Das Spiel im Schlussabschnitt verloren: 73:88-Niederlage gegen Schwenningen

19 Jan 2020

Die Tigers Tübingen treten weiter auf der Stelle. Gegen die wiha Panthers Schwenningen verlor die Mannschaft von Trainer Andy Hipsher vor 1.850 Zuschauer in der Paul Horn-Arena mit 73:88 (46:44). Damit geht auch das Rückspiel an die Gäste aus dem Schwarzwald. Den Zuschauern wurde dabei über weite Strecken eine sehr interessante Partie geboten. Kampf und Leidenschaft waren Trumpf auf beiden Seiten. Spieler des Tages war Schwenningens Leon Friederici mit 26 Zählern. Dazu konnten vier weitere Akteure zweistellig punkten. Bei den Tigers Tübingen war Kapitän Enosch Wolf mit 15 Punkten bester Punktesammler.

Die Hausherren hatten sich für die Partie sehr viel vorgenommen. Man wollte unbedingt die bittere Niederlage aus dem Hinspiel auswetzen. In Sachen Einsatz und Leidenschaft konnte man der Hipsher-Truppe auch kaum etwas vorwerfen. Doch an diesem Abend waren die Gäste aus dem Schwarzwald ein sehr schwerer Gegner, welcher von Beginn an mit einer hohen Trefferquote überzeugte. So ging bereits der erste Abschnitt mit 30:23 an die Velcic-Truppe. Auch im zweiten Viertel änderte sich zunächst nicht viel. Die Tübinger spielten jedoch sehr geduldig und zogen immer wieder starkt zum Korb. Schwenningen konnte sich derweil auf die Dreier verlassen. Mit zehn Dreiern bei 14 Versuchen (71 Prozent) demonstrierte die Gäste eine schon fast unheimliche Leistung von “Downtown”. So lagen die Panthers bis Sekunden vor der Pause in Führung, ehe Justin Strings mit zwei Freiwürfen die 46:44-Halbzeitführung verbuchte. Knapp, aber nicht unverdient zu diesem Zeitpunkt.

Panthers nervenstark in der Crunchtime

Der dritte Spielabschnitt gestaltete sich weiterhin sehr ausgeglichen. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Das Publikum erlebte ein Wechselbad der Gefühl, die Führung wechselte hin und her. In der 22. Minute führten die Gäste mit 50:46, in Minute 28 die Tigers mit 60:56. Das Spiel war auf Messers Schneide. Im letzten Spielabschnitt zeigten die Panthers dann Nervenstärke und holten sich mit 24:11 den Sieg in Tübingen. Vor allem in den Schlussminuten verloren die Raubkatzen komplett den Kopf, kaum ein Play konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Neben der guten Dreier-Quote der Velcic-Truppe von 14 Treffern bei 28 Versuchen (50 Prozent), waren die Schwenninger auch im Rebound präsenter. Zwei Schlüssel für den Sieg der Panthers bei den Tigers.

Weiter geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 Basketball in Oberhausen. Hochball in der Willy-Jürissen-Halle ist um 19:30 Uhr.

Die Stimmen

Andy Hipsher (Trainer Tigers Tübingen): “Glückwunsch an Coach Velcic und seinem Team zu diesem Sieg. Wir haben ein sehr hart umkämpftes Spiel gesehen. Wir wollten unbedingt gewinnen, das Team hat gekämpft. Jedoch haben wir im letzten Viertel leider zu viele Fehler erzeugt, die der Gegner bestraft hat. Schwenningen hat mit guten Plays und guten Abschlüssen überzeugt. Die Panthers haben stark getroffen. Das hat uns ins Mark getroffen und war sehr schwer, dies zu akzeptieren. Wir müssen diese Niederlage nun gut aufarbeiten und am kommenden Wochenende auf Schalke neu angreifen.”

