“Das Team muss jetzt eine Reaktion zeigen” – Raubkatzen treffen zum Jahresauftakt auf die Bayer Giants Leverkusen

02 Jan 2020

An diesem Samstag (20 Uhr, Paul Horn-Arena) bestreiten die Tigers Tübingen das erste Spiel im neuen Jahr 2020. Es ist gleichzeitig der Rückrundenauftakt in der Saison 2019/2020. Und es ist auch das erste Spiel nach der Amtszeit von Ex-Trainer Doug Spradley – der bisherige Co-Trainer Andy Hipsher wird die Raubkatzen gegen den starken Aufsteiger Bayer Giants Leverkusen betreuen und gleichzeitig sein Debüt als Interimstrainer an der Tübinger Seitenlinie feiern. Wir wünschen dem 39-Jährigen gutes Gelingen und die notwendige Portion Glück im Spiel. Die Partie wird gewohnt ab 19:45 Uhr auf airtango.de live und exklusiv aus dem Tübinger Dschungel übertragen. Mit den Eintrittskarten kann man wie immer den öffentlichen Nahverkehr im gesamten naldo-Gebiet (Shuttle-Service Heimspiele 2019-2020) nutzen.

Nach dem enttäuschenden Hinrundenabschluss bei den wiha Panthers Schwenningen steht für die Gelb-Schwarzen Wiedergutmachung an. “Das Team hat jetzt keine Ausreden mehr und muss eine Reaktion zeigen”, forderte ProBasket-Geschäftsführer Robert Wintermantel nach der Trennung von Spradley. Man darf gespannt sein, wie sich das Team gegen die Rheinländer präsentieren wird. Mit neun Siegen aus 16 Spielen liegt die Mannschaft gegenwärtig zwei Plätze vor den Tübingern. Rang sieben bedeutet aktuell die Playoff-Teilnahme, welche für die Schwaben weiterhin das klare Ziel bleibt. Doch auch die Gäste wollen sich im vorderen Drittel der Tabelle festsetzen. “Wir wollen bis zum Schluss um die Playoffs mitspielen”, betonte Dennis Heinzmann von den Gästen im Interview mit den Raubkatzen. Insgesamt blickt man beim kommenden Gegner der Schwaben sicherlich mehr als zufrieden auf das Jahr 2019 zurück. Nach dem Aufstieg aus der ProB im Frühjahr folgte eine gute Hinrunde in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Topscorer der Gäste ist der US-Amerikaner Colter Lasher mit 13,9 Zählern, gefolgt von Nicholas Hornsby (13,3 ppg), Sheldon Eberhardt (12,2 ppg) und Heinzmann (10,1 ppg), der gleichzeitig bester Rebounder im Team ist.

Klare Niederlage im Hinspiel

Der 9. Spieltag war sicherlich einer, den Tigers-Kapitän Enosch Wolf und Co. schnellstmöglich vergessen möchten. Nach der, bis dahin, wohl schlechtesten Saisonleistung musste man sich in der Ostermann Arena zu Leverkusen deutlich mit 84:94 geschlagen geben. Insbesondere den an diesem Tag auftrumpfenden Bayer-Center Heinzmann (21 Punkte und acht Rebounds) bekam die Tigers-Defensive überhaupt nicht in den Griff. Von Beginn an liefen die Tigers dem Gegner und der eigenen Form hinterher und so lag man zwischenzeitlich bereits in der ersten Halbzeit mit 17 Zählern (33:50) zurück.

