Spielbericht, 04.04.2026

82:77-Sieg in Münster! Krimi geht an Tübingen

Die Tigers Tübingen haben das Auswärtsspiel bei den Uni Baskets Münster vor 2.150 Zuschauern in […]

Die Tigers Tübingen haben das Auswärtsspiel bei den Uni Baskets Münster vor 2.150 Zuschauern in der Sporthalle am Berg Fidel nach einem wahren Krimi mit 82:77 (39:45) gewonnen und sichern sich damit zwei wertvolle Zähler im Kampf und den Klassenerhalt. Die Partie ging hoch und runter mit vielen Führungswechseln auf beiden Seiten. Nach einem guten ersten Viertel (23:15) brach das Team von Trainer Eric Detlev im zweiten Spielabschnitt (30:16) ein und lag zur Pause mit 39:45 im Hintertreffen. Ein 15:0-Lauf bis zur 32. Minute brachte die Schwaben dann auf die Siegerstraße. Dieser Vorsprung war gleichzeitig die höchste Führung für den späteren Sieger. Auf Tübinger Seite zeigten vor allem Patrick Emilien mit 18 Punkten und elf Rebounds sowie Kaya Bayram mit 16 Zählern eine starke Partie. Die erspielte Führung gaben die Detlev-Schützlinge nicht mehr her, wenngleich es nochmals wahnsinnig spannend wurde. Curtis Jones Jr. verkürzte 10,9 Sekunden vor dem Ende per Zweier auf 77:78, der gleichzeitig mit 21 Punkten Topscorer der Begegnung wurde. Die besseren Nerven hatten dann aber die Gäste. Ein Freiwurf von Jordan Johnson (15 Zähler, neun Rebounds, fünf Assists), zwei Freiwürfe von Melkisedek Moreaux (sechs Zähler) und einen Freiwurf von Isaiah Sanders (zwölf Zähler) führten zum 82:77-Erfolg der Schwaben. Ungewohnt deutlich setzten sich die Tigers Tübingen bei den Rebounds mit 48:38 gegen das Team von Münsters Trainer Götz Rohdewald durch. Bernard Pelote gelang mit jeweils elf Punkten und Rebounds das zweite Double Double im Spiel. Die Assists gestalteten sich mit 18:18 ausgeglichen, ebenso die Steals mit 5:5. Kurioserweise hatten beide Kontrahenten mit 33 Prozent die gleiche Quote aus der Distanz. Münster traf elf von 33 Versuchen, Tübingen zwölf von 36 Würfen.

Kommissar: Stefan Tietz; Schiedsrichter: Dajana Rey, Kerstin Kammann, Joshua Holtermann

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Auch am kommenden Wochenende treten die Tigers Tübingen auswärts an. Am Samstag, den 11. April 2026, spielen die Raubkatzen bei den Artland Dragons. Hochball ist um 19:30 Uhr in der Artland Arena in Quakenbrück. Die Niedersachsen spielten am heutigen Samstag bei den Bozic Estriche Knights Kirchheim, wo sich das Team von Trainer Hendrik Gruhn mit 84:77 durchsetzen konnte. In der Tabelle steht der kommende Gegner der Tigers Tübingen mit 19:11-Siegen auf dem fünften Rang und hat als fünftes Team die Playoffs gebucht. Sechstes Team in der Meisterschaftsendrunde sind die Bozic Estriche Knights Kirchheim auf Platz sechs mit 18 Erfolgen aus 30 Begegnungen. Im Hinspiel mussten sich die Schwaben im Weihnachtsspiel am 23. Dezember 2025 nach einer guten Leistung dem Favoriten mit 97:105 geschlagen geben.

Erstes Viertel (15:23):

Die Raubkatzen starteten ganz gut in die Partie. Bayram holte sich in der dritten Minute einen offensiven Rebound und netzte im Anschluss aus der Distanz zum 8:4-Zwischenstand ein. Rohdewald nahm bereits nach 171 Sekunden die erste Auszeit der Begegnung in Anspruch. Seine Mannschaft wirkte in den ersten Minuten noch etwas schläfrig in der Defense, dazu leistete man sich einige Fehler zu viel in dieser wichtigen Partie. Aber auch auf Tübinger Seite gelang noch nicht alles. Emilien gelang in der fünften Minute per Korbleger das 10:6. Die Münsteraner nahmen von Beginn an Jordan Johnson bei den Schwaben in die Mangel. Bei 4:02 Minuten auf der Uhr gelangen dem US-Amerikaner dann die ersten zwei Zähler zum 12:8-Zwischenstand. Beide Kontrahenten agierten zumeist mit einer Zone in der Defense. Insgesamt war das Spiel sehr fehlerlastig auf beiden Seiten. Die Tigers versuchten immer wieder zum Korb zu ziehen und konnten oftmals nur durch Fouls gestoppt werden. Inzwischen waren auch Tigers-Kapitän Till Jönke und Moreaux auf dem Spielfeld. Sanders traf bei 1:57 Minuten auf der Uhr seinen ersten Dreier zum 19:12-Zwischenstand. Pelote legte in der Schlussminute mit dem nächsten Distanzwurf zum 22:12 nach, erstmals lagen die Schwaben zweistellig in Front. Im Gegenzug konterte Jesse Anni in gleicher Manier zum 15:22. Final gingen die Gäste mit 23:15 in die erste kleine Pause, nachdem Jönke noch eine Freiwurf traf. Topscorer der Begegnung war Pelote für die Tübingen mit acht Zählern, bei Münster kam Jones Jr. als bester Schütze auf sechs Punkte. Die Rebounds lagen zunächst mit 14:12 bei der Detlev-Truppe.

