Basketball 2. Bundesliga 2020/2021 3. Spieltag 01.11.2020 Tigers Tuebingen – Uni Baskets Paderborn Isaiah Crawley (re, Tigers) gegen Garrett Sams (li, Paderborn) FOTO: ULMER Pressebildagentur xxNOxMODELxRELEASExx

Dramatischer 103:101-Erfolg über Paderborn

01 Nov 2020

2,1 Sekunden vor dem Ende des Spiels schien das glücklichere Ende auf Seiten der Gäste zu liegen. Roland Nyama griff beim Stand von 101:100 für die Tigers einen Defensivrebound, ließ sich den Ball aber von Demetrius Ward aus der Hand reißen. Dieser wurde dann mit eben diesen 2,1 Sekunden auf der Uhr gefoult und durfte an die Freiwurflinie. Dort vergab er den ersten Wurf, setzte den zweiten aber in die Reuse der Hausherren. Nach einer Auszeit warfen die Tigers den Ball an der Mittellinie ein. Der Ball ging zu Troy Simons, der mit der Sirene den Siegkorb erzielte. Der Saisonauftakt war geglückt. Eine herausragende Leistung zeigte heute auch Josh Sharkey, der neben 28 Punkten auch zwölf Assists an den Mann brachte und am Ende einen Effektivitätswert von 40 erreichte. Auf Paderborner Seite erzielte Drew Cushingberry 23 Zähler. Joseph Grant Benzinger erzielte seine 20 Paderborner Punkte allesamt vor dem Seitenwechsel und blieb im zweiten Durchgang ohne Zähler. Insgesamt sahen rund 400 Zuschauer das erste und letzte Spiel vor dem Lockdown. Weniger haben eine Zweitligapartie der Tübinger zuletzt 1999 besucht, als Martin Brazda recht erfolglos an der Seitenlinie stand. Hier geht’s zu Statistik!

Erstes Viertel:

Ganze sechs Sekunden dauerte das Spiel, ehe Enosch Wolf die ersten Tigers-Punkte der Saison erzielte. Die Tigers gingen mit viel Energie in die Partie und erspielten sich eine schnelle 7:4-Führung. Probleme bereitete der Defensivabteilung der Tübinger zunächst Benzinger, der gleich zehn Paderborner Zähler in den ersten fünf Minuten erzielen konnte. Die Einwechslung von Nyama brachte viel Energie ins Tübinger Spiel. Zunächst verstopfte er sich bei einem Dunking-Versuch, ehe er elf Zähler in nur fünf Spielminuten sammelte. Ein 13:0-Lauf brachte die Tigers mit 22:15 in Front. Mit einer 27:25-Führung ging es kurz darauf in die erste Viertelpause.

Zweites Viertel:

Das zweite Viertel begann aus Tübinger Sicht unglücklich für einen Youngster: Mirjan Broening sammelte in knapp zwei Minuten drei Fouls, wurde aber von Coach Danny Jansson zunächst auf dem Feld gelassen. Erst nach vier Minuten wurde er dann beim Stand von 37:36 ausgewechselt. Kurz darauf stand es wieder 42:45 aus Sicht der Tübinger (16. Minute), was vorrangig an dem Paderborner Benzinger lag, der bis zu diesem Zeitpunkt 20 Punkte erzielte. Da sich die Tigers in der Folge einige Unkonzentriertheiten wie Schrittfehler oder verlegte Korbleger erlaubten und auch die offenen Würfe nicht mehr fallen wollten, ging es mit einem 48:51-Rückstand in die Kabine.

Drittes Viertel:

Dem Tübinger Eigengewächs Timo Fischer war es vorbehalten, mit einem Dreier aus der Ecke kurz nach der Pause für den Ausgleich zu sorgen. In den folgenden Minuten entwickelte sich ein temporeiches, enges Spiel. Zwei erfolgreiche Gäste-Dreier sorgten dann in der 25. Minute für einen 61:66-Rückstand der Tigers. Doch das junge Tübinger Team hielt geduldig dagegen und wartete in der Offensive auf gute Wurfgelegenheiten. Ein Dreier von Gianni Otto sorgte in der 18. Minute für den 69:69-Ausgleich. Die Baskets antworteten ihrerseits mit zwei erfolgreichen Distanzwürfen, was Tigers-Coach Jansson zu einer Auszeit zwang. Da die Tigers-Defensive nicht bissig genug agierte, ging es mit einem 74:81-Rückstand ins Schlussviertel.

Viertes Viertel:

In den ersten Minuten des Schlussabschnittes versuchten die Tigers, den Rückstand mit allen Mitteln zu verkürzen. Allerdings waren auch schlechte Würfe dabei, während die Paderborner ihre Länge unter dem Korb ausspielten und so betrug der Rückstand erstmals über zehn Punkte (76:87). In der Folge passierte zunächst nicht viel, ehe Neuzugang Isaiah Crawley fünf Punkte in Folge erzielte und dann Kollege Simons an der Dreierlinie mustergültig bediente – 87:90 und noch 4:19 zu spielen. Die letzten zwei Minuten hatten es dann nochmal in sich. Die Tigers verteidigten die Führung bis Sekunden vor dem Ende, ehe sich Nyama einen Defensiv-Rebound griff. Der Rest ist Geschichte.

Stimmen zum Spiel: 

Steven Esterkamp (Trainer Uni Baskets Paderborn): “Am Ende hatte Tübingen einige Stops und sie haben schwierige Würfe getroffen. Tübingen hat den Sieg verdient. Simons hat den schwierigen Wurf mit einer Hand in seinem Gesicht getroffen. Wir haben ihn nicht schlecht verteidigt.”

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Nach diesem Spiel bin ich beinahe so alt wie Gandalf, etwa 2000 Jahre alt. Wie sich jeder denken kann, bin ich mit unserer heutigen Verteidigung nicht zufrieden. Es geht dabei gar nicht um den Score an sich, sondern wieviel leichte Punkte wir kassiert haben. Darauf werden wir uns im Training konzentrieren. Nach acht Wochen Vorbereitung war das heute natürlich ein ganz wichtiger Erfolg.”

Dschungelgeflüster:

Erstes Spiel mit neuen Partnern: Beim Saisonauftakt gegen Paderborn präsentierten sich die Tigers im neuen Outfit. Erstmals in der Geschichte des Tübinger Basketballs ziert ein Logo die Hinterseite der Hose: 32 gesunde Zähne – Dr. Thomas Schnabel – ein Zentrum für Zahngesundheit aus Mössingen. Auf der Brust strahlte das Logo von Immobilien Merz. Herzlich willkommen in der Tigerfamilie!

Co-Kommentator Hänig: Kurzfristig als Co-Kommentator für den Internet-Stream sprang Rouven Hänig aus dem Regionalliga-Team ein. Mit seiner Basketball-Expertise führte der 34-jährige souverän durch das Spiel.

Dankeschön an alle Helfer: Ein großes Dankeschön gebührt dem Team hinter dem Team. Ob Catering-Personal, Kampfrichter, Scouting-Team, Wischer, Ärzte, Physiotherapeuten, Ordner, Servicekräfte im VIP-Bereich, Streaming-Personal oder Homepage-Team. Ohne euch wäre heute wenig möglich gewesen!