Am Sieg geschnuppert, mehr aber nicht… 90:99-Niederlage nach Verlängerung in Schwenningen

19 Dez 2020

Die Tigers Tübingen haben das Auswärtsspiel bei den wiha Panthers Schwenningen nach Verlängerung mit 90:99 (82:82; 8:17) verloren. Das Spiel gestaltete sich über die gesamte Zeitstrecke sehr ausgeglichen, beide Kontrahenten konnten gut dagegen halten. Die Führung wechselte mehrfach hin und her, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Insgesamt fehlte den Gästen auch ein Stück weit das Glück. Im letzten Angriff in der regulären Spielzeit scheiterten Elias Valtonen und Enosch Wolf beim Stand von 82:82 zwei Mal am Ring. In der Verlängerung hatte dann die Truppe von Trainer Alen Velcic klar die Nase vorn. Das US-Duo von Schwenningen in Form von Nate Britt (28 Punkte) und Shaun Willett (27 Punkte) bekamen die Tübinger nie in den Griff, vor allem auch nicht in der entscheidenden Verlängerung. Trotz der fünften Niederlage in Serie zeigten die Tübinger eine recht gute Leistung. Bei den Tigers punkteten Troy Simons (23 Zähler), Isaiah Crawley (19) und Elias Valtonen (elf) zweistellig). Weiter geht es für die Tübinger bereits am kommenden Mittwoch mit dem Auswärtsspiel bei den PS Karlsruhe LIONS.

Erstes Viertel:

Die Tigers starteten mit Mirjan Broening, Josh Sharkey, Elias Valtonen, Isaiah Crawley und Enosch Wolf in die Partie. Die Körpersprache bei den Raubkatzen war von Beginn an gut, jedoch fielen in den Anfangsminuten kaum Punkte. Nach vier Minuten führten die Gäste mit 4:2, Sharkey und Jonas Niedermanner wurden frühzeitig mit zwei Fouls belegt. Panthers-Trainer Alen Velcic hatte schon Bluthochdruck und nahm sein erstes Timeout. Im Anschluss verwandelte Crawley zwei Freiwürfe zum 6:2. Der Gastgeber tat sich im ersten Viertel schwer, Freiwürfe wurden liegen gelassen, dazu kam die gute Gegenwehr der Tübinger. Highlight des ersten ersten Abschnitts war ein krachender Dunking von Daniel Keppeler in Minute acht zum 16:11. Die Schützlinge von Trainer Danny Jansson lagen zu jeder Minute in Führung. In der Schlusssekunde wurde zudem Troy Simons beim Dreier von Chris Frazier gefoult, der US-Amerikaner verwandelte zwei von drei Würfen zum 20:16-Viertelstand. Der Auftritt der Raubkatzen war geprägt von Leidenschaft und Mut, der Lohn war das Ergebnis. Die Panther waren noch nicht richtig in der Partie, alleine vier Freiwürfe wurden an der Linie daneben geworfen. Crawley war mit sieben Zählern bester Punktesammler.

Zweites Viertel:

Der Anfang des zweiten Vierteles gehörte Schwenningen. Fünf Zähler in Folge führten zum 21:20 – gleichzeitig die erste Führung für die Velcic-Truppe. Der Gastgeber erhöhte die Intensität in der Verteidigung, zudem konnten die Raubkatzen den Gegner meistens nur durch Fouls stoppen. Jansson nahm in Minute 13 seine erste Auszeit – dies sollte jedoch wenig fruchten. Das Team aus dem Schwarzwald kontrollierte nun das Spielgeschehen. Bis zur 15. Minute folgte ein 9:0-Lauf zum 27:20. Erst Sharkey war es, der den Lauf brechen konnte und die ersten Tübinger Punkte im zweiten Viertel erzielte. Die Panthers waren aggressiver als die Tigers, vor allem beim Rebound. Auch taten sich die Jansson-Schützlinge schwer, gute Wurfpositionen herauszuspielen. Shaun Willett (elf Punkte) und Nate Britt (sieben Punkte) nahmen nun das Heft bei den Panthers in die Hand. Mit vielen Einzelleistungen wurde der Vorsprung auf 36:28 nach 19 Minuten ausgebaut. Jansson nahm 107 Sekunden vor der Halbzeitpause seine nächste Auszeit und stauchte seine Spieler ordentlich zusammen. Viel passierte nicht mehr, Keppeler erzielte die letzten Zähler der ersten Halbzeit zum 32:38. Schwächen beim Rebound sowie Unachtsamkeiten in Angriff und Verteidigung (zehn Ballverluste) waren die Gründe für den Rückstand. Auffallend: Schwenningen suchte mehr den Zug zum Korb – 14 von 22 Freiwürfen gegenüber sechs von sieben Treffern bei den Gästen belegen dies. Willett war mit 13 Zählern bester Punktesammler bis dato. Dazu waren Crawley und Simons bereits mit drei Fouls belastet.

