Bild: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Im Rausch! Tigers überrollen die Königsblauen mit 95:66

09 Feb 2019

Die Tigers Tübingen haben die Partie gegen den FC Schalke 04 Basketball vor 2500 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit 95:66 (45:42) gewonnen. Der Mannschaft von Trainer Georg Kämpf gelingt damit der dritte Sieg in Serie. Gleichzeitig ist es der bisher höchste Sieg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga.

Nur zu Beginn hatten die Raubkatzen etwas Mühe. Nach zwölf Minuten führte das Team von Trainer Raphael Wilder mit 28:21. Es sah so aus, dass den Tigers ein schwerer Kampf bevorstehen würde. Doch dank einer guten Reboundarbeit, einer besseren Defense und guten Abschlüssen konnten sich die Raubkatzen in der Folge in die Partie kämpfen. Den zweiten Spielabschnitt entschieden die Hausherren mit 26:19 für sich entscheiden und führten so zur Halbzeit mit 45:42.

Aus der Pause kamen die Tigers dann mit richtig Feuer! Ein 18:0-Lauf zum 63:44 brachte die Paul-Horn Arena zum kochen und die Raubkatzen auif die Siegerstraße. Nun sollten auch viele “unmögliche” Körbe fallen, dazu kämpften die Raubkatzen wie richtige Tiger in der Verteidigung um jeden Ball. Mit Erfolg: Von Minute zu Minute wurden die Knappen zermürbt. Das Spiel war bereits nach dem dritten Viertel beim Stand von 69:53 entschieden. Nicht wegen der Punkte, sondern wegen der Art und Weise wie die Kämpf-Truppe auftrat. Auch im Schlussabschnitt gelang den Raubkatzen ein weiterer 16:0-Lauf. Es waren 37 Minuten gespielt, als Tyler Laser zum 91:59 vollendete. Es war gleichzeitig die höchste Führung in der Partie. Wenig später war die Begegnung zu Ende. Endergebnis: 95:66.

Ein Schlüssel zum Sieg war das gewonnene Reboundduell mit 48:32. Robertas Grabauskas gelang mit elf Zählern und 15 Rebounds sein bisher bestes Spiel im Tigers-Trikot. Auch Enosch Wolf gelang mit 16 Punkten und zwölf Rebounds ein Double Double. Topscorer der Begegnung war einmal mehr Reed Timmer mit 24 Zählern, dazu sechs Rebounds und fünf Assists. Laser (16 Punkte) und Elijah Allen (12) konnten ebenfalls zweistellig scoren. Mit elf von 28 Dreiern (39 Prozent) zeigten die Schwaben erneut ihre Stärke aus der Distanz. Bei den Gästen traf Shavar Newkirk mit 17 Zählern am häufigsten. Weiter geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel bei den Kirchheim Knights. Hochball in der Sporthalle Stadtmitte ist um 19:30 Uhr.

Die Stimmen:

Georg Kämpf (Trainer Tigers Tübingen): “Vielen Dank für die Glückwünsche. Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen. Erst Mitte des zweiten Viertels konnten wir gegenhalten und dann auch gut spielen. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft den Basketball gezeigt, den ich mir auch vorstelle. Es ist uns nahezu alles gelungen: In der Defense und in der Offense. Zeitweise habe ich mich an erfolgreiche Zeiten in der Uhlandhalle erinnert. Heute fühle ich mich 30 Jahre jünger. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Nun freue ich mich auf das Duell gegen Mauricio Parra und die Kirchheim Knights.”

Raphael Wilder (Trainer FC Schalke 04 Basketball): “Glückwunsch an Coach Kämpf und seiner Tübinger Mannschaft zu diesem verdienten Sieg. Ich kann heute mit der Leistung meines Teams nur in der ersten Halbzeit zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit hatten wir zwei fatale Einbrüche, die wir trotz Auszeiten nicht beenden konnten. Wir sind in gleiche Muster gefallen, wie wir diese schon mehrfach in der Saison hatten. Am Ende ist das Ergebnis natürlich auch deutlich, die Tigers waren vor allem in der zweiten Hälfte eine Klasse für sich. ”

Die wichtigsten Aspekte des Spiels im Überblick:

1. Minute: Die Tigers starten mit Tyler Laser, Reed Timmer, Elijah Allen, Enosch Wolf und Robertas Grabauskas in die Partie.

2. Minute: Es dauert 115 Sekunden bis der erste Korb fällt. Laser verwandelt ein Freiwurf zum 1:0. Die Begegnung beginnt äußerst holprig auf beiden Seiten.

5. Minute: Noch ist viel Sand im Getriebe bei den Schwaben. Courtney Belger bringt die Königsblauen mit zwei Freiwürfen mit 8:7 in Führung. Patrick Carney kümmert sich effektiv um Laser beim Spielaufbau. Kämpf nimmt seine erste Auszeit, um das neu Team neu einzustellen.

