Bild: Tilo Wiedensohler /camera4

Herbe Abreibung in Berlin! Das 69:112 ist die höchste Niederlage im laufenden Wettbewerb

16 Mrz 2024

Die Tigers Tübingen haben das Auswärtsspiel bei ALBA BERLIN vor 10.646 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena mit 69:112 (34:56) verloren. Für die Mannschaft von Trainer Danny Jansson war es gleichzeitig die höchste Niederlage in der laufenden Spielzeit 2023/2024 in der easyCredit Basketball Bundesliga. Bis zur zwölften Minuten waren die Schwaben beim Stand von 28:26 prächtig im Spiel. Im Anschluss zogen die Schützlinge von ALBA-Trainer Israel González aber mächtig die Zügel an. Und dies, obwohl die Berliner mit Khalifa Koumadje (Sperre), die Verletzten Justin Bean, Matteo Spagnolo und Gabriele Procicda verzichten mussten. Sterling Brown stand zwar im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Mit dem privat verhinderten Žiga Samar war das halbe Dutzend an nicht spielenden Spielern perfekt. Die Teamkollegen ließen im weiteren Verlauf des Spiels aber nichts anbrennen. Mit einem 24:1-Lauf zum 50:29 nach 18 Minuten spielte sich der Gastgeber vorzeitig auf die Siegerstraße. Auch nach der Halbzeit (56:34) agierte nur noch ALBA BERLIN. In der 38. Minute erzielte Louis Olinde mit dem 110:64 die höchste Führung im Spiel. Wenig später hatte der Spuck für die Schwaben ein Ende. Insgesamt agierten die Gäste nach dem guten Start zu ängstlich und leisteten sich mit 26 Ballverlusten enorm viele Fehler. Jeder Tübinger Spieler hatte mindestens ein Turnover auf dem Konto. Einfach zu viel, um gegen die Hauptsädter in die Nähe einer Chance kommen zu können. Die Rebounds lagen mit 38:24 beim Sieger. Bis auf die Blocks (5:2) lagen alle weiteren Statistiken bei den Berlinern. Stark waren auch 55 Prozent Trefferquote des Siegers aus der Distanz (zwölf von 22 Treffern). Angeführt wurde die González-Truppe von Malte Delow und Martin Hermannsson mit jeweils 17 Zählern. Bei den Raubkatzen punktete Mateo Šerić mit 16 Punkten als einziger Spieler zweistellig. Trotz der herben Abreibung bleiben die Schwaben vorerst weiter auf dem 16. und ersten Nicht-Abstiegsplatz.

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Bereits am Freitag, den 22. März 2024, eröffnen die Tigers Tübingen den 25. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga. Dabei treffen die Raubkatzen im Derby auf die MHP RIESEN Ludwigsburg. Tickets für die Begegnung gibt es im Onlineshop, allerdings sind nur noch ausreichend Stehplätze verfügbar.

Erstes Viertel (21:24):

Die Gäste starteten zunächst ganz gut in die Partie. Šerić erzielte die ersten vier Zähler der Begegnung zum 4:0 für seine Mannschaft, gespielt waren 57 Sekunden. Auf der Gegenseite konnte sich Olinde mit fünf Zählern in Serie zum 5:4 nach zwei Minuten für ALBA BERLIN in Szene spielen. Die Anfangsminuten gestalteten sich recht munter auf beide Seiten. Šerić steuerte die kommenden sieben Punkte für die Schwaben zum 11:10 nach fünf Minuten bei. Dabei gelangen dem 24-Jährigen satte drei Dreier in Folge. Die Führung wechselte mehrfach hin und her, die Zuschauer sahen ein interessantes Spiel. ALBA-Trainer González wechselte dabei schon früh die Bank durch. So war es Timo Lanmüller, dem bis zur neunten Minute zwei weitere Dreier in Serie gelangen – die Raubkatzen führten mit 22:21. Den Schlusspunkt setzte Krišs Helmanis mit einem Floater zur 24:21-Pausenführung. Die Berliner Verteidigung war in den ersten Minuten noch sehr löchrig, was die Jansson-Schützlinge gut ausnutzen konnten. Šerić war mit zehn Punkten Topscorer der Partie, beim Gastgeber traf Delow mit sieben Punkten am besten. Die Rebounds lagen mit 8:5 beim Favoriten. Interessant waren die Ballverluste mit jeweils sechs an der Zahl auf beiden Seiten.

