Bild: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

85:76-Erfolg gegen Karlsruhe – Tigers beenden Siegesserie der LIONS

22 Apr 2023

Mit einer wahren Energieleistung im vierten Viertel beendeten die Tigers Tübingen im Spitzenspiel des Zweiten gegen den Dritten PS Karlsruhe LIONS deren zehn Spiele dauernde Siegesserie. Am Ende setzten sich die Schwaben mit einem 85:76 (37:36)-Erfolg gegen Karlsruhe durch. Nach einem holprigen Start im ersten Viertel kämpften sich die Schützlinge von Trainer Danny Jansson, angetrieben von 2.541 Zuschauern in der extrem lauten Paul Horn-Arena (darunter gut 100 mitgereiste Fans aus Karlsruhe), in das Spiel hinein und stellten die Badener vor allem in der Verteidigung vor größte Probleme. Schlussendlich war es jedoch ein 16:3-Lauf zu Beginn des Schlussabschnittes, der dem Tübinger Kontrahenten den Zahn zog. Beim Stand von 72:55 nach 35 Minuten hatten sich die Raubkatzen einen satten 17-Punkte-Vorsprung erspielt, gleichzeitig der größte Vorsprung des gesamten Spiels. Karlsruhe war in Minute sieben nach einem 13:0-Lauf beim Stand von 15:9 am weitesten vorne. Das Tübinger Eigengewächs Julian Albus erzielte die letzten Zähler des Laufs per Dreier. Entscheidend für die Karlsruher Niederlage waren 19 Ballverluste und zwölf Fahrkarten von der Freiwurflinie (18 von 30 Würfen, 60 Prozent). Topscorer bei Tübingen wurden mit jeweils 18 Punkten Zac Seljaas und Timo Lanmüller, der zudem in der Verteidigung überragte. Delante Jones kam auf elf Punkte, Spielermacher Aatu Kivimäki erzielte zehn Zähler und verteilte acht Assists, Krišs Helamnis markierte zehn Punkte und holte acht Rebounds. Auf Karlsuher Seite war Lovell Cabill Jr. mit ebenfalls 18 Zählern bester Punktesammler. Center Maurice Pluskota erzielte mit jeweils zehn Punkten und Rebounds ein Double Double.

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Zum letzten Spiel der Hauptrunde geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Samstag, den 29. April 2023, zu den wiha Panthers Schwenningen. Hochball ist um 19:30 Uhr in der Deutenberghalle zu Schwenningen. Nach dieser Partie wird feststehen, gegen welchen Gegner die Schwaben in der ersten Runde der Playoffs treffen.

Erstes Viertel (19:21):

Beide Teams begannen von Anfang an die Begegnung sehr intensiv zu führen. Die Tigers zeigten, dass sie im Hinblick auf ein eventuelles Wiedersehen in den Playoffs ein Zeichen setzen wollten. Die Gäste von Trainer Aleksandar Šćepanović hielten zwar gut dagegen, hatten aber zu Beginn Pech im Abschluss, sodass sich die Hausherren nach drei Minuten eine 9:2-Führung erspielen konnten. Die nächsten zwei Minuten gehörte dann den Gästen, denen zehn Zähler in Folge gelangen. Nach sechs Minuten stand es plötzlich 9:12 aus Tübinger Sicht – nicht zuletzt, weil die Schwaben acht Wurfversuche in Folge ungenutzt ließen. Jansson wechselte nun munter durch und brachte frische Spieler ins Spiel. Der Karlsruher Lauf ging aber weiter. Erst der eingewechselte Jones konnte den 0:13-Lauf unterbrechen und traf zum 11:15, gespielt waren sieben Minuten. In dieser Phase ging es unheimlich schnell hoch und runter. Bakary Dibba stopfte den Ball später noch zum 15:18 durch die Reuse, ehe Šćepanović für Karlsruhe in der achten Minute zur Auszeit bat. Karlsruhe bekam zwar noch einige offene Dreier, konnte die hohe Trefferquote der Anfangsphase aber nicht halten. Beim Stand von 19:21 ging es in die erste Viertelpause.

