Basketball 1. Bundesliga 2023/2024 12. Spieltag 22.12.2023 Tigers Tuebingen – Bamberg Baskets TEAMJUBEL Tigers; Kriss Helmanis (li) klatscht Zaccheus Darko-Kelly (re) ab und Jhivvan Jackson (Mitte) FOTO: Pressefoto ULMER / Markus Ulmer xxNOxMODELxRELEASExx

Eine wahnsinnige Energieleistung! 99:92-Erfolg über die Bamberg Baskets

22 Dez 2023

Nachdem die Tigers Tübingen zuletzt zwei Mal nach einer deutlichen Führung das Spiel abgegeben haben, zeigten die Mannschaft von Trainer Danny Jansson vor 3.132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena eine tolle Reaktion und fuhren den vierten Sieg im zwölften Saisonspiel ein. In einer auf beiden Seiten physisch hart geführten, spektakulären Begegnung behielten die Hausherren in der Schlussphase die Nerven und zwangen die Bamberg Baskets mit 99:92 (51:41) in die Knie. Die Tübinger überzeugten dabei auf ganzer Linie. Das wichtige Duell um die Rebounds (38:30) ging an die Schwaben, die stolze 15 Offensiv-Rebounds sammelten und damit den Grundstein zum vorweihnachtlichen Erfolg legten. Ebenfalls war die mannschaftliche Geschlossenheit auffällig. Mit Jimmy Boeheim (18 Punkte), Mateo Šerić (17), Jhivvan Jackson (15), Krišs Helmanis (zwölf) und Zaccheus Darko-Kelly punkteten gleich fünf Raubkatzen zweistellig. Auffallend waren auch 11:3-Ballgewinnen für den Sieger, dazu 9:19-Ballverluste aus Tübinger Sicht. Von der Freiwurflinie zeigten sich die Jansson-Schützlinge mit 30 von 36 Treffern (83 Prozent) äußerst treffsicher. Alle zehn eingesetzten Akteure Raubkatzen konnten sich in die Punkteliste eintragen. Bei den Gästen überragte Zach Copeland mit 30 Punkten.

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Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag treten die Tigers Tübingen erneut vor eigenem Publikum an. Am Dienstag, den 26. Dezember 2023, treffen die Raubkatzen auf den FC Bayern München Basketball. Die Partie ist bereits ausverkauft. Hallenöffnung ist um 14:15 Uhr.

Erstes Viertel (27:20):

Die 3.132 Zuschauer in der ausverkauften Paul Horn-Arena sahen einen ausgeglichenen Start. Nach drei Minuten lagen die Tigers knapp mit 8:10 im Hintertreffen. Mühe hatten die Schwaben zunächst mit 120-Kilo-Schrank Filip Stanic, der den Raubkatzen in der Anfangsphase sechs Punkte einschenkte sowie mit der Anzeigetafel, die zunächst die Tübinger Körbe nicht zählen wollte. Nach einer kurzen Unterbrechung funktionierte die Anzeigetafel wieder – auch das Jansson-Team konnte nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Helmanis wieder mit 11:10 in Führung (fünfte Minute) gehen, auch wenn auf beiden Seiten offensiv jetzt etwas Sand im Getriebe war. Nur an der Freiwurflinie wollten die Tübinger Würfe fallen, während die Gäste drei Minuten lang gar nichts Zählbares produzierten. Boeheim und Darko-Kelly brachten die Hausherren in der achten Minute mit 17:10 in Führung. Eine Minute später erzielte Darko-Kelly aus der Distanz gar das 22:13 – zugleich die höchste Führung bislang. Die letzte Minute war dann spektakulär. Zunächst sorgte Bambergs Trey Woodbury mit einem ganz wilden Dreier sowie einem Dunking für fünf Bamberger Zähler in Serie – Spielstand 20:24. Mit der Schlusssirene traf aber Helmanis aus gut acht Metern einen Buzzer Bester zur 27:20-Führung für den Gastgeber.