Zweites Viertel (30:16):

Die Hausherren konnten im zweiten Viertel einen Gang zulegen. Jones Jr. und Deshon Taylor erzielten bis zur 14. Minute jeweils fünf Zähler für ihre Farben und konnten den Rückstand beim 25:26 auf einen Zähler verkürzen. Bei 5:11 Minuten auf der Uhr gingen die Uni Baskets Münster durch einen Zweier von Neil Mašnić zum 27:26 dann erstmals in diesem Spiel in Führung. Die Detlev-Truppe brachte in der Offensive bis dato überhaupt nichts zusammen und leistete sich zu viele Fehler. Im weiteren Verlauf ging es dann hoch und runter mit vielen erfolgreichen Aktionen in der Offensive. Andrew O’Brien verwandelte zwei Dreier in Folge zum 36:33, Auszeit Tübingen bei noch 2:57 Minuten auf der Uhr vor der Halbzeitpause. Die Münsteraner hatten nach anfänglichen Problemen nun ihren Rhythmus gefunden. Nach zwei Freiwürfen von Bayram zum 35:36-Zwischenstand folgte der große Auftritt von Paul Viefhues. Dem Youngster gelangen neun Zähler in Folge für die Rohdewald-Truppe. Auf Tübinger Seite konnte nur der engagierte Emilien mit vier Punkten den Rückstand in Grenzen halten. Die Uni Baskets Münster gingen folglich mit einem 45:39-Vorsprung in die Pause. Satte 30 Zähler erzielten die Rohdewald-Schützlinge im zweiten Viertel. Viefhues und Jones Jr. waren mit jeweils elf Zählern die neuen Topscorer im Spiel für den Gastgeber, bei den Schwaben punktete nur Pelote mit zehn Zählern zweistellig. Die Rebounds gingen mit 24:22 weiter knapp an die Detlev-Truppe. Das Momentum lag aber nun auf Seiten der Münsteraner.

Drittes Viertel (12:26):

In der Halbzeit schien Detlev die richtien Worte gefunden zu haben. Vor allem Bayram und Emilien drehten nun auf und bestimmten die Anfangsminuten im dritten Viertel. Bei 7:56 Minuten auf der Uhr netzte der Tübinger Youngster aus der Distanz zum 44:47 ein. Im Anschluss steuerte der zuletzt wenig spielende Emilien sechs Zähler für die Gelb-Schwarzen zum 50:52 bei. Der Kanadier war bereits bei 18 Zählern angelangt und führte das Scoring nun an. In der 25. Minute holte Bayram die Führung per Dreier zum 53:52 wieder für die Tigers Tübingen zurück. Das Spiel gestaltete sich nun extrem wild auf beiden Seiten. Die Begegnung war nun gleichzeitig wieder komplett offen. Moreuax erzielte in der 28. Minute seine ersten zwei Zähler zum 57:57-Ausgleich. Der 28-Jährige spielte getaped mit seinem verletzten rechten Daumen und biss auf die Zähne. Der Schluss der dritten zehn Minuten im Spiel gehörte dann den Schwaben. 79 Sekunden vor der Sirene netzte Sanders den nächsten Dreier zum 60:57-Zwischenstand ein, in der Schlussminute markierten Pelote und erneut Sanders zwei weitere Zähler für die Detlev-Truppe zum 65:57. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die finalen zehn Minuten dieser Begegnung. Emilien war mit 18 Punkten Topscorer für die Tigers Tübingen. Dazu hatte der Kanadier bereits elf Rebounds gesammelt und vertrat den erkrankten Lukas Milner bravourös. Teamkollege Bayram hatte 14 Punkte auf seinem Konto. Für die Uni Baskets Münster erzielte Jones Jr. mit 15 Punkten die meisten Zähler. Die Rebounds lagen mit 37:28 weiter bei den Schwaben.