Zweites Viertel (35:10):

Weltmeister Johannes Thiemann erzielte in der elften Minute seine ersten zwei Punkte zum 26:26-Zwischenstand. Georgios Kalaitzakis konnte eine Minute später noch auf 28:26 erhöhen, im Anschluss war die Tübinger Herrlichkeit aber vorbei. Till Jönke sammelte in 83 Sekunden drei Fouls, die Schwaben hatten zudem die Teamfoulgrenze bereits nach 13 Minuten erreicht. Alle zwölf Spieler waren zu diesem Zeitpunkt bereist auf dem Feld. Während die Berliner die Intensität in der Defense deutlich erhöhten, produzierten die Raubkatzen Fehler um Fehler. Teils erzwungen, teils völlig leichtfertig verschuldet. Im Anschluss waren die Tigers völlig von der Rolle. Bis zur 16. Minute legte ALBA einen 11:0-Lauf auf das Parkett, den Šerić erst mit einem von zwei Freiwürfen zum 29:37 stoppen konnte. Es sollte jedoch noch schlimmer kommen. Krešimir Nikić vollendete einen 24:1-Lauf zum 50:29 nach 18 Minuten. Die Partie war bereits frühzeitig entschieden. Die Hauptstädter dominierten die Partie nach Belieben. Den letzten Korb des zweiten Viertels war Aatu Kivimäki vorbehalten, der in der Schlussminute einen Dreier zum 34:56-Pausenstand verwandelte. Matt Thomas für Berlin und Šerić für Tübingen führten die Punktwertungen für beide Kontrahenten mit jeweils elf Zählern an. Die Rebounds lagen mit 18:9 beim Gastgeber, dazu leistete sich die Jansson-Truppe bereits 17 Ballverluste.

Drittes Viertel (32:16):

Im dritten Abschnitt ging die Partie so weiter, wie sie aufgehört hatte. Berlin kontrollierte und dominierte das Spiel. Matt Thomas traf nach 18 Sekunden einen Dreier zum 59:34, den Šerić umgehend zum 36:59 kontern konnte. ALBA beherrsche vor allem auch die Bretter, dazu war der Tübinger Gegner einfach wacher, besser und schneller im Spiel. Delow erhöhte für den Gastgeber nach 13 Minuten auf 68:41. Auch mit den Freiwürfen hatten die Schwaben Probleme. Kivimäki verlegte direkt im Anschluss beide Würfe nach einem unsportlichen Foul von Olinde. Tim Schneider erhöhte in Minute 16 beim Stand von 73:43 auf eine Differenz von 30 Zählern. In dieser Phase war nur Daniel Keppeler auf Tübinger Seite ein Lichtblick. Dem Center gelangen sechs Zählern in Serie zum 47:77-Zwischenstand nach 27 Minuten. Exakt 160 Sekunden vor Ende des dritten Viertels nahm Jansson beim Stand von 47:81 eine Auszeit und stauchte seine Schützlinge in aller Deutlichkeit zusammen. Ein Dreier von ALBA-Spielmacher Hermannsson zum 88:50 beendete den dritten Abschnitt. Delow war mit 17 Punkten Topscorer der Partie, auf Tübinger seite traf Šerić mit 13 Zählern am häufigsten. Die Rebounds sprachen mit 27:16 für die Berliner eine deutliche Sprache. Dazu leisteten sich die Raubkatzen schon 22 Ballverluste.

Viertes Viertel (24:19):

Zwar eröffnete der solide Šerić per Dreier nach zwölf Sekunden den Schlussabschnitt zum 53:88, es folgte aber ein erneuter 8:0-Lauf der Spreestädter. Hermannsson traf final zum 96:53, Jansson nahm nach 87 Sekunden eine weitere Auszeit. Der Finne wusste, dass die Partie längst entschieden ist und versuchte seine Akteure nun aufzubauen. “Habt einfach ein wenig mehr Spaß im Spiel”, adressierte der 44-Jährige ruhige Worte an sein spielendes Personal. Doch ALBA kannte an diesem Abend keine Gnade und spielte weiter zielgerichtet nach vorne. Olinde sorgte mit zwei Zählern zum 104:59 nach 36 Minuten für die bisher höchste Führung in der Begegnung. Tigers-Kapitän Gianni Otto gelang direkt im Anschluss ein weiter Dreier mit Brett zum 62:104. Center Evan Maxwell musste nach 38 Minute mit dem fünften Foul beim Stand von 64:106 das Feld verlassen. Die Partie lief für den US-Amerikaner komplett vorbei, in knapp elf Minuten blieb der 28-Jährige ohne einen Punkt und Rebound. Auch von seinen Teamkollegen kam nicht mehr viel. 157 Sekunden vor dem Ende war es erneut Olinde, der mit dem 110:64 für die größte Differenz im Spiel sorgte. Den Schlusspunkt setzte Hermannsson wenige Sekunden vor Ertönen der Sirene zum 112:69. Der Albtraum war für die Tigers Tübingen beendet.

