Bild: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Auftaktsieg! Tigers gewinnen in Göppingen vor beeindruckender Kulisse gegen die VfL Kirchheim Knights mit 98:86

01 Okt 2022

Die Tigers Tübingen sind erfolgreich in die neue Spielzeit 2022/2023 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga gestartet. Vor 4.005 Zuschauern in der EWS-Arena zu Göppingen hat die Mannschaft von Trainer Danny Jansson gegen die VfL Kirchheim Knights mit 98:86 (54:37) gewonnen. Die Raubkatzen spielten furiose 25 Minuten und beherrschten den Kontrahenten nach Belieben. Beim Stand von 66:42 betrug der Vorsprung satte 24 Zähler. Im Wissen der eigenen Stärke ließen die Gäste aber in der Folge etwas nach und bauten gleichzeitig den Gegner auf. Schritt für Schritt wurde der Rückstand verkürzt. Vor allem Tyrone Nash, Jonas Niedermanner und Michael Flowers spielten sich vermehrt in den Vordergrund. Nach 35 Minuten schien es so zu sein, dass die Raubkatzen weiche Knie bekommen würden. Beim Stand von 78:73 lag man nur noch kümmerliche fünf Zähler vorne. Doch die Raubkatzen behielten die Nerven und brachten sich dank Erfahrung und Qualität dann doch sicher auf die Siegerstraße. Beim Gastgeber avancierte Flowers mit starken 26 Punkten zum Topcorer. Die Tigers überzeugten großflächig mit einer soliden Teamleistung. Elf von zwölf eingesetzten akteuren belegen dies. Topscorer bei der Jansson-Truppe war Mateo Šerić mit 19 Zählern und sechs Rebounds. Besonders aus der Distanz (14 von 26 Treffern / 54 Prozent) zeigten die Gäste ein gutes Händchen, dazu kamen gute 21 Assists.

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Weiter geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Samstag mit dem Heimauftakt gegen die wiha Panthers Schwenningen. Hochball ist um 19:30 Uhr in der Paul Horn-Arena. Tickets gibt es unter https://shops.ticketmasterpartners.com/tigers-tuebingen, beim Schwäbischen Tagblatt oder am Spieltag ab 18:30 Uhr an der Abendkasse. Jetzt Tickets krallen!

Erstes Viertel (15:30):

Die Partie begann mit zehnminütiger Verspätung. Grund waren lange Schlangen vor der EWS-Arena. Die Tübinger starteten im Anschluss mit Aatu Kivimäki, Timo Lanmüller, Zac Seljaas, Šerić und Daniel Keppeler in die Begegnung. Und die Gäste kamen gleich gut ins Spiel. Nach drei Minuten führte die Jansson-Truppe mit 12:3, sein Gegenüber Igor Perovic nahm bereits frühzeitig eine Auszeit. Doch es half nichts, die Raubkatzen spielten weiter wie aus einem Guss und erhöhten nach sieben Minuten auf 21:4. Perovic musste erneut den Spielfluss des Gegners unterbrechen. Schritt für Schritt wurde es für den Gastgeber etwas besser, jede einzelne Aktion wurde vom tollen Publikum frenetisch gefeiert. Doch die Raubkatzen hielten dagegen, 74 Sekunden vor dem Ende des ersten Abschnitts lag man mit 28:12 in Front. Zum (fast) perfekten Viertel kam hinzu, dass Lanmüller per Buzzer Beater zum 30:15 vollendete. Topscorer der Begegnung war Niedermanner, bei den Tübingern trafen Krišs Helmanis und Šerić mit sechs Punkten am besten.

Zweites Viertel (22:24):

Zu Beginn des zweiten Abschnitts kam die Perovic-Truppe dann immer besser in Fahrt und sorgte für ein Spiel auf Augenhöhe. Die Gäste mussten sich die Zähler nun härter erkämpfen. Nach 13 Minuten verkürzten die Kirchheimer auf 23:34. Man merkte jedoch in vielen Aktionen, dass die Knights kaum geschlossen in der Vorbereitung trainieren konnten. Zu viele Fehler prägten den eigenen Auftritt. Nach 16 Minuten führte die Tigers mit 41:25. Jeder Spieler trug auf Tübinger Seite seinen Teil zum Ergebnis bei. Acht Spieler konnten bereits punkten. Erinnerungen an die vergangene Saison wurden beim Tigers-Anhang mehr und mehr wach. Der Auftritt war bisher sehr überzeugend. Seljaas erhöhte per Dreier nach 18 Minuten auf 46:29. Dazu arbeitete die Defense der Jansson-Schützlinge gut, in der Offense wurde mehrfach effektiv abgeschlossen. Der größte Vorsprung erzeignete sich 88 Sekunden vor der Halbzeit, Seljaas schloss ein Drei-Punkt-Spiel zum 52:31 ab. Final ging es mit einem 54:37 in die Kabinen. Topscorer der Begegnung war nun Seljaas mit neun Zählern, bei den Gästen blieb Niedermanner bei acht Punkten. Entscheidend für den Vorsprung war eine gute Quote aus der Distanz (acht von 15 Treffer / 53 Prozent), dazu imponierte das Teamspiel der Raubkatzen.