7. Minute: Timmer mit einem unsportlichen Foul an Belger. Der Korb zählt, auch der Bonuswurf zum 14:11 für Schalke 04. Brandon Parrish erhöht mit dem zusätzlichen Angriff auf 16:11. Der Motor der Tigers ist weiter im Stocken.

9. Minute: Wolf verkürzt mit vier Punkten auf 15:18. Jedoch kassiert der Tübinger Kapitän auch gleich sein erstes Foul.

10. Minute: Das erste Viertel ist vorbei. Die Gäste führen verdient mit 23:19. Das Spiel der Kämpf-Truppe ist noch überhaupt nicht flüssig, die Fehlerquote ist enorm hoch. Grabauskas gelingen die letzten zwei Zähler in den ersten zehn Minuten. Belger ist mit sieben Zählern bisher Topscorer.

12. Minute: Die Gäste sind weiter das bessere Team. Austin Arians erhöht per Dreier auf 28:21. Die Defense der Westdeutschen ist handlungsstark.

13. Minute: Nemanja Nadjfeji trifft aus der Distanz zum 26:28. Die Raubkatzen spielen nun vermehrt eine Zonenverteidigung. Wilder nimmt sein erstes Timeout.

14. Minute: Timmer trifft den nächsten Dreier zum 29:30. Gleichzeitig kommt der Angriff der Raubkatzen etwas besser in Fahrt. Wilder zieht innerhalb von nur einer Minute seine nächste Auszeit.

17. Minute: Timmer gelingt der 34:34-Ausgleich – erneut mit einem Treffer jenseits der 6,75-Meter-Linie. Das Spiel ist jetzt sehr ausgeglichen.

18. Minute: Laser bringt seine Mannschaft nach den ersten Minuten erstmals wieder in Führung. Zwei Freiwürfe sitzen zum 38:37. Die Stimmung ist jetzt gut in der Arena. Gleichzeitig bekommt Robert Nortmann seine ersten Minuten.

20. Minute: Timmer und Allen treffen zwei Kunstwürfe zum 43:41. Dazu gelingt Laser drei Sekunden vor der Halbzeitpause das 45:42 – gleichzeitig der Pausenstand. Fazit: Die Raubkatzen sind nach anfänglichen Problemen Schritt für Schritt besser in die Begegnung gekommen. Das Spiel ist intensiv. Die Schalke spielen ihre Möglichkeiten in der Defense gut aus.

22. Minute: Timmer gelingt per Dreier das 50:44. Es ist gleichzeitig die bisher Führung der Tigers. Im nächsten Gegenangriff kassiert Wolf sein drittes Foul.

23. Minute: Wenn es läuft, dann läuft es! Allen nimmt den nächsten Distanzwurf und trifft zum 53:44. Auszeit Schalke 04.

26. Minute: Die Tigers sind nun nicht zu halten. Allen schließt mit einem artistischen Wurf aus der Drehung zum 61:44 ab. Die Tigers können einen 16:0-Lauf verbuchen. Auch in der Defense greifen die Mannen um Kapitän Wolf nun ordentlich zu. Auszeit Schalke 04. Die Arena tobt!

27. Minute: Shavar Newkirk beendet mit zwei Zählern den Tübinger 18:0-Lauf. Spielstand: 63:46.

30. Minute: Im dritten Angriff schließen die Tigers den letzten Spielzug des dritten Viertels ab. Timmer trifft, natürlich aus der Distanz zum 69:53. Vor allem bei den Rebounds können die Tigers nun immer wieder zweite Chancen herausspielen. Timmer ist mit bisher 17 Zählern Topscorer der Partie. Bei den Gästen bekommt Jacob Mampuya noch überhaupt kein Bein auf das Feld. Der 24-Jährige ist noch ohne Punkt.

31. Minute: Laser eröffnet den letzten Spielabschnitt mit zwei Zählern zum 71:53.

33. Minute: Nemanja Nadjfeji verwandelt einen einhändigen Dunking zum 75:57. Wenige Momente später nimmt Wilder sein nächstes Timeout. Die Tigers haben nun die Kontrolle über die Begegnung.

36. Minute: Björn Rohwer scheidet mit seinem fünften Foul aus dem Spiel aus. Dem Center gelingen heute nur fünf Zähler. Gleichzeitig hängt sich Wolf an den Korb und verwandelt zum 79:59. Die Begegnung ist entschieden. Erstmals führen die Tigers mit 20 Zählern.

37. Minute: Es kommt nun noch besser! Timmer und Wolf mit Traumkombinationen – die Führung wächst auf 25 Zählern an. Spielstand: 84:59. Mit zwei Freiwürfen zum 86:59 geht Timmer unter dem tobenden Applaus der Fans in den Feierabend. Seine Ausbeute: 24 Zähler.