Zweites Viertel (24:21):

Beide Teams agierten weiterhin mit viel Tempo. Helmanis erzielte den ersten Tübinger im zweiten Abschnitt zum 29:22 nach elf Minuten. Es folgte eine Tübinger Schwächephase, die die Gäste zu einer Aufholjagd nutzten. Tigers-Coach Danny Jansson versuchte diese in der 13. Minute beim Stand von 29:28 mit einer Auszeit zu unterbrechen. Ganze drei Minuten blieben die Raubkatzen in dieser Phase ohne Erfolgserlebnis. Jackson beendete die Durststrecke kurz nach seiner Einwechslung in der 15. Minute mit einem Dreier zum 32:28. Kurz darauf setzte Jackson gar zum Alley Oop an, brachte diesen aber nicht im Bamberger Korb unter. Nun waren wieder die Hausherren am Drücker. In der 16. Minute brachte Neuzugang Georgios Kalaitzakis die Tigers mit einem Dreipunktspiel wieder mit 38:31 in Führung. Auch die Reboundarbeit stimmte bis dahin, sodass sich die Tübinger einige zweite Wurfversuche erspielen konnten. Ein Dreier von Javon Masters sorgte in der 17. Minute erstmals für eine zweistellige Führung (43:33). Auch wenn Jackson in der ersten Halbzeit nicht ins Spiel fand, sprangen einige Teamkollegen für ihn ein. Dank einer enorm geschlossenen Teamleistung nahmen die Tübinger eine verdiente 51:41-Führung mit in die Halbzeitpause.

Drittes Viertel (21:22):

Den besseren Start in die zweite Halbzeit hatten die Gäste, die bis zur 23. Minute auf 48:54 verkürzen konnten. Zudem wuchsen die Tübinger Foulnöte: Georgios Kalaitzakis, Jackson und Šerić hatten bis dato schon jeweils drei persönliche Fouls gesammelt. Jansson verlangte eine frühe Auszeit. Kurz nach der Unterbrechung kassierte Kalaitzakis sein viertes Foul und wurde auf die Tigers-Bank zitiert. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Viertel, in dem die Hausherren stets knapp in Front lagen, nicht zuletzt, weil sich die Tigers weiterhin stark bei den Rebounds zeigten. Den Unmut der Tübinger Fans zogen in dieser Phase die Schiedsrichter auf sich, die viele Fouls gegen die Gastgeber verhängten. Auch Erol Ersek kassierte noch im dritten Viertel sein drittes Foul, blieb aber auf dem Parkett. Nach einem Tübinger 5:0-Lauf zum 67:60 verlangte Bambergs Head Coach Oren Amiel drei Minuten vor dem Ende des Viertels eine Auszeit. Entlastung brachte einmal mehr auch Kapitän Gianni Otto ins Spiel. Er organisierte das Spiel umsichtig und erzielte zudem fünf Zähler in den letzten 120 Sekunden. Die Tigers nahmen eine 72:63-Führung mit ins Schlussviertel.

Viertes Viertel (27:29):

Die bärenstarke Vorstellung der Tigers an den Brettern sorgte weiterhin für viele Wurfversuche der Hausherren. Boeheim übernahm zudem offensiv viel Verantwortung und sorgte mit fünf Zählern in der Anfangsphase des Viertels für eine 76:65-Führung – Bamberg nahm eine frühe Auszeit in der 32. Minute. Die Körpersprache und die Physis der Jansson-Mannschaft war weiterhin beeindruckend. Zur Begeisterung der Zuschauer legten die Schwaben noch eine Schippe drauf und zogen bis zur 33. Minute auf 81:68 davon. Bambergs Copeland drehte nun aber seinerseits mächtig auf und traf aus der Distanz nach Belieben. Mit einem Vierpunktspiel brachte er die Gäste beim Stand von 75:83 nach 34 Minuten wieder in Schlagdistanz. Nach einem raschen 2:9-Lauf schmolz die Führung der Tübinger auf 83:77 – nun erbat sich Tigers-Dompteur Jansson in der gleichen Minute eine Auszeit. Die Gäste hatten sich nun aber aus der Distanz warmgeworfen: Woodbury verkürzte in Minute 35 auf 83:80 – kurz darauf kassierte Boeheim ein unsportliches Foul. Bamberg traf beide Freiwürfe durch Patrick Heckmann und der nächste Angriff wurde einmal mehr von Copeland aus der Distanz erfolgreich abgeschlossen. Plötzlich lagen die Gäste mit 85:83 in Front, gespielt waren 35 Minuten. Die Tübinger sammelten immer noch viele Rebounds, hatten allerdings Mühe, den Ball aus dem Feld im Korb der Gäste unterzubringen. Jackson sorgte an der Freiwurflinie für eine erneute 88:87-Führung (37. Minute) und brachte die Halle zum Kochen. Es sollte eine dramatische Crunchtime werden. Mit drei Minuten auf der Uhr war es dann Kalaitzakis, der an der Freiwurflinie das 90:87 erzielte. 1:44 Minuten vor dem Ende war es Šerić, der mit einem Dreipunktspiel für eine 95:90-Führung sorgte – zudem musste Bambergs Stanic mit seinem fünften Foul aus dem Spiel. Die Bamberger verzweifelten in dieser Phase an der Tübinger Defensive. Mit 40 Sekunden auf der Uhr war es wieder Šerić, der mit zwei erfolgreichen Freiwürfen das 97:90 erzielte. Der Drops war gelutscht.