Zweites Viertel (18:15):

Mit der ersten Aktion des zweiten Viertels konnte Tübingen in Person von Helmanis zum 21:21 ausgleichen. Nach zwei Minuten leistete sich Helmanis beim Stand von 21:23 jedoch sein zweites Foul, Coach Jansson musste notgedrungen wieder auf eine kleine Aufstellung mit Mateo Šerić als Center umstellen. Kurz darauf wurde es erstmals etwas hitziger auf den Rängen, als Seljaas in der eigenen Hälfte ein Offensivfoul gegen Dominick von Waaden gepfiffen bekam. Die Atmosphäre übertrug sich auf das Parkett, ein richtiger Spielfluss kam auf beiden Seiten nicht auf und gute Wurfchancen waren Mangelware. Entsprechend war nach 14 Minuten der Score mit 25:25 auf beiden Seiten überschaubar. Nach langer Zeit brachte Lanmüller seine Farben eine Zeigerumdrehung später mit einem Dreier zum 28:27 wieder in Führung. Die Tigers hielten unter dem Korb grandios dagegen und so konnten die Gäste aus Karlsruhe von der vermeintlichen Überlegenheit nicht profitieren. Nach fünf erfolgreichen Freiwürfen zum 33:27 durch die Schwaben bat Šćepanović erneut zur Auszeit (17. Minute). In den letzten drei Minuten konnten die LIONS den Rückstand wieder verkürzen, die Begegnung blieb bis zur Halbzeitpause verdammt eng. Das letzte Highlight setzte Dibba, der mit Ablauf der Sirene aus der eigenen Hälfte traf und die Paul Horn-Arena zum Explodieren brachte. Nachdem der Korb zunächst durch die Referees gegeben wurde, nahmen sie ihn nach lautstarken und hartnäckigen Protesten der Gäste wieder zurück – eine Millisekundenentscheidung. So ging es mit einem 37:36-Zwischenstand für die Raubkatzen in die Katakomben.

Drittes Viertel (19:16):

Die Tigers starteten mit zwei Dreiern von Kivimäki und Seljaas zum 43:39 nach 22 Minuten in die zweite Halbzeit. Aber auch die Gäste blieben aus der Distanz gefährlich, sodass das Spiel weiter eng blieb. So stand es in der 34. Minute folgerichtig 48:47. Ein richtiger Lauf wollte keinem Team gelingen. Die Hausherren gewährten in dieser Phase den Badenern zahlreiche offene Würfe, die diese aber meist ungenützt ließen. Da aber auch die Wurfquote der Tigers schwach wurde, passierte auf dem Scoreboard reichlich wenig. Die Schwaben blieben in dieser Phase erneut drei Minuten ohne jeden Zähler. Die Gäste suchten nun immer wieder aggressiv den Erfolg am Korb und kamen so zu vielen Freiwürfen. 94 Sekunden vor dem Ende des Viertels gingen die Gäste durch einen (von vier) Freiwürfen durch Maurice Pluskota mit 52:51 in Führung – Jansson kassierte zuvor auch noch ein technisches Foul. Die nun hitzige Atmosphäre rüttelte die Tigers offenbar wach. Zunächst traf Seljaas einen Dreier zum 54:52 in Minute 29, ehe den Gästen zwei Ballverluste unterliefen. So konnten sich die Hausherren bis zum Ende des Viertels wieder knapp auf 56:52 absetzen.

Viertes Viertel (29:24):

Die Bühne war also bereitet für ein tolles viertes Viertel. Dieses begann ganz nach dem Geschmack der 2.541 Zuschauer, sofern sie den Tigers die Daumen drückten. Dem vierten Foul von LIONS-Topscorer Cabill Jr. folgten fünf Punkte der Tübinger zum 61:52 – Auszeit Karlsruhe (32. Minute). Die Hausherren nutzten diese Phase der Karlsruher Unsicherheit offensiv wie defensiv gnadenlos aus: Zwei Blocks von Helmanis und ein 10:0-Lauf sorgten für die erste zweistellige Führung eines Temas in diesem Spiel (66:52, 33. Minute). Da wollte auch der bis dahin äußerst unglücklich agierende Šerić nicht hintenanstehen und versenkte einen Dreier mit Ablauf der Wurfuhr. Seine Erleichterung war bis unter die Hallendecke zu spüren und gab seinem Team weiter Aufwind. Beim Stand von 72:55 nahm Gästecoach Šćepanović erneut eine Auszeit (34. Minute). Und tatsächlich konnte er den Run der Tigers damit unterbrechen. Den 7:0-Lauf der Gäste konterte dann Seljaas mit einem erfolgreichen Korb zum 74:62 (37. Minute). Spätestens nach dem 79:66 von Kivimäki 120 Sekunden vor der Schlusssirene glaubten nur noch die größten Pessimisten der Tigers-Fans an eine Niederlage. Die LIONS gaben zu keinem Zeitpunkt auf und bewiesen, dass sie neben den Tigers Tübingen tatsächlich das derzeit am schwierigsten zu spielende Team der Liga sind. Den endgültigen Deckel drauf machte dann Lanmüller per Dreier zum 82:70 in Minute 39. Die letzte Minute wurden die Tigers mit Standing Ovations für die Energieleistung belohnt, bis der 85:76-Sieg endgültig feststand.