Viertes Viertel (20:17):

Sanders hatte an diesem Abend eine gute Hand. Nach 81 Sekunden versenkte der US-Amerikaner seinen nächsten Distanzwurf. Die Raubkatzen führten nun mit 70:57 und hatten einen 15:0-Lauf auf das Parkett gelegt. Bis zur 35. Minute konnte der Vorsprung von 13 Zählern gehalten werden. Der gut aufgelegte Bayram fügte zwei Zähler zum 74:61-Zwischenstand hinzu. Die Uni Baskets Münster setzten nun alles auf eine Karte. Ein 7:0-Lauf zum 68:74 folgte bis zur 37. Minute – Detlev nahm bei 3:57 Minuten eine Auszeit in Anspruch. Sollte nun erneut ein Vorsprung verspielt werden? Die Raubkatzen wirkten nun nervös und hatten etwas Angst vor dem Gewinnen. So traf Jönke 109 Sekunden vor der finalen Sirene nur einen Freiwurf zum 78:72-Zwischenstand – Spannung pur bis zum Ende. In der Schlussminute verkürzte Mašnić per Dreier und Jones Jr. mit einem Freiwurf auf 77:78. Noch waren 10,9 Sekunden zu spielen. Johnson traf in der Folge nur einen Freiwurf zum 79:77, doch ausgerechnet Moreaux sicherte sich den Rebound und verwandelte nach Foul von Adam Touray beide Freiwürfe zum 81:77. Rohdewald nahm bei 7,9 zu spielenden Sekunden noch eine letzte Auszeit. Der Verzweiflungswurf von Mašnić aus der Distanz ging jedoch daneben. Sanders besorgte zwei Sekunden vor dem Ende mit einem Freiwurf den 82:77-Endstand aus Tübinger Sicht.

Die Stimmen zum Spiel:

Eric Detlev (Trainer Tigers Tübingen): „Es war eine toughe Partie, ein hartes Spiel. Es ging hin und her. Wie erwartet, war es Abstiegskampf pur zwischen beiden Mannschaften. Ich bin froh, dass wir in der zweiten Halbzeit unsere Qualitäten auf das Feld gebracht haben und gleichzeitig toughe Shots getroffen haben. Ich bin natürlich glücklich über diesen Sieg. Gleichzeitig weiß ich auch, wie schwierig diese Niederlage für die Uni Baskets Münster ist. Da blutet etwas das Herz. Dieser Verein gehört mit dem ganzen Drumherum in die ProA. Ich wünsche ihnen, dass sie es noch schaffen.“

Götz Rohdewald (Trainer Uni Baskets Münster): „Glückwunsch an Eric Detlev und seine Tübinger Mannschaft zu diesem Sieg. Ich bin echt etwas enttäuscht von uns, wie wir heute bei den Rebounds dominiert wurden. So verdient man es nicht, solch ein Spiel zu gewinnen. Offensiv und defensiv haben wir bei den Rebounds nicht stattgefunden. Selbst beim letzten Freiwurf konnten wir nicht ausboxen, so gewinnst du kein Spiel nicht. Wir müssen uns zusammenreißen! Gegen Wolmirstedt wird es ein gleiches Spiel werden. Wir müssen dahinkommen und rebounden. Das war das Game heute, und wir haben es verloren. Das ist hauptsächlich auch eine Einstellungssache.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Update zum Personal: Die Tigers Tübingen konnten die Partie bei den Uni Baskets Münster auf dem Blatt Papier mit elf Spielern absolvieren. Die angeschlagenen Miles Tention (Rücken) und Connor Nelson (Knie) standen zwar im Kader, wurden jedoch nur geringfügig beziehungsweise gar nicht eingesetzt. Nicht zur Verfügung stand hingegen Lukas Milner. Der Center war unter der Woche krank und konnte keine Trainingseinheit absolvieren. Auch ein Nachfahren am Spieltag war leider keine Option. Gute Besserung, Lukas Milner! Beim Gastgeber fehlte Kapitän Cosmo Grühn verletzungsbedingt (Wade).

„Player of the Month“ im Monat März 2026: Aktuell können die Fans den Spieler des Monats März 2026 wählen. Zur Wahl stehen zwei Akteure von den Artland Dragons sowie ein Spieler von den Bozic Estriche Knights Kirchheim. Für die Niedersachsen gehen mit Amir Hinton (27,2 ppg, 5,2 rpg, Effektivität 23,8) und Benjamin Burnham (23,4 ppg, 12,4 rpg, Effektivität 30,8) gleich zwei US-Amerikaner ins Rennen. Dazu gesellt sich Landsmann Tylan Pope (20,6 ppg, 8,6 rpg, Effektivität 26,6) aus der Teckstadt. Hier geht’s zur Wahl!

Situation im Abstiegskampf: Am heutigen Ostersamstag fanden alle Partien des 30. Spieltags in der BARMER 2. Basketball Bundesliga statt. Die SBB Baskets aus Wolmirstedt mussten sich vor eigener Kulisse den Paderborn Baskets mit 69:71 geschlagen geben. Die Tigers Tübingen liegen mit 11:19-Siegen damit gleichauf mit den Paderborn Baskets – aktuell nehmen die Raubkatzen Rang 14 im Tableau ein, einen Platz vor dem Konkurrenten. Die Uni Baskets Münster bleiben nach der 22. Niederlage im 30. Spiel auf dem 18. und letzten Tabellenplatz. Die BAYER GIANTS Leverkusen unterlagen im Derby den RheinStars Köln mit 76:85 und nehmen mit 9:21-Erfolgen aktuell den 17. Tabellenplatz ein. Punktgleich sind die SBB Baskets aus Wolmirstedt, ein Platz vor den BAYER GIANTS Leverkusen.

Tobias Fischer
Von Tobias Fischer
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