Die zweite Hälfte machte jedoch Hoffnung auf das am Samstag stattfindende Rückspiel. Angeführt von Topscorer Kris Davis (20 Punkte) arbeiteten sich die Raubkatzen zurück ins Spiel und hatten 2:30 Minuten vor Ende sogar die Chance, auf einen Punkt heranzukommen. Dies gelang nicht, und Leverkusen brachte das Spiel nach Hause. Nun bietet sich die Chance, die Niederlage aus dem Hinspiel vergessen zu machen und gleichzeitig einen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten um die Playoff-Plätze einzufahren. Die Gäste sind zudem bekannt, dass sie immer wieder mit einer Zonenverteidigung agieren. Gegen diese hatten die Schwaben in den vergangenen Partien immer wieder massive Probleme. Somit gewinnt die Begegnung noch weiter an Brisanz. Zurechtkommen muss die Hipsher-Truppe bekanntlich ohne den verletzten Philipp Neumann (Muskelfaserriss), alle andere Spieler sind einsatzbereit. Hipsher bleibt ruhig und gelassen, ganz nach seinem Naturell. “Ich werde den Basketball nicht neu erfinden. Wichtig ist, dass die Mannschaft mit Leidenschaft und Enthusiasmus das Spiel angeht und einfach kämpft. Wir werden uns in diesen Tagen natürlich auch auf die Zone einstellen müssen.”

Die Liga rückt enger zusammen

Der Aufsteiger aus Leverkusen reiht sich nach der starken Hinrunde noch vor der ambitionierten Konkurrenz aus Rostock, Hagen und Tübingen ein. Doch noch ist die Saison lang. Mit einem Sieg heute könnten die Raubkatzen, die sich momentan auf Tabellenplatz neun wiederfinden, mit den Rheinländern in der Tabelle gleichziehen. Lediglich einen Sieg trennt die beiden Mannschaften vor dem heutigen Duell. Hoffnung macht die ausbaufähige Auswärtsbilanz der Mannschaft von Trainer Hansi Gnad. Nur zwei von acht Spielen konnte man in fremden Hallen siegreich gestalten. Dagegen ist man in der heimischen Ostermann Arena eine Bank – sieben von acht Spielen gewannen die Rheinländer.

Gut zu wissen: 

  • Die Tübinger haben eine besondere geschichtliche Erinnerung an den kommenden Gegner aus Leverkusen. Am 24. Oktober 2004 bestritten die Raubkatzen das erste Heimspiel nach dem dritten Aufstieg in der Paul Horn-Arena. Am Ende gelang der damaligen Mannschaft von Trainer Pat Elzie ein 85:78-Heimerfolg. Tübingen und Leverkusen spielten insgesamt von 2004 bis 2008 im deutschen Basketball-Oberhaus. Die Bilanz aus acht Aufeinandertreffen lautet 3:5-Siege aus Sicht der Tigers. Auch interessant: Ex-Tiger Josh Young startete einst seine Profi-Karriere in Leverkusen, bevor der inzwischen 31-Jährige für drei Jahre Publikumsliebling in Tübingen war.
  • Die erfolgreichsten Jahre hatte Leverkusen in den 1990er Jahren. Bekannt als die “Riesen vom Rhein” feierten die Westdeutschen insgesamt sieben Meisterschaften, zwischen 1990 und 1996 sogar sechs Titel in Serie. Hinzukamen vier Pokalsiege. In dieser Zeit dominierten die Bayer Giants Leverkusen den deutschen Basketball – alle Teams hatten zumeist das Nachsehen. Als Vater des Erfolgs gilt Dirk Bauermann, der zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund seines Vereinserfolgs auch Bundestrainer wurde. Spielernamen wie Henning Harnisch, Michael Koch, Christian Welp, Clinton Wheeler oder Kannard Johnson stehen für diese glorreiche Zeit des Leverkusener Basketballs. Die deutschen Akteure waren auch die Leistungsträger der gewonnenen
    Europameisterschaft im Jahr 1993 im eigenen Land.
  • Wie bekannt, wird Andy Hipsher die Mannschaft im Spiel gegen Leverkusen betreuen. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen. “Es gibt im Moment natürlich viele Anfragen von Trainern. Wir müssen in den nächsten Tagen schauen, was es für Möglichkeiten gibt. Wichtig ist, dass Hipsher das Team auf die kommende Aufgabe vorbereitet. Auch ein Verbleib bis zum Saisonende könnte eine Option sein”, berichtete ProBasket-Geschäftsführer Robert Wintermantel im Rahmen der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Von Kapitän Enosch Wolf gibt es vorab schon mal ein Lob: “Er ist ein harter Arbeiter, versteht viel von diesem Sport und ist eine authentische Persönlichkeit – einfach ein guter Typ”, so der 29-Jährige.