Bild: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Klare Sache im Derby! Ludwigsburg gewinnt mit 98:79

22 Mrz 2024

Die Tigers Tübingen haben im Derby gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg eine Überraschung verpasst. Gegen die Mannschaft von Trainer Josh King verloren die Raubkatzen vor 3.132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena schlussendlich deutlich mit 79:98 (42:48). Nach einem guten ersten Viertel, das mit 26:18 an den Gastgeber ging und gleichzeitig die höchste Tübinger Führung im Spiel war, brachen die Schützlinge von Trainer Danny Jansson vollkommen ein. Zwar versuchten die Tübinger kämpferisch alles, am heutigen Abend war der Power-Basketball der Gäste einfach eine Nummer zu groß für die Tigers. Offensiv fanden die Gastgeber einfach keinen Rhythmus und auch defensiv hatten sie den Ludwigsburgern phasenweise wenig entgegenzusetzen. Vor allem aus der Distanz gelang den Tübingern denkbar wenig. Gerade einmal sechs erfolgreiche Dreier bei 22 Versuchen (27 Prozent) konnten die Tigers für sich verbuchen – drei davon, als das Spiel längst entschieden war. Zudem gewährte man den Gästen mit 55 Prozent (37 von 67 Treffern) eine enorm hohe Feldwurfquote. Der größte Vorsprung des Siegers betrug beim Stand von 87:63 in der 34. Minute ganze 24 Zähler. Bester Tübinger Werfer war Rückkehrer Jhivvan Jackson mit 17 Punkten. Topscorer der Gäste war Jayvon Graves mit 20 Punkten.

Am kommenden Wochenende müssen die Tigers Tübingen bei den Würzburg Baskets antreten. Spielbeginn ist am Ostersamstag, den 30. März 2024, um 20 Uhr in der tectake ARENA in Würzburg. Die Franken sind mit dem ehemaligen Tübinger Zac Seljaas und 18 Siegen aus 24 Partien eine der positiven Überraschungen der laufende Runde 2023/2024 in der easyCredit Basketball Bundesliga.

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Erstes Viertel (26:18):

Die Tigers starteten gut ins erste Viertel. Evan Maxwell agierte engagiert und war für die ersten vier Zähler der Tigers nach zwei Minuten zuständig. Nach 70 Sekunden musste zudem Ludwigsburgs bester Rebounder Eddy Edigin mit zwei schnellen Fouls belastet auf die Bank. Die Raubkatzen zogen immer wieder zum Gästekorb und konnten so einige Fouls provozieren. Auch bei den Rebounds (10:8 im ersten Viertel) zeigten sich die Hausherren hellwach. Der erste Tübinger Treffer aus der Distanz von Georgios Kalaitzakis sorgte in der fünften Minute für den 11:4-Zwischenstand. Jansson brachte nun Rückkehrer Jackson und Erol Ersek. Ersek handelte sich aber binnen 13 Sekunden zwei Fouls ein und musste sich defensiv zurückhalten. Die Barockstädter kamen nun besser ins Spiel, während die Tigers einige Körbe liegen ließen. In der siebten Minute erzielte Jackson an der Freiwurflinie das 17:11 für seine Mannschaft. Beide Teams schenkten sich in einem packenden ersten Viertel nichts. Die Gäste suchten ihr Glück häufig aus der Distanz, wobei ihre Quote bescheiden blieb. Krišs Helmanis und Jackson harmonierten in der Schlussphase des ersten Viertels blendend miteinander und erzielten einige Punkte für die Tübinger. Mit der Schlusssirene versenkte Jimmy Boeheim dann zur Freude der Tigers-Fans einen Dreier zur 26:18-Führung.

