Spielbericht, 27.09.2025

Auftakt verpatzt! 81:100-Niederlage gegen den Nürnberg Falcons BC

Genau 1.834 Zuschauer, darunter eine hörbare Delegation aus Nürnberg, wollten den Saisonauftakt der Tigers Tübingen […]

Genau 1.834 Zuschauer, darunter eine hörbare Delegation aus Nürnberg, wollten den Saisonauftakt der Tigers Tübingen gegen die Nürnberg Falcons BC in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga sehen. Zumindest die Tübinger Fans wurden dabei enttäuscht. Eigentlich war die Begegnung bereits nach dem ersten Viertel entschieden, welches die Gäste mit sage und schreibe 31:7 für sich entscheiden konnten. Zwar gab sich die Mannschaft von Trainer Henrik Sonko sichtbar niemals auf, und gewann in Summe die restlichen drei Viertel mit 74:69, aber ein Spiel geht nun mal über vier Viertel. Mitte des letzten Abschnitts (35. Minute) kamen die Raubkatzen nochmals auf 14 Punkte heran (68:82), zu mehr sollte es an diesem Abend aber nicht mehr reichen. Der offensive Totalausfall von Bernard Pelote (zwei Punkte) und Melkisedek Moreaux (drei Zähler) war einfach nicht zu kompensieren. Point Guard JaCobi Wood war nach 30 Minuten noch ohne Punkte, am Ende kam der US-Amerikaner noch auf 13 Zähler. Besser machte es Center Lukas Milner, der unter beiden Körben zwar nach Kräften ackerte, allerdings auch nichts gegen die Rebound-Überlegenheit der Franken von Coach Ralph Junge ausrichten konnte. So ging das Duell um die Rebounds mit 28:50 haushoch verloren. Nur zehn Dreier bei 29 Versuchen (34 Prozent) waren ebenfalls zu wenig für ein besseres Ergebnis. Beste Punktesammler bei den Tigers Tübingen waren Miles Tention und Wood mit jeweils 13 Punkten. Beim Nürnberg Falcons BC wurde Brandon Chatfield mit 20 Punkten Topscorer der Partie. Dazu erzielte der US-Amerikaner mit zehn Rebounds auch ein Double Double. In der 39. Minute lagen die Gäste beim 98:70 am höchsten in Front. Die Schwaben hatten ihre höchste Führung in der Anfangsminute nach einem Korb von Milner beim 2:0.

Weiter geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Samstag, den 4. Oktober 2025, mit dem ersten Auswärtsspiel bei der BG Göttingen. Spielbeginn ist um 18:30 Uhr in der Sparkassen-Arena in Göttingen.

Kommissar: Christian Grupp; Schiedsrichter: Nicolai Bohn, Marli Kasemi, Hessam Khorassani

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Erstes Viertel (7:31):

Coach Sonko schickte eine etwas überraschende Starting-Five mit Tention, Kaya Bayram, Isaiah Sanders, Felix Edwardsson und Milner zum ersten Hochball der Saison 2025/2026 auf das Feld. Milner war es dann auch, der gleich im ersten Angriff die ersten zwei Punkte der Partie mit einem feinen Baby-Hook erzielen konnte. Danach war allerdings erheblich Sand im offensiven Getriebe, defensiv stimmte es zunächst gar nicht. Gepaart mit einer perfekten Trefferquote der Gäste stand es nach vier Minuten plötzlich 4:13 aus Sicht der Raubkatzen. Sonko musste seine erste Auszeit nehmen. Moreaux, Wood und Pelote sollten danach für frischen Wind sorgen, doch die Körbe blieben auf Tigers-Seite wie vernagelt, während die Franken Korb um Korb erzielten. Tigers-Kapitän Till Jönke war es dann vorbehalten, mit einem Freiwurf einen 18:0-Lauf der Junge-Truppe zu unterbrechen (5:20, siebte Minute). Eine Minute später war der Rückstand bereits auf über 20 Zähler (5:26) angewachsen, Sonko nahm in der achten Minute bereits seine zweite Auszeit. Diese zeigte weiterhin keine Wirkung, dafür kassierte Wood noch im ersten Abschnitt sein drittes Foul. Mit einem 7:31 ging es in die erste Viertelpause – der Start in die Saison war mal so richtig missglückt!

