Basketball 1. Bundesliga 2017/2018 Hauptrunde 33. Spieltag 29.04.2018 Walter Tigers Tuebingen – s. Oliver Wuerzburg Zum Saisonabschluss gab es eine Autiogrammstunde fuer die Tigersfans in der Paul Horn Arena; Jacob Mampuya (re) FOTO: Pressefoto ULMER/Markus Ulmer xxNOxMODELxRELEASExx

“Den Tigers steht eine erfolgreiche Saison bevor!” – Jacob Mampuya im Interview

22 Jun 2018

Foto: Pressefoto Ulmer

Als einziger Profi aus dem Kader der Vorsaison wird Jacob Mampuya auch 2018/2019 das Trikot der WALTER Tigers Tübingen tragen. Im Interview erklärt der sympathische Berliner, was ihm seine Einsätze in der Regionalliga gebracht haben und was eine bestimmte Videoplattform mit seiner Zeit an der Highschool zu tun hat. Außerdem begründet der 23-Jährige, warum er schon jetzt ein gutes Gefühl für die kommende Saison hat.

Jacob, du hast deinen Vertrag bei den Tigers um eine Saison mit Option auf eine weitere Spielzeit verlängert. Warum hast du dich entschieden, in Tübingen zu bleiben?

Hier in Tübingen habe ich die Möglichkeit, meinem Traum, Stammspieler in der easyCredit BBL zu werden, näherzukommen. Zudem hatte ich mit Coach Aleksandar Nadjfeji viele gute Gespräche, die mich davon überzeugt haben, hier zu bleiben. Ich bin mir sicher, dass er mir meine Chancen geben wird. Auch die Aussicht auf den direkten Wiederaufstieg hat bei meiner Entscheidung eine Rolle gespielt.

Du hast die Runde als Doppellizenz-Spieler in der easyCredit BBL und in der Regionalliga begonnen und dich zügig in der Bundesliga-Mannschaft festgespielt. Im Nachhinein, was konntest aus den Regionalliga-Spielen, wo du regelmäßig weit über 20 Punkte erzielt hast, lernen?

Schon vor der Saison habe ich mir selbst das Ziel gesetzt, den Sprung in das Bundesliga-Team zu realisieren. Ich habe fest an mich geglaubt und war davon überzeugt, dass ich es schaffen kann. Die Spiele in der Regionalliga haben mir gezeigt, dass ich ein Führungsspieler sein kann, was natürlich auch für das Selbstvertrauen wertvoll ist. Davor wusste ich zwar auch schon, dass ich scoren kann und talentiert bin, in der Regionalliga hat sich dieser Eindruck nochmals bestätigt.

In deiner Heimatstadt Berlin gibt es als Kind oder Jugendlicher unglaublich viel, was man machen kann. Wie hast du den Weg zum Basketball gefunden?

Das ist relativ unspektakulär abgelaufen. Mein Vater hat mich zum Basketball-Training beim TuS Neukölln geschickt. Ich habe dann schnell gemerkt, dass ich daran Spaß habe – die Liebe zum Basketball hat bis heute Bestand. Dass ich meinen Lebensunterhalt einmal mit meinem Hobby verdienen würde, hätte ich anfangs niemals gedacht.

2013 bist du für ein Jahr an die Highschool, genauer die St. Louis Christian Academy in Missouri/USA, gegangen. Warum hast du dich damals für diesen Schritt entschieden und wie bewertest du diese Zeit mittlerweile?

In dieser Zeit habe ich sehr viele YouTube-Videos von Highschool-Spielen gesehen. Mich hat beeindruckt, wie dort gespielt wird. Ich wollte beweisen, dass ich mithalten kann. Meine Arbeitseinstellung hat sich während meiner Zeit an der Highschool deutlich verbessert und ich konnte viele Erfahrungen sammeln. Die Athletik und der Siegeswille der Spieler an der Highschool haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch abseits des Feldes habe ich das Leben in den USA genossen – insgesamt einfach eine geile Zeit! Hätte ich meinen SAT-Test bestanden, wäre ich danach wohl aufs College gegangen.

Du verfügst sowohl über ProA-Erfahrung aus Kirchheimer Zeiten als auch über ProB-Erfahrung, wo du für Quakenbrück, Nördlingen und Karlsruhe aufgelaufen bist. Inwiefern unterscheidet sich der Basketball in den unteren Ligen von der easyCredit BBL?

Keine Frage, zwischen der BBL und der ProB liegen Welten. In der ProA sieht es meiner Meinung nach schon etwas anders aus: Die Top-Zweitligisten hätten gegen Erstligisten aus dem unteren Tabellendrittel sicherlich eine Siegeschance. Aber klar, die Qualität in der BBL ist insgesamt natürlich deutlich höher. Man muss auch im Kopf extrem schnell sein, um beispielsweise in der Transition schnell umzuschalten und innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen.

In der easyCredit BBL kamst du für die Tigers auf 16 Einsätze, die du gut genutzt hast. Wie möchtest du dem Team in der BARMER 2. Basketball Bundesliga helfen?

Zunächst einmal haben mir die 16 Einsätze in der easyCredit BBL gezeigt, dass ich auf diesem Level mitspielen kann und leistungstechnisch nicht abfalle. In der ProA wird meine Rolle bestimmt etwas größer. Meine Spielzeit will ich nutzen, indem ich ähnlich wie vergangene Saison in der Regionalliga einfach mein Spiel spiele, aber mich natürlich an die Vorgaben von Coach Nadjfeji halte. Mir ist bewusst, dass ich im Angriff nicht immer die erste Option sein werde, aber wenn das Team Scoring von mir braucht, werde ich da sein.

Du bist leidenschaftlicher und erfolgreicher Streetball-Spieler. Zuletzt hast du in Malaysia den Dreier-Contest gewonnen und zudem mit deinem Team beim Drei gegen Drei-Turnier das Viertelfinale erreicht. Was macht für dich den besonderen Reiz bei diesem Spiel aus?

Im Vereins- und Profibasketball gibt es immer viele Vorgaben, an die man sich halten muss. Beim  Drei gegen Drei dagegen ist man sehr frei, was meinem Spiel sicher entgegenkommt. Natürlich bin ich glücklich über meinen Beruf als Profi-Basketballer, aber das Drei gegen Drei wird immer eine große Leidenschaft bleiben, weil ich mich beim Streetball einfach extrem wohlfühle und meinen Skills freien Lauf lassen kann.

Zum Abschluss: Warum bist du dir sicher, dass eine Saison wie 2017/2018 nicht nochmals vorkommen wird?

Das war eine absolute Ausnahme, da bin ich mir sicher! Schon jetzt habe ich das Gefühl, dass die Teamchemie in der kommenden Saison deutlich besser sein wird. So schreibe ich zum Beispiel jetzt schon mit Enosch Wolf, den ich bereits aus gemeinsamen Zeiten in Kirchheim kenne. Er ist extrem motiviert und würde am liebsten direkt mit der Saison beginnen, glaube ich. Außerdem haben wir mit Coach Nadjfeji einen absoluten Basketball-Experten als Trainer, der aus der vergangenen Spielzeit bestimmt auch seine Lehren gezogen hat. Ich bin mir sicher: Den Tigers steht eine erfolgreiche Saison bevor!

Jacob Mampuya, vielen Dank für das Gespräch!

von Johannes Beyer