Alen Velcic (Trainer wiha Panthers Schwenningen): “Wir haben heute in Tübingen ein sehr schweres Spiel gewonnen. Die Tigers haben sich im Vergleich zum Hinspiel von einer viel besseren Seite gezeigt. Ich bin jedoch stolz auf die Mannschaft, die ein beherztes Spiel abgeliefert hat. Unsere gute Quote aus der Distanz und das gewonnene Reboundduell haben uns natürlich sehr geholfen, dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben nun den direkten Verglich gegen Tübingen gewonnen und wollen unsere gute Serie von vier Siegen aus den letzten fünf Spielen auch gegen Hagen aufrechterhalten.”

Der Spielfilm

Erste Halbzeit

Erstes Viertel

1. Minute: Starting Five: Diante Baldwin, Kris Davis, Roland Nyama, Marvin Smith und Enosch Wolf.

2. Minute: Das Spiel geht intensiv los auf beiden Seiten. Drew Brandon kassiert gegen Wolf gleich ein unsportliches Foul. Der Tübinger Kapitän verwandelt einen Freiwurf zum 8:5, insgesamt hat der 29-Jährige schon sechs Zähler auf seinem Konto.

5. Minute: Die Tigers spielen mit großer Intensität. Das Team möchte die Niederlage aus dem Hinspiel vergessen machen, doch der Gegner aus Schwenningen hält dagegen. Leon Friederici gleich per Dreier zum 10:10-Zwischenstand aus.

7. Minute: Kein Team kann sich absetzen. Das Spiel ist für die Zuschauer gut anzusehen. Friederici gleich per Dreier zum 15:15 aus. Die Stimmung ist gut in der Paul Horn-Arena, auch der Anhang der Panthers macht ordentlich Lärm.

9. Minute: Die Velcic-Truppe spielt eine klasse Partie. Beim Stand von 26:21 muss Hipsher bei den Tigers die erste Auszeit nehmen. Gefühlt jeder Wurf ist ein Treffer bei den Gästen. Sechs von sieben Dreiern sitzen beim Kontrahenten. Friederici ist bereits bei elf Zählern angelangt.

10. Minute: Das erste Viertel ist vorbei. Die Panthers führen in einem sehr unterhaltsamen Spiel mit 30:23. Die gute Trefferquote des Gegners ist die Ursache für den Vorsprung. Den Raubkatzen kann man im ersten Viertel nicht viel vorwerfen. Einsatz und Leidenschaft stimmen. Mal sehen, wie sich die Begegnung weiterhin gestaltet. Friederici ist mit 13 Zählern Topscorer der Partie.

Zweites Viertel

14. Minute: Das Spiel der Panthers ist weiter wie aus einem Guss. Wie bei einem BBL-Team. Coach Velcic hat noch keinen Wechsel vorgenommen und vertraut seiner Starting Five. Erst beim dritten Foul von Marco Bacak muss der Schwenninger Trainer reagieren. Smith verkürzt von der Linie auf 32:38.

16. Minute: Wolf verkürzt jenseits der 6,75 Meter-Linie auf 35:38. Beide Mannschaften wechseln im Angriff oftmals die Verteidigungsformen. Nach einem Steal von Nyama legt Wolf den Ball per Korbleger zum 37:38 in die gegnerische Reuse. Es ist gleichzeitig ein 7:0-Lauf der Raubkatzen. Velcic nimmt seine erste Auszeit.

18. Minute: Justin Strings gleicht mit einer schönen Einzelleistung zum 41:41 aus. Die Tigers sind sehr wach und leisten erbitterten Widerstand gegen einen hervorragend aufgelegten Gegner. Velcic nimmt sein nächstes Timeout. Friederici ist mit 16 Zählern weiter Topscorer der Begegnung. Bei den Tigers kommt Wolf auf gute 13 Zähler.