Drittes Viertel (21:17):

Kivimäki erzielte acht Zähler zum Auftakt für die Raubkatzen. Es war eine Augenweide, wie der Finne seine Mannschaft führte. Perovic musste die Begegnung bereits nach drei Minuten beim Stand von 40:62 die nächste Auszeit nehmen. Zu dominant war das Spiel der Tübinger, da konnte auch ein spektakulärer Dunking von Kayne Henry zum 42:64 (25. Minute) über die Kräfteverhältnisse (zunächst) nicht hinwegtäuschen. Doch wie schnell sich ein Basketballspiel ändern kann, merkten die Tigers dann in den nächsten Minuten. Mit einem 9:0-Run verkürzten die Ritter auf 51:66, Jansson musste nach 27 Minuten sein erstes Timeout nehmen. Und dieser kleine Lauf brachte die Perovic-Truppe wieder ins Spiel. Nash verkürzte per Korbleger auf 58:70, 13 Sekunden waren im dritten Viertel noch zu spielen. Nach einem Freiwurf von Keppeler ging es mit einer 71:58-Führung in den Schlussabschnitt. Nash, Niedermanner und auf der Gegenseite Kivimäki führten die Punkteliste mit 13 Zählern an.

Viertes Viertel (28:27):

Die letzten zehn Minuten hatten es in sich. Nach 34 Minuten betrug der Vorsprung beim Stand von 76:62 noch stabile 14 Punkte für die Tigers. Die Knights erhöhten jedoch ein letztes Mal die Intensität und kämpften sich nochmals gefährlich heran. Knights-Spielmacher Flowers versenkte drei Dreier in Serie für seine Farben. Die Zuschauer in der EWS-Arena waren nun aus dem Häuschen und sorgten für mächtig Lärm. Fünf Minuten vor Rambo kämpften sich die Perovic-Schützlingen auf fünf Zähler (73:78) heran. Jansson musste unbedingt eine Auszeit nehmen, um den Lauf des Gegners ruckartig zu stoppen. Und der Finne in Diensten der Unistädter brachte die richtigen Worte an seine Mannen. Mit Coolness und Qualität brachten die Tigers Tübingen das Spiel nach Hause. Mit einem 8:0-Lauf innerhalb einer starken Minute beruhigte man das eigene Nervenkostüm. Šerić  mit zwei Dreiern sowie Helmanis mit zwei Zählern sorgten für das 86:73 nach 36 Minuten. Es war letztendlich die Vorentscheidung. In den finalen Minuten ging es nochmals intensiv hin und her. Der 98:86-Auftaktsieg war der Jansson-Truppe aber dann doch nicht mehr zu nehmen.

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben die Partie in den ersten 25 Minuten kontrolliert. Der Stand von plus 17 zur Halbzeit war gefährlich. Wir wussten, dass Kirchheim nicht aufgibt und zurückkommt. Und genau so ist es letztendlich auch gekommen. In der Schlussphase haben wir dann die Nerven behalten und letztendlich verdient gewonnen.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Event-Game zahlt sich für die Knights aus: Stolze 4.005 Zuschauer verfolgten die Partie zwischen den VfL Kirchheim Knights und den Tigers Tübingen in der EWS-Arena zu Göppingen. Die gesamten Anstrengungen zahlten sich für die Teckstädter mit dieser Zuschauerzahl mehr als aus. Man darf gespannt sein, ob in Zukunft weitere Spiele in der großen Halle, 20 Kilometer von Kirchheim entfernt, stattfinden. Eine Arena bedeutet in der Regel auch mehrfache Belegungen. So spielt Handball-Bundesligist FrischAuf! Göppingen am morgigen Sonntag bereits wieder in der eigenen Heimspielstätte. Gegner ist dann der Altmeister VfL Gummersbach.

Ohne drei, mit zwei: Der Gastgeber musste den Saisonauftakt gegen Tübingen wie im Vorbereitungsspiel vor zwei Wochen ohne drei Akteure bestreiten. Kapitän Richard Williams, Tim Koch und Besnik Bekteshi stehen der Mannschaft von Trainer Igor Perovic weiterhin nicht zur Verfügung. Herbe Ausfälle für die Teckstädter. In den letzten Tagen reagierte das Management der Knights und verpflichtete zwei Spieler nach. Mit der ehemaligen Raubkatze Tyrone Nash aus den USA sowie dem Dänen Thomas Laerke verstärken zwei Importspieler den Lokalrivalen. Beide Akteure kamen prompt zum Einsatz. Während Nash in 31 Minuten auf 16 Punkte und vier Rebounds kam, erzielte Laerke in knapp 27 Minuten drei Zähler und einen Rebound.

Zehn Ehemalige in Liga zwei aktiv: Neben Nash und Bekteshi sind in der neuen Spielzeit 2022/2023 noch weitere ehemalige Raubkatzen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga aktiv. Wir geben heute einen Überblick: Enosch Wolf (RASTA Vechta), Tanner Graham (Dresden Titans), Julian Albus (PS Karlsruhe LIONS), Jacob Mampuya (wiha Panthers Schwenningen), Nils Schmitz (Medipolis SC Jena), Robert Oehle (Eisbären Bremerhaven), Roland Nyama (Jobstairs GIESSEN 46ers) und natürlich Joanic Grüttner Bacoul (Artland Dragons), der bis zuletzt für die Raiubkatzen auf Korbjagd ging. Wir wünschen allen Akteuren eine erfolgreiche Spielzeit und freuen uns auf ein Wiedersehen bei den direkten Duellen.