Bild: ROSTOCK SEAWOLVES

“Die Spieler sind selbstkritisch genug, dass sie nicht gut waren” – Tigers vor dem Heimspiel gegen Rostock

10 Okt 2019

Kaum Zeit zum großen Nachdenken haben die Tigers Tübingen nach der ersten Saisonniederlage am Mittwoch bei den MLP Academics Heidelberg. Bereits am Samstag (20 Uhr, Paul Horn-Arena) geht es für die Schützlinge von Trainer Doug Spradley mit dem zweiten Heimspiel am fünften Spieltag weiter. Mit den ROSTOCK SEAWOLVES gastiert der letztjährige Aufsteiger im Tübinger Dschungel, welcher gleich auf Anhieb die Playoffs erreichte. Die Erinnerungen an die Seestädter sind jedoch nicht gut. Beide Duelle gingen in der vergangenen Spielzeit 2019/2020 verloren. Das Heimspiel am 11. Januar diesen Jahres ging denkbar knapp mit 83:84 verloren. Es war gleichzeitig das letzte Spiel von Trainer Aleksandar Nadjfeji als Head Coach bei den Raubkatzen.

Die Partie wird ab 19:45 Uhr live auf airtango.live übertragen. Nach dem Internetausfall beim Saisonauftakt gegen den FC Schalke 04 ist das Tübinger Management positiv gestimmt, dass eine Übertragung dieses Mal gelingen wird. Ein Testlauf wurde jüngst positiv durchgeführt. Tickets für das Spiel gegen die SEAWOLVES gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Tigers-Onlineshop und am Spieltag ab 19 Uhr an der Abendkasse.

Rostock – drei Spiele, zwei Niederlagen

Mit zwei Heimspielen ist das Team aus Mecklenburg-Vorpommern in die Saison 2019/2020 gestartet. Zum Auftakt gab es eine 74:83-Niederlage gegen das Topteam aus Jena.  Das zweite Saisonspiel konnte das Team von Cheftrainer Milan Škobalj gegen den letztjährigen Finalisten aus Nürnberg deutlich mit 94:73 für sich entscheiden. Am dritten Spieltag kassierten die Ostdeutschen eine 85:89 beim diesjährigen Aufsteiger Bayer Giants Leverkusen.

Bei der Zusammenstellung des Teams legte Head Coach Škobalj besonders hohen Wert auf die Erfahrung seiner Spieler. Mit einem Altersschnitt von 24,8 Jahren stellt Rostock das dritt-älteste Team der Liga in der Saison 2019/2020. Mit Michael Jost (30) Martin Bogdanov (26) gelang es des SEAWOLVES zwei Routiniers als Eckpfeiler des Teams zu halten. Über die Vertragsverlängerung mit Martin Bogdanov (11,7 ppg, 5,3 apg), sagt SEAWOLVES-Manager Jens Hakanowitz: “Wir können uns glücklich schätzen, einen so routinierten Point Guard im Team zu haben.” Unter den Körben tragen mit Tom Alte und Michael Jost zwei bekannte Gesichter weiterhin das Trikot der Gäste. Alle ausländischen Spieler verließen hingegen den kommenden Gegner der Raubkatzen und suchten sich neue Herausforderungen.

Die deutschen Spieler dominieren

Dies heißt natürlich auch für das Trainerteam, vier neue ausländische Spieler zu integrieren. Ein Grund womöglich, warum es bei der Škobalj-Truppe noch nicht ganz so rund läuft. Dies wird auch durch die Statistiken belegt: Mit Grant Sitton und Malik Pope erreichen zwei Spieler aktuell nur 8,7 Zähler pro Partie. Mit Bogdanov, Alte (11,3 ppg) sowie die Neuzugang Kalidou Diouf (15,3 ppg, 6,0 rpg) und Mauricio Marin (11,3 ppg) dominieren gleich vier deutsche Akteure bei den SEAWOLVES. Das ist ungewöhnlich für ein ProA-Team, jedoch können sich diese Werte im Laufe einer Saison noch in alle Richtungen verändern. Für die Tübinger Zuschauer wird allem der Auftritt von Marin, der in der Saison 2015/2016 in Tübingen spielte, interessant sein.