38. Minute: Wie im dritten Viertel haben die Schwaben auch im Schlussabschnitt einen mächtigen Lauf. Erst Brandon Parrish kann den 16:0-Lauf der Raubkatzen zum 61:91 beendet. Zuvor war die 91:59-Führung der Kämpf-Truppe der größte Vorsprung im Spiel. Die Raubkatzen begeistern ihre Fans, von den Rängen kommt viel Applaus.

39. Minute: Nachwuchsspieler Daniel Zacek wird von Kämpf auf das Feld geschickt. Sein Dreier geht im letzten Moment wieder aus dem Korb. Schade.

40. Minute: Das Spiel ist aus. Die Tigers gewinnen dank einer deutlichen Leistungssteigerung zu Beginn des Spiels mit 95:66. Der Sieg ist am Ende nie gefährdet.

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Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Suchowerskyj springt ein: Bis zum Ende der Spielzeit 2016/2017 war Jurij Suchowerskyj über Jahrzehnte die Stimme am Mikrophon bei den Heimspielen der Tübinger Basketballer. Seither führt Jens Leutenecker durch die Heimauftritte in der Paul Horn-Arena. Im Spiel gegen die Westdeutschen vertrat nun der Vorgänger seinen Nachfolger. Aufgeregt war der inzwischen 72-Jährige nicht: “Die Aufgabe habe ich ja über viele Jahre gemacht. Es war immer klar, dass wenn Not am Mann ist, ich da bin”, so der einstige Lehrer. Ein besonderer Moment war das Spiel aber dennoch. Gemeinsam mit Trainer Kämpf feierte Suchwerskyj einst große Momente in der altehrwürdigen Uhlandhalle. “Es hat mal wieder Spaß gemacht. Ich bin bei fast jedem Spiel in der Arena und drücke den Tigers weiter die Daumen”, so Suchowerskyj.

Schalke 04 in Fußball-Ausrüstung: Die Königsblauen sind in dieser Saison 2018/2019 ein Aufsteiger in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Aktuell kämpf die Mannschaft von Trainer Raphael Wilder um den Klassenerhalt im Unterhaus der ersten Liga. Der große Name hilft der Basketball-Abteilung aber nicht immer. Die Hallensituation gestaltet sich schwierig. “Wir trainieren in fünf Hallen”, berichtete Jacob Mampuya. Dazu müssen die Auswärtsspiele in Oberhausen ausgetragen werden. Sportlich spielen die Knappen in umbro-Spielkleidung. “Wir sind der einzige Basketballverein weltweit, der in einer Fußballmarke spielte”, berichtete Tobias Steinert, Abteilungsleiter bei den Königsblauen. Die Basketballer sind gebunden an den Ausrüster der Fußballer, die in dieser Saison nach vielen Jahren von adidas zu umbro gewechselt sind. Jedoch gibt es einen größeren Vorlauf. “Die Bestellung für die nächste Saison haben wir schon im November des letzten Jahres getätigt”, so Steinert.

Ehemalige Raubkatzen in der BBL, Lee nach Griechenland: In der Spielzeit 2018/2019 sind gegenwärtig elf ehemalige Raubkatzen in der easyCredit Basketball Bundesliga tätig. Am heutigen Samstag trafen mit den GIESSEN 46ers und ratiopharm ulm gleich vier ehemalige Raubkatzen aufeinander. Jared Jordan und Mahir Agva bei den Hessen, Bogdan Radosavljevic und Tyron McCoy bei den Schwaben. Am Ende setzten sich die Lahnstädter mit 99:90 durch. In der letzten Spielzeit agierte Mauricio Marin noch in Gießen, unter der Woche unterschrieb der 24-Jährige bei Science City Jena. Weitere Spieler sind bei folgenden Teams unter Vertrag: Mathis Mönnighoff (BG Göttingen), Sid-Marlon Theis (Science City Jena), Akeem Vargas (FRAPORT SKYLINERS Frankfurt), Tyrone Nash und Josh Young (RASTA Vechta), Augustine Rubit (Brose Bamberg) und Michael Cuffee (HAKRO Merlins Crailsheim). Malcolm Lee, in der vergangenen Spielzeit von den Tübingern nach verpflichtet, hat einen neuen Verein gefunden. Der 28-Jährige geht nun für Kolossos HH in Griechenland auf Korbjagd. Im ersten Spiel an neuer Wirkungsstätte blieb der US-Amerikaner jedoch noch ohne Zähler. Die Situation zu Tübingen hat sich nicht verändert. Als Tabellenletzter kämpft Lee nun ebenfalls um den Klassenerhalt.

von Tobias Fischer