Bild: HAKRO Merlins Crailsheim

Am Samstag in Crailsheim – Timo Lanmüller vor Rückkehr – Fans begleiten die Raubkatzen

30 Nov 2023

Zum zehnten Saisonspiel in der Saison 2023/2024 treten die Tigers Tübingen bei den HAKRO Merlins Crailsheim an. Der Gastgeber ist mit einem Sieg bei acht Niederlagen in Serie derzeit das Schlusslicht der easyCredit Basketball Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Danny Jansson konnte sich nach zuletzt zwei Erfolgen (Bilanz: 3:6-Siege) in Serie etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschaffen. Vielmehr ist jedoch die Tatsache wichtig, dass man auch Spiele im deutschen Basketball-Oberhaus gewinnen kann. Das Selbstvertrauen wurde somit jüngst gestärkt. Für beide Kontrahenten gewinnt die Begegnung natürlich eine besondere Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf. Gespielt wird am Samstag, den 2. Dezember 2023, um 20 Uhr in der Arena Hohenlohe zu Ilshofen. Im Anschluss haben die Schwaben aufgrund der Viertelfinal-Begegnungen um den BBL Pokal zwei Wochen Spielpause. Aufgrund der derzeitigen personellen Situation kommt die Verschnaufpause gerade zum richtigen Zeitpunkt. Personell dürfte Timo Lanmüller (Sprunggelenk) wieder in den Kader zurückkehren. Der 22-Jährige nahm unter der Woche wieder am Trainingsbetrieb teil. Javon Masters (Sprunggelenk) macht weiterhin gute Fortschritte, sein Einsatz ist jedoch fraglich. Die Partie wird wie immer live und exklusiv auf Dyn übertragen. Sendebeginn ist um 19:45 Uhr. Der Tübinger Fanklub Neckar Tigers wird mit einem Fanbus nach Crailsheim fahren, dazu zahlreiche Privatfahrer mit dem Auto.

Wieder trifft Finne auf Finne

In Crailsheim wurde zu einem frühen Zeitpunkt der Spielrunde bereits der erste Trainerwechsel vollzogen. Nikola Marković musste nach nur einem Sieg bei sechs Niederlagen vor knapp drei Wochen seinen Stuhl räumen. Der Serbe kam zur Saison 2022/2023 als Co-Trainer nach Crailsheim, im Dezember des letzten Jahres beerbte er Sebastian Gleim als Cheftrainer der Merlins. Neuer Mann an der Seite ist der Finne Jussi Laakso. Die Trendwende gelang in den ersten zwei Spielen noch nicht, bei ratiopharm ulm absolvierte der kommende Gegner der Schwaben aber jüngst ein gutes Spiel und musste sich erst in der Schlussphase mit 87:94 geschlagen geben. “Durch den Trainerwechsel spielt Crailsheim mit mehr Energie und verbesserter Defense”, sagt Tom Walther, Assistant Coach der Tigers Tübingen.

Kurios: Laakso weilte bei der Partie gegen die MLP Academics Heidelberg Mitte Oktober in der Paul Horn-Arena in Tübingen, als Jansson auf Landsmann Jonas Iisalo traf. Wenige Wochen später ist der 47-Jährige nun der dritte finnische Trainer in der easyCredit BBL. Stand jetzt, werden die Crailsheimer wie Tübingen primär nur um den Klassenerhalt spielen. Man darf gespannt sein, wie sich der Gegner der Schwaben am Samstag präsentiert.

Großer Name Leo Westermann

Bereits im August gab es ein erstes Aufeinandertreffen beider Kontrahenten. Im ersten Vorbereitungsspiel setzten sich die Schwaben mit 98:86 durch. Bereits damals zeigte Jhivvan Jackson seine Klasse mit 24 Zählern, Mateo Seric brach sich mit ebenfalls 24 Punkten in dieser Partie die rechte Hand. Seither sind starke drei Monate vergangenen, vieles hat sich auf beiden Seiten geändert. “Wir dürfen Crailsheim auf keinen Fall unterschätzen. Sie haben einige erfahrene Spieler im Team”, betont Walther. Topscorer der Merlins ist James Murray-Boyles mit 13,4 Punkten, dazu sammelt der US-Amerikaner wie Fabian Bleck (6,3 ppg) mit 4,8 Korbabprallern die meisten Rebounds im Team. Es folgen Nachverpflichtung Brandon Childress (12,2 ppg) und Keandre Cook (11,3 ppg). Mit dem Franzosen Léo Westermann (10,0 ppg, 5,1 apg) gelang es Crailsheim zum Start der neuen Runde, internationales Flair ins Hohenlohische zu bekommen. Der 30-Jährige spielte schon bei Topklubs wie den FC Barcelona/Spanien oder Fenerbahce Istanbul/Türkei. Routinier der Mannschaft ist Maurice Stuckey (7,3 ppg), der ehemalige Tübinger Bogdan Radosavljevic (2016-2019) musste vor Saisonstart seine Karriere wegen anhaltender Schulterbeschwerden vorzeitig beenden.

Was sagt die Statistik? Als gegenwärtiges Schlusslicht ist das Laakso-Team auch in drei Statistiken am Ende. Kein Team erzielt pro Partie weniger Punkte (76,4) als Crailsheim (Tübingen 85,0), trifft am schwächsten die Freiwürfe (68,8 Prozent, Tübingen 73,9 Prozent) und verliert am meisten den Ball (17,0, Tübingen 14,3). Am Ende sind alle Zahlen nur Makulatur. Es wird auf die Tagesform sowie den Willen ankommen, wer dieses Spiel gewinnt!

von Tobias Fischer