20. Minute: Beide Teams zeigen eine gute Leistung, und gehen beim Stand von 46:44 aus Sicht der Unistädter in die Halbzeitpause. Die Panthers können eine traumhafte Quote aus der Distanz aufweisen. Satte zehn von 14 Versuchen (71 Prozent) landen im Tübinger Korb. Dass die Tübinger trotzdem im Spiel sind, ist ein gutes Zeichen für die zweite Halbzeit. Kurios: Das Rebound-Verältnis lautet acht zu zehn aus Sicht des Gastgebers. Dies ist den hohen Trefferquoten geschuldet. Friederici ist weiterhin bei 16 Zählern, dicht gefolgt von Wolf mit 15 Punkten. Mal sehen, wie sich Quoten in der zweiten Halbzeit entwickelt.

Zweite Halbzeit

Drittes Viertel

22. Minute: Beide Teams sind noch ohne Zähler im dritten Abschnitt. Es steht weiterhin 53:41. Nyama und Baldwin haben bereits drei Fouls angesammelt.

22. Minute: Die Panthers kommen gut aus der Halbzeitpause und drehen den Rückstand in einen 48:46-Vorsprung. Wolf leistet sich gegen Rasheed Moore ein unsportliches Foul. Der US-Amerikaner legt jedoch beide Freiwürfe neben den Korb.

25. Minute: Die Führung wechselt hin und her. Die Unparteiischen fallen auf mit einigen sehr fragwürdigen Entscheidungen. Hipsher nimmt zur Beruhigung eine Auszeit, es steht 51:52 aus Tübinger Sicht. Es ist überhaupt nicht abzusehen, welches Team diese Begegnung gewinnen wird. Die Tigers haben vier Fouls, die Panthers sind noch ohne Foul.

26. Minute: Besnik Bekteshi trifft einen wichtigen Dreier zum 56:54. Was sich die Schiedsrichter heute erlauben, ist sehr grenzwärtig. Die Halle tobt und fühlt sich ungerecht behandelt.

29. Minute: Friederici und Moore treffen die nächsten beiden Dreier – Schwenningen holt die Führung beim Stand von 62:60 zurück. Es ist ein völlig verrücktes Spiel!

30. Minute: Baldwin gelingt die letzte Korbaktion im dritten Abschnitt. Die Gäste führen mit 64:62. Die gute Quote aus der Distanz kann die Velcic-Truppe nicht fortführen. Dennoch können zwölf Treffer bei 22 Versuchen verzeichnet werden, was immer noch sehr gut ist (55 Prozent). Beim Rebound (19/15) sind die Gäste auch knapp vorne. Friederici ist mit 19 Zählern weiter bester Punktesammler. Bei den Raubkatzen haben Wolf (15 Punkte), Baldwin und Smith jeweils 13 Zähler.

Viertes Viertel

31. Minute: Davis eröffnet den letzten Abschnitt per Dreier. Die Raubkatzen holen sich die Führung beim Stand von 65:64 abermals zurück. Es bleibt spannend!

34. Minute: Die Tigers leisten sich in dieser zu viele Fehler, was der Gegner gnadenlos bestraft. Die Panthers mit 70:65. Jetzt wird es ein hartes Stück Arbeit!

35. Minute: Die Velcic-Truppe hat die Foulgrenze erreicht. Nyama verkürzt mit zwei Freiwürfen auf 69:70. Gleichzeitig nehmen die Schwenninger die nächste Auszeit. Panthers-Topscorer Moore hat sich in den letzten Minuten in den Fokus gespielt und steht nun auch schon bei 17 Zählern. Positiv: Die Raubkatzen haben erst ein Mannschaftsfoul im letzten Viertel.

37. Minute: Und wieder ist es Friederici, der aus der Distanz zum 75:71 trifft. Die Nummer 30 der Gäste ist jetzt bei 22 Zählern angelangt.

38. Minute: Die Panthers bleiben nervenstark und halten die Führung. Beim Stand von 77:73 nimmt Velcic seine letzte Auszeit. Bei den Tigers fehlt in der Schlussphase die letzte Entschlossenheit.

39. Minute: Bacak macht den Sieg für die Gäste perfekt. Der junge deutsche Center trifft aus der Distanz zum 82:73. Im nächsten Angriff dunkt Friederici zum 84:73 ein. Hipsher nimmt nochmals ein Timeout.