Drittes Viertel:

Nach der Pausenansprache legten beide Kontrahenten im Angriff los wie die Feuerwehr. Bis zur 23. Minute fielen 18 Zähler. Crawley holte per Dreier zum 44:43 erstmals wieder die Führung zurück. Velcic hatte genug gesehen und holte seine Schützlinge zur Ansprache auf die Bank. Das Spiel war nun wieder auf Augenhöhe. Im weiteren Verlauf wechselte die Führung mehrmals hin und her. Die Tigers bissen sich nun in die Partie und lieferten dem Favoriten einen heißen Tanz. Beim Stand von 53:49 (26. Minute) für die Jansson-Truppe nahm Schwenningen das nächste Timeout. In der Verteidigung agierte man nun besser und holte mehr Rebounds. Die Tigers lagen nun stets ein paar Zähler in Front, so erzielte Roland Nyama nach 28 Minuten mittels zweier Freiwürfe die Führung zum 59:54. Wermutstropfen: Crawley musste bei starken 17 Punkten mit vier Fouls zunächst auf der Bank Platz nehmen. 17,6 Sekunden vor dem Viertelende schied Niedermanner mit seinem fünften Foul aus, dazu ein technisches Foul. Nyama verwandelte alle drei Freiwürfe zum 64:59. Letztendlich ging es mit einem 64:61-Vorsprung in die finalen zehn Minuten. Britt verwandelte eine Sekunde vor der letzten Viertelpause zwei Würfe von der Linie. Willett war mit 19 Zählern bester Punktesammler der Begegnung.

Viertes Viertel: 

Beide Coaches ließen im letzten Viertel nun primär die Stammkräfte auf dem Feld. Basketball, das Spiel der Läufe, machte nun seinem Namen wieder alle Ehre. Der Gastgeber kam besser aus der kurzen Pause zurück und drehte den Rückstand wieder in eine Führung. So nach 35 Minuten per Korbleger von Frazier zum 77:72. Jansson nahm nochmals eine Auszeit. Auch wenn der Rückstand nur minimal war, das Momentum gehörte nun wieder der Velcic-Truppe. Vor allem ging nun Britt als Anführer voran, der US-Amerikaner war mit 20 Zählern nun neuer Topscorer der Partie. 124 Sekunden vor der finalen Sirene sorgte Simons wieder mit einem wichtigen Lebenszeichen für den Endspurt. Mit fünf Zählern in Folge, darunter ein Dreier in Bedrängnis, brachte der 24-Jährige die Gelb-Schwarzen wieder auf einen Zählern (78:79) heran. Der Schluss war nun Dramatik pur. Valtonen brachte mit vier Zählern seine Mannschaft mit 82:81 in Führung. Rytis Pipiras traf 3,1 Sekunden vor Ende nur einen Freiwurf zum 82:82 – Auszeit Tübingen. Der letzte Angriff scheiterte jedoch, der Ball von Valtonen und Wolf tanzte nur auf dem Ring – Verlängerung.