Die Stimmen zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Heute haben wir mal wieder unsere größte Schwäche offenbart – unsere fehlende Konstanz. Die Hauptrunde neigt sich langsam dem Ende entgegen und es ist uns bisher nicht gelungen, diese Schwäche zu beheben. Wenn du ein EuroLeague-Team so Momentum aufbauen lässt, ist das Spiel schnell entschieden. ALBA hatte dann keine Gnade mehr mit uns und alles, was wir uns zu Beginn erarbeitet hatten, war schnell verloren.“

Israel González (Trainer ALBA BERLIN): „Ich bin sehr zufrieden mit unserer heutigen Leistung. Zu Beginn hatten wir noch einige Probleme, weil Tübingen sehr physisch aufgetreten ist. Daran mussten wir uns kurz gewöhnen. Dann sind wir aber stark aufgetreten. Vor allem in der Offensive haben wir den Ball gut bewegt. Besonders glücklich bin ich auch über die Leistungen von Linus Ruf und Elias Rapieque, die uns zum Aktionstag zu 18 Jahren ALBA JUGEND sehr geholfen haben.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Update zum Personal: Die Tigers Tübingen mussten das Auswärtsspiel bei ALBA BERLIN mit dem gleichen Kader wie zuletzt gegen den SYNTAINICS MBC aus Weißenfels bestreiten. Für Jhivvan Jackson und Zaccheus Darko-Kelly kam ein Einsatz nach ihren Sprunggelenksverletzungen vor einer starken Woche noch zu früh. Beide Spieler arbeiten jedoch individuell mit Atheltiktrainer Daniele Malengo in der Trainingshalle im Französischen Viertel, dazu kommen regelmäßige physiotherapeutische Behandlungen. Insgesamt ist die Entwicklung sehr positiv, sodass ein Mitwirken im Derby gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg am kommenden Freitag möglich erscheint. Wir wünschen beide Akteuren weiterhin einen guten Genesungsverlauf!

Premiere für Werkstudentin: Vivien Anton unterstützt das Team der Tigers Tübingen seit dem 1. Januar 2024 als Werkstudentin in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Organisation. Davor war die Sportmanagement-Studentin an der Universität Tübingen Praktikantin in der Basketball-Abteilung des SV 03 Tübingen. Beim Spiel der Raubkatzen in der Berlin war die 23-Jährige erstmals als Verantwortliche in der Organisation eines Auswärtsspiels im Einsatz. Gemeinsam mit den Betreuern Markus und Stephan Wohnus wurde die Auswärtsfahrt optimal abgewickelt. “Es war ein tolles Erlebnis, Einblicke in die Organisation eines Auswärtsspiels zu bekommen. Und dann gleich noch bei einem Gegner wie ALBA BERLIN in der Mercedes-Benz-Arena”, schwärmte Anton, die in der Freizeit beim Fußball-Oberligisten TV Derendingen Leistungsträgerin ist.

Ausflug in die Hauptstadt: Das Spiel der Raubkatzen bei ALBA BERLIN nutzten große Teile der Geschäftsstelle für einen Ausflug in die Hauptstadt. Alexander Marzok (Ticketing & Merchandising), Claudia Santangelo (Social Media, Ticketing & Merchandising), Cosima Schreyeck (Sales), Werkstudentin Jana Deininger (Sales) und Praktikantin Laura Glaser verbrachten ein verlängertes Wochenende in Berlin. Marzok fungierte dabei als Reiseleiter für die junge Tübinger Gruppe, ein herzliches Dankeschön hierfür! Unter anderem wurde die Partie zwischen ALBA BERLIN und der AS Monaco am Donnerstagabend sowie der Bundestag besucht. Dazu noch viel freie Zeit zur Selbstgestaltung. Auch Vorstand Sandra Ebinger, Dr. Gunther Volck (Aufsichtsratsvorsitzender der ProBasket Tübingen AG) sowie Michaela Steck (Marketing) weilten beim Spiel in Berlin und machten die starke Tübinger Präsenz vor Ort perfekt.

von Tobias Fischer