Basketball 2. Bundesliga 2020/2021 9. Spieltag 05.12.2020 Tigers Tuebingen – Rostock Seawolves Roland Nyama (li, Tigers) gegen Sid-Marlon Theis (re, Rostock) FOTO: ULMER Pressebildagentur xxNOxMODELxRELEASExx

Großer Kampf wird nicht belohnt – 90:96-Niederlage gegen die ROSTOCK SEAWOLVES

05 Dez 2020

Die Tigers Tübingen haben nach vierwöchiger Spielpause das Heimspiel gegen den Aufstiegs-Kandidaten ROSTOCK SEAWOLVES nach großem Kampf mit 90:96 (40:44) verloren. Gut drei Minuten vor dem Ende hatten die Raubkatzen noch mit 90:83 geführt, ehe zwei Dreier der Rostocker das Spiel wieder eng machten. Auch eine Auszeit von Coach Danny Jansson konnte diesen Lauf nicht mehr unterbrechen. Der Ex-Tiger Sid-Marlon Theis legte einen weiteren Dreier nach, die jungen Tübinger hatten es schwer, zu punkten. Die Gäste spielten hingegen ihre Erfahrung aus und legten in den letzten drei Minuten einen 13:0-Lauf aufs Parkett. Trotz großem Kampf blieb somit nichts Zählbares in Tübingen.

Elias Valtonen auf Tigers-Seite zeigte nach seiner Länderspielreise mit Finnland ein klasse Spiel (21 Punkte, fünf Rebounds und sechs Assists), wurde aber vom iranischen Nationalspieler auf Rostocker Seite – Behnam Yakhchali – übertrumpft, der mit 34 Punkten Topscorer wurde. Hier geht’s zur Statistik!

Erstes Viertel: Der Beginn der Partie war zerfahren. Beide Teams drückten zwar ordentlich aufs Tempo, ließen es aber an Struktur vermissen und nahmen teils recht wilde Würfe. Nach drei Minuten stand es 5:5, ehe der Ex-Tübinger Theis für das erste Highlight sorgte. Trotz Foul traf er aus der Distanz und netzte auch den anschließenden Freiwurf ein. Valtonen verkürzte ebenfalls aus der Distanz, ehe erneut Theis drei Punkte zum 8:12 aus Tübinger Sicht erzielen konnte. Theis schenkte den Tübingern sogar noch einen weiteren Dreier ein, ehe die stärkste Phase der Tübinger folgte. Ein 7:0-Lauf zum 15:15 zwang Rostocks Coach Christian Held zu einer Auszeit. Held fand die richtigen Worte, denn nun gelang den Seawolves ihrerseits ein 8:0-Lauf. Mit einem 18:25-Rückstand ging das erste Viertel zu Ende. Je zehn der 20 Gästepunkte gingen auf das Konto von Theis und Yakhchali.

Zweites Viertel: Die erste Minute des zweiten Abschnittes blieb auf beiden Seiten punktlos, ehe Isaiah Crawley einen Monsterrebound am offensiven Brett einsammelte und den Ball zum 20:25 in die Reuse legte. Nachdem Besnik Bekteshi einen Dreier nachgelegt hatte, war das Spiel wieder offen – und auf Rostocker Seite kam der Iraner Yakhchali zurück. Dennoch eroberten sich die Tigers in Person von Josh Sharkey die Führung zum 28:27. Die Verteidigung stand auch deutlich besser und gestattete den Gästen nur sechs Punkte in den ersten fünf Minuten. Danach übernahm zwar wieder Yakhchali auf Seiten der Ostdeutschen und schraubte seine Punkteausbeute bis zum Pausentee auf 17 Zähler. Die Tigers bissen sich jedoch fest und ließen sich nicht mehr abschütteln. Die Defense tat bis auf zwei Unkonzentriertheiten am Ende ihr übriges und so ging es mit einem 40:44 in die Kabinen.

Drittes Viertel: Mit einem Bekteshi-Dreier starteten die Tigers in die zweite Hälfte. Ohnehin fanden die beiden Teams Gefallen daran aus der Distanz zu werfen und so Punkte zu sammeln. Der achte erfolgreiche Distanzwurf der Tübinger durch Gianni Otto brachte die Hausherren wieder in Schlagweite. Kurz darauf war es Valtonen der in der 25. Minute mit einer spektakulären Aktion für die 55:54-Führung sorgte. Valtonen und Otto gehörten auch die nächsten Minuten. Einen genialen Otto-Pass stopfte Valtonen durch die Reuse, kurz darauf war es ein Otto-Dreier zum 60:56 – Held benötigte eine Auszeit. Getragen vom überragenden Yakhchali, der zu diesem Zeitpunkt bereits 28 Punkte sammeln konnte, kam Rostock wieder zurück. Es entwickelte sich ein dramatisches Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Mit einer 75:74-Führung gingen die Tigers ins Schlussviertel.

