem Zug Richtung Bremerhaven. Nach der Partie die gleiche Strecke wieder zurück. In dieser Spielzeit 2021/2022 ist es für Keller bereits das 14. Auswärtsspiel. Die Geisterspiele in Jena und Leverkusen wurden verpasst, dazu das Duell der Raubkatzen in Rostock. “Hier konnte ich bei der Arbeit leider mit niemand tauschen”, so Keller.

Eishockey (zuschauermäßig) die Nummer eins der Stadt! In Bremerhaven bleiben die Fishtown Pinguins zuschauermäßig die Nummer eins in der Stadt. Aktuell ist das Eishockey-Team im Viertelfinale gegen die Grizzyls Wolfsburg gefordert. Am gestrigen Samstag erzwangen die Seestädter mit einem 3:2-Erfolg ein fünftes und entscheidendes Duell in Wolfsburg, welches am Ostermontag ausgetragen wird. Die Pinguins konnten im letzten Spiel starke 4.035 Zuschauer begrüßen, während die Eisbären Bremerhaven in der Hauptrunde nur auf magere 490 Augenzeugen pro Partie kamen.

swt-Ostercamp vor der Tür: Von Dienstag bis Donnerstag (jeweils 9:30-16:30 Uhr) findet das swt-Ostercamp in der Tübinger Uhlandhalle statt. Drei Tage lang Basketball satt bei qualifizierten Trainern, Verpflegung, Snacks, Ausrüstung und an jedem Tag ein Besuch eines Spielers der Raubkatzen erwartet alle Teilnehmer von sechs bis 14 Jahren. Die Kosten belaufen sich pro Teilnehmer auf 119 Euro, jedes weitere Kind kostet 99 Euro. Es sind noch ein paar freie Plätze verfügbar. Alle Teilnehmer werden am ersten und dritten Tag getestet. Anmeldungen nimmt Hans Georg Kienzle (kienzle@tigers-tuebingen.de) noch bis Montagabend entgegen.

“Zwoide” besiegt den Meister aus Gießen: Im letzten Heimspiel der Saison 2021/2022 haben die SV 03 Tigers Tübingen den Meister der Regionalliga Südwest, die Gießen Pointers, deutlich mit 100:68 (57:33) besiegt. Die Hessen traten zwar ersatzgeschwächt an, dennoch ist die Leistung der Mannschaft von Trainer Manu Pasios nicht zu schmälern. Niklas Schüler war mit 26 Zählern, sieben Assists und vier Rebounds auffälligster Akteur. Daniel Žáček kam auf 20 Zähler und fünf Rebounds. Nach 23 Spielen belegen die Tübinger mit 15 Siegen und acht Korbabprallern gegenwärtig Rang vier.