Foto: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Tigers wollen Revanche gegen Kirchheim!

14 Feb 2019

Die Formkurve der Tigers Tübingen zeigt in den letzten Wochen klar nach oben. Drei Siege in Folge feierte die Mannschaft von Georg Kämpf zuletzt und hat wieder den Anschluss an die Playoff-Plätze hergestellt. Derzeit trennt die Schwaben nur noch ein Sieg vom achten Tabellenplatz. Um jedoch voll ins Rennen um die Plätze unter den besten acht Teams einzusteigen, dürfen sich die Raubkatzen in den letzten acht Partien der Hauptrunde kaum noch Fehltritte erlauben. Am kommenden Samstag (16. Februar 2019, 19:30 Uhr – Sporthalle Stadtmitte) wäre ein Sieg gegen die punktgleichen Kirchheim Knights deshalb doppelt wichtig. Doch bereits das Hinspiel hat gezeigt, dass dieser alles andere als einfach zu erringen sein wird. Am 10. Spieltag mussten die Tübinger vor heimischer Kulisse eine herbe 54:76 -Niederlage im Derby einstecken.

Ein besonderes Spiel für beide Trainer

Waren die Knights nach dem überraschend deutlichen Erfolg in Tübingen klar auf Playoff-Kurs, haben sich die beiden Mannschaften in den letzten Wochen tabellarisch wieder angenähert. Während es für die Tübinger zuletzt wieder aufwärts ging, rutschten die Teckstädter im Vergleich zum Hinspiel vom siebten auf den zehnten Rang in der Tabelle und stehen Dank dem derzeit gewonnenen direkten Vergleich einen Platz vor den Tigers. Der größte Unterschied zeigt sich jedoch auf der Trainerbank. Hier sitzt bei den Raubkatzen mit Georg Kämpf seit Januar ein neuer Cheftrainer. Auf der Gegenseite ist weiterhin Mauricio “Mauro” Parra für die Geschicke des Kontrahenten verantwortlich. Dass die beiden Cheftrainer nun erstmals aufeinandertreffen, scheint auf den ersten Blick nicht weiter spektakulär. Wer sich jedoch mit dem Tübinger Basketball auskennt, wird das Derby kaum erwarten können. Denn Kämpf und Parra verbindet eine gemeinsame Erfolgsgeschichte: Zusammen gelang mit Tübingen 2004 der Aufstieg in die erste Basketball Bundesliga – ein Erlebnis, das verbindet. Insgesamt war Parra an drei Stationen Co-Trainer unter Kämpf. Nicht ohne Grund nennt der Kirchheimer Head Coach sein Gegenüber seinen „Lehrmeister“. Und die beiden Trainer verbindet mehr als nur das Berufliche: „Wir sind sehr gute Freunde, haben eigentlich jede Woche Kontakt. Den werden wir vor dem Spiel natürlich vorübergehend einstellen, aber danach werden wir uns sicher auf ein Bier zusammensetzen“, so Kämpf vor dem Duell gegen seinen einstigen Assistenten.

Mit dem ehemaligen Tübinger Center Andreas Kronhardt hat ein weiterer Kirchheimer eine Vergangenheit bei den Raubkatzen. Mit durchschnittlich 8,1 Punkten und 5,0 Rebounds ist der mittlerweile 29-Jährige bester deutscher Punktesammler der „Ritter“. Ihn gilt es, wie Center-Kollege Keith Rendleman, aus dem Spiel zu nehmen. Für das zuletzt starke Center-Duo der Tigers um Enosch Wolf und Robertas Grabauskas keine einfache Aufgabe. Rendleman legt im Schnitt 11,9 Zähler auf und sammelt 5,7 Abpraller. Absoluter Leistungsträger der Knights ist derweil Rohndell Goodwin. Diesen hielten die Tübinger im Hinspiel zwar bei nur fünf Punkten, mit 17,8 Zählern über die Saison ist der Guard in der Regel aber eine echte Offensivwaffe und derzeit der beste Punktesammler der gesamten Liga. Genau wie Aufbauspieler DaJuan Graf, der nicht nur 12,5 Punkte erzielt, sondern auch starke 5,3 Vorlagen an den Mann bringt. Die restlichen Minuten verteilen sich derweil auf ein solides Gespann deutscher Akteure. Gleich sieben weitere Spieler stehen durchschnittlich zwischen knapp neun und 21 Minuten auf dem Parkett und bringen dem Kirchheimer Kader somit vor allem auf den deutschen Positionen viel Tiefe.

Stimme zum Spiel:

“Wir freuen uns natürlich auf das Derby. Wir haben aus dem Hinspiel einiges wieder gutzumachen. Zudem ist die Partie für beide Mannschaften von großer Bedeutung. Der Sieger kann wichtige Punkte mitnehmen, die im Kampf um die Playoffs am Ende entscheidend sein könnten. Wir denken aber weiterhin nur von Spiel zu Spiel und lassen uns davon nicht unter Druck setzen.” (Robert Wintermantel, Geschäftsführer ProBasket Tübingen GmbH)

Gut zu wissen

  • Erneut zahlreiche Unterstützung: Auch im Derby bei den Kirchheim Knights werden die Tübinger Fans ihre Tiger wieder mit voller Kraft unterstützen. Während die Supporters eine Zugfahrt ins nur knapp 60 Kilometer entfernte Kirchheim organisiert haben, machen sich die Neckar Tigers mit einem Fanbus auf den Weg zum Derby. Zudem werden viele Privatfahrer aus der Universitätsstadt erwartet. Ticket können noch im Online-Shop der Knights erworben werden.
  • Besonderes Spiel für Besnik Bekteshi: Nicht nur Mauro Parra und Andreas Kronhardt ist die Partie gegen die Tigers ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Auf Tübinger Seite hat Besnik Bekteshi eine tiefe Verbindung zur Teckstadt. Der Guard ist nicht nur in Kirchheim aufgewachsen, sondern fand dort auch zum Basketball. In der 2. Basketball Bundesliga schnürte sich der 26-Jährige zwischen 2011 und 2013 sowie zwischen 2015 und 2016 die Basketballschuhe für die Knights. Am Samstag wird die gesamte Familie Bekteshi dem Tübinger die Daumen drücken.
  • Tigers dritt-stärkstes Offensiv-Team der Liga: Die Tigers zählen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga eigentlich zu den besten Offensiv-Mannschaften. Mit durchschnittlich 83,3 erzielten Punkten belegen die Schwaben in der Scoring-Tabelle den dritten Platz. Kirchheim ist mit 74,5 Punkten im Schnitt in dieser Kategorie deutlich abgeschlagen. Doch ausgerechnet im Hinspiel zeigten die Tübinger ihre offensiv schwächste Saisonleistung. Nur 54 Punkte gelang der Mannschaft um Kapitän Tyler Laser. Dies soll sich am Samstag nicht nochmals wiederholen.
von Johannes Beyer