Zweites Viertel (16:30):

Die King-Schützlinge starteten stark in den zweiten Durchgang und konnten nach zwei Minuten auf 25:28 an den Gastgeber herankommen. Beide Kontrahenten bewegten den Ball in der Offensive gut, allerdings fielen nun die Dreier der Gäste, während die Tübinger Distanzwürfe im zweiten Viertel immer wieder aus dem Ring kullerten – von insgesamt sechs Versuchen trafen die Tigers bis zur Pause keinen einzigen mehr. Diese kritische Phase unterbrach Coach Jansson in der 14. Minute beim Stande von 30:28 mit einer Auszeit. Es sollte zunächst nicht fruchten. Die Barockstädter waren nun auch deutlich aggressiver bei den Rebounds und erarbeiteten sich so viele zweite Wurfversuche. Gleich drei Offensiv-Rebounds der Gäste in drei Angriffen in Folge taten den Tigers weh, denn allesamt endeten mit zwei Zählern der Ludwigsburger, sodass die Tübinger in der 16. Minute mit 32:37 in Rückstand lagen. Angepeitscht von den Zuschauern versuchten die Raubkatzen dem Gegner Paroli zu bieten. Zudem sorgte Daniel Keppeler mit zwei Blocks in Folge dafür, dass den Tigers auch mal defensive Stopps gelangen. Aber auch die Defense der Gäste machte es den Tübingern schwer. Der Rückstand pendelte sich so bei jenen fünf Punkten ein. Starke 30 Punkte der Ludwigsburger sorgten in einem recht einseitigen zweiten Viertel letztendlich dafür, dass die Tigers mit einem 42:48-Rückstand in die Halbzeit gehen mussten.

Drittes Viertel (15:29):

Die Gäste starteten bärenstark in den dritten Spielabschnitt und schlossen gleich vier Mal erfolgreich aus der Distanz ab. Die Tigers agierten offensiv unglücklich und verdaddelten einige Bälle. Aufgrund des 2:12-Laufs wuchs der Rückstand bis zur 23. Minute auf 44:60 an. Jansson musste eine Auszeit nehmen. Die Tübinger Durststrecke beendete Jackson zwar in der 24. Minute aus der Distanz zum 47:60, doch die Ludwigsburger trafen in der Offensive weiter fast nach Belieben. Mitte des Viertels gelang den Hausherren dann wieder einige Stopps und auch vorne wollten wieder ein paar Bälle fallen. So konnte Jackson in der 26. Minute auf 51:62 verkürzen. Doch gerade als die Tübinger Fans wieder hofften, agierten die Gäste eiskalt. Ein 7:0-Lauf der Ludwigsburger sorgte in der 28. Minute für einen ernüchternden 53:71-Zwischenstand. Sinnbildlich für das Spiel waren die letzten Sekunden des Viertels. Die Tigers hätten mit dem letzten Angriff noch einmal auf 15 Punkte herankommen kommen. Aatu Kivimäki schob seinen Gegner vor einem Wurfversuch zu energisch zur Seite und kassierte sieben Sekunden vor dem Ende des Viertels ein offensives Foul. Die Gäste hingegen nahmen die Einladung dankend an und schlossen das Viertel mit einem Dreipunktspiel durch Jayvon Graves erfolgreich ab. So ging es mit einem 57:77-Rückstand in den letzten Spielabschnitt.

Viertes Viertel (22:21):

Auch das Schlussviertel begann denkbar ungünstig für den Gastgeber. Nach einen Foul von Kalaitzakis nach 49 Sekunden beim Stand von 59:77 verlangte King einen Videobeweis, weil er ein härteres Foul gesehen hatte. Die Schiedsrichter entschieden nach Ansicht der Szene auf ein disqualifizierendes Foul, sodass die Begegnung für den Griechen beendet war. Die Gäste aus Ludwigsburg schalteten nun einen Gang zurück, ohne dass die etwas frustrierten Tigers nennenswert verkürzen konnten. So pendelte sich der Rückstand bei ungefähr zwanzig Punkten ein. Nach 34 Minuten führten die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 87:63. Jackson konnte noch ein paar erfolgreiche Korbaktionen für sich verbuchen und wurde dann in der 36. Minute beim Stand von 67:91 ausgewechselt – einmal mehr war der US-Amerikaner Topscorer der Tigers Tübingen. In der 37. Minute erzielte Maxwell einen Dreier zum 73:93 – es war zugleich der zweite Tübinger Treffer aus der Distanz in der gesamten zweiten Halbzeit. Kurz darauf tat es ihm Mateo Šerić gleich und traf in der 38. Minute zum 76:95. Immerhin ging das letzte Viertel so noch knapp an die Tübinger, was letztendlich aber auch daran lag, dass die MHP RIESEN Ludwigsburg im Schlussviertel etwas vom Gas gegangen sind.