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Es war heute ein Vorgeschmack auf die Playoffs. Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gespielt. Es war eine ausgeglichene Begegnung. Lange konnte sich kein Team absetzen, glücklicherweise ist uns dies dann gelungen. Positiv war, dass wir frische Beine hatten, trotz drei Spielen in einer Woche. Dazu hatten wir eine tiefe Bank, von jedem Spieler haben wir etwas bekommen. In der Verteidigung konnten wir gegen die gute Offensive der Karlsruher Akzente setzen und uns so in den Schlüsselmomenten Selbstvertrauen für die eigene Offensive holen. Die Stimmung war grandios und hat uns erneut geholfen. Aber Respekt auch an Karlsruhe für eine tolle Saison und ein gutes Spiel.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Rückkehr von Albus: Für Julian Albus war das Spiel mit den PS Karlsruhe LIONS bekanntlich die erstmalige Rückkehr nach Tübingen seit seinem Abgang im Jahr 2016. „Es ist wahnsinnig, wie schnell die Zeit vergangen ist“, sagte der mittlerweile 30-Jährige. Im Jahr 2009 kam der aus Bieringen stammende Albus vom TV Rottenburg nach Tübingen. Es folgten zwei Jahre in der U16, zwei Jahre in U18 und ein Jahr in der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL). Gleich zu Beginn war der Sportler auch im Videoteam bei den Heimspielen in der Paul Horn-Arena tätig. Parallel spielte Albus schon in der Regionalliga-Mannschaft des SV 03 Tübingen. Die Entwicklung war so erfreulich, dass es Albus unter Igor Perovic in die erste Mannschaft der damaligen WALTER Tigers Tübingen schaffte. Als Spieler in der Verteidigung und als Schütze spielte sich die Nummer 20 der Gäste in der Vordergrund. Im Jahr 2016 suchte Albus in Hanau und danach in Würzburg neue Herausforderungen. Seit dieser Saison steht der Schwabe im Badischen unter Vertrag. Gegen sein altes Team kam Albus in 25 Minuten auf sechs Punkte und fünf Rebounds. „Es war schön, hier wieder zu spielen. Vielleicht sieht man sich in den Playoffs nochmals in dieser Saison“, erzählte Albus abschließend.

News vom Personal: Die Schwaben traten in gleicher Besetzung wie zuletzt gegen Dresden an. Daniel Keppeler hat unterdessen mit dem Wurftraining angefangen. “Die Fraktur ist gut und vollständig verheilt. Jetzt fehlt es noch an der Beweglichkeit des Fingers”, berichtete Prof. Dr. Markus Küper von der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Tübingen nach der Kontrolle am Donnerstag. Physio- und Ergotherapie stehen jetzt intensiv auf dem Programm. Keppeler macht sich somit Hoffnungen, in den nächsten Tagen ins Teamtraining einzusteigen und dann auch wieder auf dem Platz zu stehen. Jekabs Beck hat aufgrund von Kniebeschwerden in seinem operierten Knie nach seinem Kreuzbandriss die ganze Woche pausiert. Auch hier hoffen wir, dass der 22-Jährige zeitnah wieder ins Training einsteigen. Wir wünschen beiden Akteuren eine baldige Rückkehr!

Zuschauerbilanz bei de Heimspielen: Die Tigers Tübingen haben die Heimspiele in der Saison 2022/2023 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga abgeschlossen. Aus 17 Partien in der Paul Horn-Arena konnte die Mannschaft von Trainer Danny Jansson 15 Siege einfahren. Nur gegen die Teams aus Bochum und Bremerhaven mussten die Raubkatzen das Spielfeld als Verlierer verlassen. Insgesamt besuchten 33.566 Zuschauer die Spiele im Tübinger Dschungel, was einen Durchschnitt von 1.972 Fans pro Begegnung bedeutet. Der schwächste Besuch datierte vom 11. Januar 2023 im Spiel gegen die WWU Baskets Münster mit 1.147 Zuschauer, der Rekord konnte beim Spiel gegen die JobStairs GIESSEN 46ers mit 2.607 Fans verzeichnet werden. Die 2.541 Zuschauer im Spiel gegen die PS Karlsruhe LIONS war die zweitbeste Zuschauerzahl in der Hauptrunde. Herzlichen Dank an alle Fans für bisherige die Unterstützung!