Zweites Viertel (20:20):

Schlechter konnte es eigentlich nicht werden. Und so gelang der Start ins zweite Viertel dann auch ein wenig besser. Vor allem die Verteidigung wachte nun auf und erzwang den ein oder anderen Fehler auf Nürnberger Seite. Da offensiv allerdings weiter gar nichts zusammenpasste, wuchs der Rückstand weiter an (12:39, 15. Minute). Coach Sonko suchte verzweifelt nach der richtigen Formation, fand diese aber einfach nicht. Da es aus der Distanz bei den Tigers partout nicht klappen wollte, zogen sie nun vermehrt zum Korb. Mit teilweisem Erfolg: Zwar zogen sie viele Fouls, ließen aber immer wieder Punkte an der Freiwurflinie liegen. Dennoch pirschten sie sich bis auf 17:39 heran (16. Minute). Dann folgten aber wieder kleine Unzulänglichkeiten und ein verstopfter Dunking-Versuch von Isaiah Sanders, sodass der Rückstand nicht wesentlich verkürzt werden konnte. Hoffnung gab es nach dem ersten Dreier der Saison von Jönke zum 20:41 nach genau 17 Minuten, aber die ersehnte Initialzündung ließ aber weiter auf sich warten. Stattdessen sammelte auch Pelote noch vor der Halbzeitpause sein drittes Foul ein. Die Falcons packten ihrerseits noch ein paar Punkte drauf. So ging es vor enttäuschten 1.834 Zuschauern mit einem auch in der Höhe verdienten 27:51-Rückstand in die Katakomben der Paul Horn-Arena. Da half auch der Buzzer Beater-Dreier von Edwardsson mit der Sirene nicht.

Drittes Viertel (29:27):

Die Tigers kamen mit viel Energie aus der Kabine, angeführt natürlich von Energizer Jönke. Seine zwei Freiwürfe (29:54, 22. Minute) und ein Dreier von Tention (32:54, 22. Minute) sowie nach langer Beratung durch das Schiedsrichter-Trio ein unsportliches Foul von Vincent Friederici an Jönke brachten die Tübinger Fans zurück ins Spiel. Allerdings nutzte eben Friederici dieses Foul als Motivationsschub, versenkte innerhalb kurzer Zeit drei Dreier und erstickte das kurze Tübinger Strohfeuer schnell (60:34, 24. Minute). Auf Seiten der Schwaben hingegen nahmen sich Wood und Pelote mit jeweils ihrem vierten Foul quasi selbst aus der Partie. Dafür machte Milner einen richtig guten Job, hängte seinen Gegenspielern Lars Lagerpusch und Chatfield reichlich Fouls an und sorgte mit seinem Dunking zum 43:63 dafür, dass nun Gäste-Coach Junge seine erste Auszeit nahm (25. Minute). Milner ließ sich allerdings kurz darauf von Routinier Julius Wolf provozieren und kassierte dafür ein technisches Foul. Dennoch waren die Raubkatzen besser im Spiel. Defensiv zeigte man sich endlich bissig wie ein Tiger, dazu erzielte man offensiv Punkt um Punkt. Der Lohn der Verteidigung war dann auch endlich mal ein einfacher Fast-Break von Bayram, der die Tigers auf 54:70 heranbrachte (27. Minute). Das Ziel vor Augen, vor dem letzten Viertel die magische Zehn-Punkte-Marke zu erreichen, gelang allerdings nicht mehr. Stattdessen zogen die Franken weiter davon, so ging es mit einer hohen 56:78-Hypothek in den Schlussabschnitt.

Viertes Viertel (25:22):