Mit A2-Nationalspieler Haris Hujic gelang es den Gästen, ein verheißungsvolles Talent für sich zu gewinnen. Seine sportliche Jugendzeit verbrachte Hujic nahe seiner Heimat Lüdenscheid bei Phoenix Hagen. Dort gewann er neben der Auszeichnung zum wertvollsten Spieler (MVP) der NBBL Saison 2014/2015 auch die NBBL All Star Game MVP-Trophäe. Der 22-Jährige wechselte im Sommer von den EWE Baskets Oldenburg an die Ostsee. Dort spielte er in der vergangenen Spielzeit in der BBL und der ProB. Des Weiteren konnte der Combo-Guard bereits erste internationale Erfahrung in der Basketball Champions League sammeln.

Konzentration auf den Gegner, aber auch der Fokus auf die eigene Leistung – das muss das Ziel für die Raubkatzen sein. “Gegen Heidelberg hat uns insgesamt die Intensität gefehlt. Diese ist aber notwendig, um in der Defense bestehen zu können”, weiß Spradley, der mit der Leistung von vielen Spielern nicht einverstanden war. Vor allem das Reboundverhalten, die fehlenden Assists und die Kampfbereitschaft missfielen dem Deutsch-Amerikaner. Dies soll nun am Samstag gegen Rostock besser werden. “Das ist ein Lernprozess. Wir sind noch eine junge Mannschaft, da fehlt vielleicht auch etwas die Erfahrung. Die Spieler sind selbstkritisch, dass sie nicht gut waren”, so der 53-Jährige, der sich aber auf das nächste Heimspiel freut. “Das eigene Publikum gibt immer Energie, das ist wichtig”, sagt Spradley. Auch Point Guard Diante Baldwin blickt nach vorne: “Wir wollen diese Niederlage mit einer guten Leistung gegen Rostock ausbügeln. Jeder von uns Spielern muss einfach mehr Einsatzbereitschaft in der Defense bringen, dann läuft auch die Offense einfacher”, so der 25-Jährige.

Gut zu wissen: 

  • Das Regionalliga-Team des SV 03 Tigers Tübingen spielt ebenfalls am Samstag. Das Auswärtsspiel beim TV Idstein steigt um 18 Uhr. Der Aufsteiger aus Hessen ist gut in die Runde gestartet. Aus drei Partien konnten zwei Spiele siegreich gestaltet werden. Ein etwas anderes Bild bei der Truppe von Trainer Manu Pasios, welches nur eine Begegnung von drei Spielen gewinnen konnte. Somit werden die Youngsters nicht bei der ProA im Kader stehen.
  • Philipp Neumann startet nach seiner Fingerverletzung am heutigen Donnerstag wieder mit dem Training. Ob der 27-Jährige aber bereits am Samstag gegen Rostock wieder dem Kader angehören wird, ist noch unklar. “Das wissen wir heute noch nicht. Die bisherige Ausfallzeit war aber keine verlorene Zeit, im Bereich seiner Fitness konnte er einen Schritt nach vorne machen”, so Spradley.
  • Ab kommenden Samstag ist Viva con Agua wieder im Tübinger Dschungel vertreten. Bereits in der vergangenen Saison kooperierten der im Hamburger Stadtteil gegründete gemeinnützige Verein und die Tigers Tübingen eng miteinander. Die ambitionierte Vision von Viva con Agua ist es, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser erhält. Wer dazu einen Teil beitragen möchten, kann im Rahmen der Tigers-Heimspiel seine Pfandbecher beim Viva con Agua-Stand in der Paul Horn-Arena abgeben. Jeder gespendete Becher zählt!