Verlängerung: 

Die Nachspielzeit (17:8) in Höhe von fünf Minuten war dann eine klare Sache für die Schwenninger. Britt und Willett führte ihr Team zum letztendlich zum Sieg. Nach 45 Minuten stand ein 99:90-Sieg zu Buche. Die Tigers konnten nicht mehr kontern, zumal Sharkey und Valtonen mit dem fünften Foul vorzeitig ausschieden.

Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Ich bin natürlich nicht glücklich, dass wir das Spiel verloren haben. Jedoch war es heute das erste Mal in der Saison, dass wieder über weite Strecken der Partie konstant gespielt haben. Natürlich haben wir immer noch sehr viele Fehler gemacht, wir hatten jedoch in der Endphase auch die Chance, das Spiel zu gewinnen. Die letzte Aktion war natürlich sehr hart für uns, der Sieg lag auf der Hand. In der Verlängerung hatten wir dann keine Chance mehr. Ich weiß nicht warum, wahrscheinlich war das negative Erlebnis kurz zu vor entscheidend. Trotz der Niederlage dürfen wir nicht alles negativ sehen. Die Verteidigung war insgesamt recht bissig und hatte eine Struktur. Nun gilt es darauf aufzubauen und am Mittwoch in Karlsruhe neu anzugreifen.”

Dschnungelgefüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Ein altbekanntes Gesicht auf der anderen Seite: Aleksandar Nadjfeji ist seit dieser Saison 2020/2021 Co-Trainer bei den wiha Panthers Schwenningen. Von August 2013 bis August 2020 wohnte der dreifache Familienvater im Rahmen seines Engagements bei den Raubkatzen (Spieler, Co-Trainer, Trainer) in der Universitätsstadt am Neckar. Nach seiner Freistellung in Tübingen im Januar 2019 ist der mittlerweile 44-Jährige froh, wieder eine Stelle gefunden zu haben. Der erste Eindruck bei den Panthers ist positiv: “Es gefällt mir sehr gut. Ich kann mich überhaupt nicht beklagen”, so Nadjfeji. In Corona-Zeiten wird auch das Weihnachtsfest anders sein. Die fünfköpfige Familie war bisher immer zusammen, an den Feiertagen wird Nemanja Nadjfeji in Weißenfels bleiben. Ob Sohn Milos, der in Tübingen studiert und Jugendtrainer in unserem Verein ist, gegenwärtig sein wird, bleibt ein Fragezeichen. Nur Tochter Nevena wohnt aktuell mit den Eltern in Schwenningen. Wir wünschen Familie Nadjfeji ein schönes Weihnachtsfest und die besten Wünschen für 2021!

Testungen vor der Abfahrt: Mittlerweile ist es praktisch schon Routine, dass sich die Tübinger Basketballer am Spieltag einem Corona-Schnelltest unterziehen müssen. Erneut ist unser langjähriger Teamarzt Mstyslaw “Bobby” Suchowerskyj eingesprungen und hat die Testungen bei allen Trainern, Spielern, dem gesamten Staff sowie Busfahrerin Ines Hahn durchgeführt. Alle Tests waren negativ, im Anschluss ging es knapp 70 Kilometer auf der A81 gen Süden. Ohne jegliches Verkehrsaufkommen kamen die Raubkatzen pünktlich wie geplant in der Deutenberghalle an, wo das erste Pflichtspiel überhaupt beider Kontrahenten ausgetragen wurde.

Sieben Auswärtsspiele am Stück: Für die Tigers Tübingen beginnt mit dem Auswärtsspiel in Schwenningen eine Reihe von sieben Begegnungen auf fremdem Terrain. Bisher traten die Schützlinge von Trainer Danny Jansson von fünf Partien vier Mal in Tübingen an. Nun werden eifrig Kilometer auf der Autobahn gesammelt. Grund ist das Impfzentrum in der Paul Horn-Arena zu Tübingen. Weiter geht es für die Raubkatzen in Karlsruhe (23.12.), Jena (30.12.), Leverkusen (3.1.), Ehingen (6.1.), Trier (9.1) und Rostock (17.1). Das nächste Heimspiel steht erst am 23. Januar 2021 gegen die Eisbären Bremerhaven in der Volksbank-Arena zu Rottenburg auf dem Programm.