Dass dies heute nichts mehr mit dem Wunder vom Neckar werden würde, war schnell klar. Erst wurde Wood unter dem Nürnberger Korb von Chatfiled geblockt, dann zog die Junge-Truppe mit einfachen Punkten weiter davon. Die Falcons wollten das Spiel nun routiniert nach Hause bringen, doch die Raubkatzen gaben sich nicht auf. Ein paar schöne Tigers-Aktionen, darunter die ersten sechs Punkte von Wood zum 65:82 in der 34. Minute, ließen nun das Potential der Schwaben aufblitzen. Ein weiterer Dreier von Edwardsson zum 68:82 zwang Gäste-Coach Junge zu seiner zweiten Auszeit in Minute 35. Den 11:0-Lauf der Tigers Tübingen beendete dann Chatfield nach einem Offensiv-Rebound mit zwei Punkten (68:84, 35. Minute). Mehr sollte es für die Tigers heute dann auch nicht werden, auch weil sie unter dem Korb immer wieder vermeintlich leichte Punkte vergaben. Die letzten fünf Minuten verwalteten die Franken den Vorsprung, auf ein letztes Aufbäumen der Schwaben warteten die Tübinger Fans dann vergeblich. Bis zur 39. Minute gelang den Gästen ein 14:2-Lauf zur höchsten Führung beim Spielstand von 98:70. Nach dem 81:100 war der Frust zwar spürbar, aber die letzten drei Viertel haben gezeigt, dass das Endergebnis im Wesentlichen dem ersten Viertel geschuldet war.

Die Stimmen zum Spiel:

Henrik Sonko (Trainer Tigers Tübingen): „Glückwunsch an Trainer Ralph Junge und seine Nürnberger Mannschaft zu diesem Sieg. Wir waren heute in allen Bereichen das schlechtere Team – bei den Rebounds, in der Kommunikation auf dem Spielfeld, bei den Abschlüssen, einfach in allem. Wir müssen diese Niederlage abhacken, gleichzeitig aufarbeiten und in der kommenden Woche viel trainieren.“

Ralph Junge (Trainer Nürnberg Falcons BC): „Mit einem solchen Sieg in die Saison zu starten, ist natürlich toll. Vor allem auch bei einem ambitionierten Team wie die Tigers Tübingen. Wir haben das Spiel von Beginn an kontrolliert und den Vorsprung bis zum Spielende gehalten. Es war schön zu sehen, dass jeder Spieler heute seinen Beitrag zu diesem Sieg geleistet hat. Heute gibt es für mich als Trainer nichts zu bemängeln.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Gegen den Ex-Klub: Für Isaiah Sanders war das Spiel gegen den Nürnberg Falcons BC eine besondere Partie. In seinem ersten Jahr (Spielzeit 20023/2024) als Profi spielte der mittlerweile 25-Jährige bei den Franken. Es folgte ein Jahr bei den ETB Miners Essen in der ProB, bevor es den US-Amerikaner zur Saison 2025/2026 nach Tübingen zog. Vor der Partie gab es einen Austausch mit Nürnbergs Co-Trainer Derrick Taylor, der bereits seit vielen Jahren bei den Gästen im Trainerstab tätig ist. Mit den Spielern Julius Wolf, Tim Köpple und Christian Feneberg agierte der Tübinger Neuzugang einst in Nürnberg auf dem Spielfeld zusammen. In der Begegnung gegen seinen Ex-Klub kam Sanders in 25 Minuten Spielzeit auf zehn Punkte.

Zweiter Alpi-Stammtisch steht an!: Am kommenden Donnerstag, den 2. Oktober 2025, findet der zweite Alpi-Stammtisch statt. Beginn ist um 19:30 Uhr im Helmut Roth-Stüble beim SV 03 Tübingen, direkt gegenüber der Paul Horn-Arena. Die Gäste werden wir zu Beginn der kommenden Woche bekanntgeben. Der Alpi-Stammtisch ersetzt ab dieser Runde 2025/2026 den Alpi-Fantalk nach den Heimspielen der Tigers Tübingen in der Paul Horn-Arena.

Ein Derby zum Saisonstart: Im Saison-Eröffnungsspiel der BARMER 2. Basketball Bundesliga duellierten sich die Artland Dragons und die Uni Baskets Münster im Derby. In einer spannenden Partien setzten sich die Gäste vor 2.050 Zuschauern in der Artland Arena am Ende hauchdünn mit 71:69 (34:33) durch. Topscorer der Begegnung war Amir Hinton, in der Saison 2024/2025 noch bei den VET-CONCEPT Gladiators Trier aktiv, mit 22 Zählern. Der ehemalige Tübinger Timo Lanmüller kam für die Artland Dragons in 19 Minuten auf drei Zähler. Beim Sieger erreichten vier Akteure eine zweistellige Punktausbeute, angeführt von Neil Masnic mit 19 Punkten. Bis zu den Spielen am Samstag waren die Uni Baskets Münster damit der erste Tabellenführer im deutschen Basketball-Unterhaus.

Tobias Fischer
Von Tobias Fischer
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