40.Minute: Das Spiel ist aus. Die Panther schlagen die Tigers mit 88:73.

Borisov mit Schwenninger Vergangenheit

Tigers-Trainer Andy Hipsher erhielt in der Partie gegen die wiha Panthers Schwenningen erneut die Unterstützung von Kristian Borisov an der Seitenlinie. Gegen den Gegner aus dem Schwarzwald konnte sich der 31-Jährige vor allem auch im Vorfeld der Partie richtig einbringen. Sieben Jahre war der Bulgare in Schwenningen als Spieler und Trainer in Schwenningen tätig. Aktiv agierte der heutige NBBL-Trainer der Raubkatzen in der Regionalliga und in der ProB beim heutigen Kontrahenten. Schon damals war Alen Velcic Trainer der wiha Panthers. “Natürlich kenne ich Velcic`s Spielphilosophie. Ich habe versucht, so viel wie möglich in die Mannschaft einfließen zu lassen”, sagte Borisov, der an der Seitenlinie von Athletik-Trainer Martin Ströbele Unterstützung hielt. Für Borisov ist Velcic der absolute Erfolgsfaktor für den Schwenninger Basketball. “Er hat das ganze Projekt dort maßgeblich vorangetrieben. Von seinen Aufgaben als Trainer sowie in Gesprächen mit Sponsoren. Diese Leistung verdient Respekt”, betont Borisov über seinen ehemaligen Lehrmeister.

Große Anzahl an Heimspielen beendet

Mit dem Duell gegen die wiha Panthers Schwenningen beendeten die Raubkatzen auch eine Serie von satten sechs Heimspielen innerhalb von nur fünf Wochen. Trotz der sportlich nicht zufriedenstellenden Situation stehen die Fans weiter hinter den Raubkatzen. Höhepunkt des halben Dutzends an Heimauftritten war das Weihnachtsspiel gegen das TEAM EHINGEN URSPRING mit 2.650 Zuschauern, der schlechteste Besuch hatten die Unistädter im heutigen Spiel gegen Schwenningen mit 1.850 Besuchern. “Der Spielplan hat es diesbezüglich nicht gut mit uns gemeint. Sechs Heimspiele in fünf Wochen ist schon sehr sättigend”, betont ProBasket-Geschäftsführer Robert Wintermantel, der unter den Gesamtumständen dennoch recht zufrieden mit dem Zuspruch ist. Weiter geht es für die Tigers Tübingen in zweieinhalb Wochen mit einem Heimspiel gegen die RÖMERSTROM Gladiators Trier. Hochball am ungeliebten Mittwoch (5. Februar) ist um 20 Uhr.

Rückkehrer Kolo weiterhin verletzt

In der Saison 2016/2017 spielte Yasin Kolo noch im Bundesligateam der WALTER Tigers Tübingen. Als Rookie direkt kommt College aus den USA gekommen, hatte der inzwischen 27-Jährige jedoch Anpassungsprobleme im deutschen Basketball-Oberhaus. Der Center entschied sich nach Beendigung der Saison, seinen Zwei-Jahres-Vertrag aufzulösen und eine neue Herausforderung zu suchen. Es folgten Station in Ehingen, Quakenbrück, Köln und seit letzten Sommer nun in Schwenningen. Beim Betreten der Halle traf Kolo schnell bekannte Gesichter und führte diverse Gespräche, denn der 2,08 Meter große Big Man ist weiterhin zum Zuschauen verdammt. “Ich habe weiterhin Rückenprobleme, bin jedoch auf dem Weg der Besserung. Ziel ist es, zeitnah wieder ins Training einzusteigen”, sagte Kolo. Der gebürtige Göttinger fehlt seit dem Hinspiel und kam in den bisherigen 15 Spielen auf gute 8,7 Punkte und 4,3 Rebounds. Wir wünschen Yasin Kolo gute Genesung und weiterhin eine gute Saison in Schwenningen!