Die Stimmen zum Spiel:

Danny Jansson (Tübingen): “Weihnachten fühlt sich mit einem Sieg definitiv besser an. Ich denke, wir haben das Spiel über nahezu die gesamte Zeit kontrolliert. Als Bamberg einen 14:0-Lauf geschafft hat und mit zwei Punkte in Führung gegangen ist, waren unsere Köpfe trotzdem oben. Das war heute der Unterschied im Gegensatz zu den letzten Spielen. Wir haben heute gut in der Verteidigung gearbeitet. Wenn uns dies regelmäßig gelingt, sind wir ein wettbewerbsfähiges Team und können auch Spiele gewinnen. Glückwunsch an meine Mannschaft zu dieser guten Leistung und diesem Erfolg.”

Oren Amiel (Bamberg): “Zunächst möchte ich Tübingen zu diesem Sieg gratulieren. Der Sieg ist absolut verdient, daran gibt es keine Zweifel. Auch wenn wir nochmals herangekommen sind. Wir haben nichts Besonderes gemacht, sondern einfach nur ein paar Würfe getroffen. Das Mindset des Gegners war heute in allen Bereichen besser. Großer Respekt für diese Tübinger Mannschaft. Wir sind ein junges Team, welches sich in einem Prozess befindet. Wir werden noch einige Rückschläge erleiden. Wichtig ist, dass wir ein Mal mehr zurückkommen und versuchen das nächste Spiel zu gewinnen.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Update zum Personal: Till Jönke stand der Mannschaft von Trainer Danny Jansson wegen Rückenproblemen weiter nicht zur Verfügung. Der Routinier arbeitet derzeit nur individuell mit Atheltiktrainer Daniele Malengo. Eventuell ist ein Einsatz gegen den FC Bayern München Basketball möglich. Daniel Keppeler kehrte am Spieltag gegen Bamberg wieder ins Training zurück. Christoph Philipps macht weiter gute Fortschritte. Sollte alles weiter so positiv verlaufen, ist mit einer Rückkehr des 25-Jährigen im Laufe des Januars zu rechnen. Aatu Kivimäki (Plantarfaszie) und  Kaodirichi “Kao” Akobundu-Ehiogu (Hand) fallen jedoch noch weitere Wochen aus.

Bayern-Spiel ausverkauft!: Die Partie der Tigers Tübingen gegen den FC Bayern München Basketball ist seit dem heutigen Freitag ausverkauft. Alle 3.132 Tickets sind bereits vergriffen. Somit wird es auch am Spieltag keine Abendkasse mehr geben. Die ersten sieben Partien der Raubkatzen werden inklusive der Partie gegen München durchschnittlich 3.052 Fans verfolgt haben. Ausverkaufte Begegnungen gegen Ulm, Berlin, Bamberg und München, 2.964 Zuschauer gegen Heidelberg, 2.878 Fans gegen Chemnitz sowie 2.995 Zuschauer gegen Oldenburg machen total 21.365 Personen in der Paul Horn-Arena. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Schöne Weihnachten!: Die Tigers Tübingen wünschen allen Fans, Partnern und Unterstützer des Tübinger Basketball ein schönes Weihnachtsfest! Als kleiner Dank hat statistisch jeder Zuschauer einen kleinen Nikolaus erhalten, der auf den Sitzplätzen sowie im Rundumlauf für die Stehplätze auslag. Ein herzlicher Dank geht an die Firma Klett Schokolade aus Nehren, die uns 3.200 Nikoläuse zur Verfügung gestellt hat. Für unsere Partner, die den Spielbetrieb in der easyCredit Basketball Bundesliga in besonderem Maße erst möglich machen, gab es zudem eine kleine Tasche mit diversen Artikeln. Ein Dank gilt folgenden Partnern, die sich dieser Aktion angeschlossen haben: Alpirsbacher Klosterbräu, die AOK Neckar/Alb, Outletcity Metzingen, die Stadtwerke Tübingen, Erba Sirup und Klett Schokolade.

von Tobias Fischer