Die Stimmen zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Wir hatten einige gute Momente und einige schlechte Momente im Spiel. Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen. Im zweiten Viertel haben wir nicht mehr ausgeboxt, was Ludwigsburg zu vielen Punkten nutzen konnte. Im dritten Viertel hat unser Gegner einfach gut gespielt und einige wichtige Dreier getroffen. So sind sie immer weiter davongezogen. Im letzten Viertel haben wir noch einiges probiert, doch die Erfahrung von Ludwigsburg hat es verhindert, dass wir nochmals näher herangekommen sind. Ich muss Josh King und seiner Mannschaft zu dieser guten Leistung gratulieren.”

Josh King (Trainer MHP RIESEN Ludwigsburg): “Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Die letzten Tage waren nach der Niederlage gegen Bonn in der Basketball Champions Legaue nicht einfach. Tübingen ist ein schwieriges Team zu spielen, weil sie ganz anders auftreten als jede andere BBL-Mannschaft. Heute haben uns viele Spieler zum Sieg geführt, ich kann keinen einzelnen Akteur hervorheben. Der Schlüssel zum Sieg war unsere Defense in der zweiten Halbzeit. Dazu haben wir gleich zu Beginn vier wichtige Dreier getroffen. Nun haben wir etwas Zeit, um zu regenerieren und uns auf Ulm vorzubereiten. Der April wird zudem ein wichtiger Monat für uns. Wir wollen bereit sein.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Update zum Personal: Für Zachheus Darko-Kelly kam das Spiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg weiterhin zu früh. Zwar versuchte der 26-Jährige nach seiner Sprunggelenksverletzung unter der Woche wieder ins Training einzusteigen, musste wieder abbrechen. Zurück im Kader war jedoch Spielmacher Jhivvan Jackson. Dank intensiver physiotherapeutischer Behandlung sowie Individualtraining mit Athletiktrainer Daniele Malengo war ein Einsatz für den US-Amerikaner möglich. Mit 17 Zählern war der Spielmacher erneut Topscorer der Raubkatzen. Aufgrund dieser Personalie entschied sich Trainer Danny Jansson, dass Kapitän Gianni nicht dem Kader angehört.

Premiere für neue Technik: Für die Mitarbeiter des Kampfgericht, des Scoutings und des Videobeweises startete die Vorbereitung für das Derby bereits am Dienstagnachmittag mit der Einweisung der neuen Bedienelemente am Tisch zur Durchführung der Spiele in der easyCredit Basketball Bundesliga. Sämtliche Geräte und Bedienelemente wurden auf den neuesten Stand der Technik umgerüstet. Ein großer Dank geht an Herrn Rico Gericke von LED Visual aus Dresden, der sich in den vergangenen Woche mit seinen Mitarbeitern der Aufgabe annahm. In diesem Zug wurden auch die Würfel auf den Körben entsprechend getauscht. Ein großes Dankeschön gilt auch Claudia Patzwahl (Geschäftsführerin), Tobias Kienzle (Prokura), Andrea Barthelmess (Assistent der Geschäftsführung) sowie den Hausmeistern Uwe Grauer, Lorenzo Hinss und Rolf Mende von der Tübinger Sporthallenbetriebs mbH für die engmaschige Begleitung und Umsetzung!

Ausverkauftes Derby!: Die Partie der Tigers Tübingen gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg fand zum sechsten Mal vor ausverkaufter Kulisse mit 3.132 Zuschauern statt. Die bisherigen 14 Partien der Raubkatzen verfolgten damit durchschnittlich 2.921 Personen in der Paul Horn-Arena. Weitere ausverkaufte Begegnungen waren die Spiele gegen Ulm, Berlin, Bamberg, München und Crailsheim. Dazu kommen 2.995 Fans gegen Oldenburg, 2.990 Personen gegen Göttingen, 2.964 Zuschauer gegen Heidelberg, 2.878 Leute gegen Chemnitz, 2.757 Zuschauer gegen Weißenfels, 2.428 Fans gegen die Würzburg und 2.164 Leute gegen Bonn. Total macht dies 21.365 Personen im Tübinger Dschungel. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

von Tobias Fischer