Viertes Viertel: In den ersten Minuten des Schlussviertels verteidigten die Hausherren die Führung nicht nur, sondern konnten diese nach einem Dreipunktspiel des bockstarken Valtonen gar auf sieben Zähler ausbauen (83:76). In der Verteidigung gewannen sie zunehmend Selbstvertrauen, machten den Rostockern das Leben schwer und fighteten um jeden Ball. Und während bei den Gästen weiterhin fast alles von Yakhchali abhing, verteilte sich die Offensivlast der Raubkatzen auf mehrere Schultern, getragen jedoch vom überragenden Valtonen. Die Führung pendelte sich bei sieben Punkten ein, ehe die Seawolves ihren 13:0-Lauf starteten. So stand es am Ende 90:96 aus Sicht der Tigers.

Die Stimmen zum Spiel:

Danny Jansson (Coach Tigers Tübingen): “Im Moment bin ich natürlich enttäuscht, da wir mit neun Punkten geführt haben. Wir hatten das Spiel eigentlich in der Tasche und hätten es nur noch nach Hause bringen müssen. Wir hatten einige gute Momente, vor allem zu Beginn des Schlussviertels. Die letzten drei bis vier Minuten waren nicht so toll. Da haben wir ein paar Würfe nicht getroffen und in der Offensive den Ball zu oft verloren. Wir wussten, dass Yakhchali ein klasse Spieler ist, den man nicht komplett aus dem Spiel nehmen kann. Er hat 34 Punkte gemacht – ich hätte mir gewünscht, dass wir es ihm etwas schwerer gemacht hätten.”

Christian Held (Trainer Rostock Seawolves): “Wir mussten alles investieren, um ins Spiel zurück zu kommen. Ich bin stolz darauf, wie die Mannschaft das gemacht hat. Wir haben es am Ende defensiv sehr gut gelöst und die Stopps bekommen, als wir sie brauchten. Wir haben nicht den Kopf verloren und es als Team zu Ende gebracht. Respekt an mein Team! Tübingen hat einen Riesenjob gemacht und über die letzten Wochen eine tolle Entwicklung hingelegt. Hut ab dafür.”

Dschungelgeflüster:

Sid-Marlon Theis zurück im Dschungel:  In der Saison 2017/2018, dem letzten BBL-Jahr der Tübinger Basketballer, trug Sid-Marlon Theis noch das Trikot der Tigers. Nach dem Abstieg ging es je eine Saison nach Jena und Bremerhaven. In diesem Sommer schloss sich der 27-jährige den SEAWOLVES an, für die er bislang rund zehn Punkte im Schnitt erzielen konnte. Hierfür benötigte Theis heute nur das erste Viertel. Am Ende sammelte er 18 Punkte.

Der Co-Trainer musste übernehmen: Am heutigen Tag mussten die Gäste ohne Head Coach Dirk Bauermann auskommen. Bauermann kassierte beim Spiel gegen die Artland Dragons früh zwei technische Fouls und bekam eine Spielsperre aufgebrummt, die er in Tübingen absaß. Bauermann war in Tübingen dabei und trainierte gestern und heute mit seinem Team. Beim Spiel war Bauermann aber nicht in der Halle und wurde von seinem Co-Trainer Christian Held vertreten.

Personalien: Matti Sorgius stand nach überstandener Verletzung (Vorstufe eines Ermüdungsbruchs im Fuß) erstmals im Kader der Tübinger. Zu einem Einsatz reichte es für den 19-jährigen heute noch nicht. Auch Josh Sharkey (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Isaiah Crawley (Sprungelenksverletzung) meldeten sich nach mehrwöchiger Pause zurück. Sharkey kam dabei auf zwölf Punkte und fünf Assists,  Crawley erzielte elf Punkte und sammelte zudem fünf Rebounds. Verzichten mussten die Tigers hingegen auf Enosch Wolf, der aufgrund einer Handverletzung pausieren muss.