Kein Mittel gegen die Zone gefunden – Tübingen verliert mit 86:94 in Hamburg

15 Dez 2023

Die Veolia Towers Hamburg können ihren positiven Trend der letzten Wochen fortsetzen. Vor 3.207 Zuschauern in der edel-optics.de Arena zu Hamburg gelang der Mannschaft von Trainer Benka Barloschky der sechste Sieg aus den vergangenen sieben Partien. Nach 40 Minuten gelang dem Gastgeber ein 94:86 (41:48)-Sieg. Für die Raubkatzen war es die achte Niederlage im elften Saisonspiel. Die Mannschaft von Trainer Danny Jansson zeigte erneut bis Ende des dritten Viertels eine gute Leistung. Die höchste Führung ereignete sich nach 26 Minuten beim Stand von 65:52. Nach 28 Minuten führten die Raubkatzen noch mit 71:59. Im Anschluss wechselte der Tübinger Gegner auf eine Zone in der Verteidigung um. Die Folge war, dass den Tübingern nicht mehr viel gelang. Mit einem 37:15-Lauf bis zum Ende kämpfte sich der Gastgeber erfolgreich zurück. Die Raubkatzen fanden in den finalen zwölf Minuten einfach keine Mittel mehr gegen die gegnerischen Zone. Beim Sieger punkteten fünf Akteure zweistellig, William Christmas avancierte mit 21 Zählern zum Topscorer. Auch bei den Schwaben punkteten fünf Spieler zweistellig, angeführt von Erol Ersek mit 19 Zählern. Dem Deutsch-Österreicher gelangen Ende des zweiten Viertels starke 16 Punkte in Serie, die mit dem 46:38 in Minute 19 endeten. Ersek benötigte dafür nur 2:47 Minuten. Neuzugang Georgios Kalaitzakis absolvierte mit zwölf Punkten und sechs Rebounds in knapp 26 Minuten ein solides Debüt. Allerdings leistete sich der Grieche auch vier Ballverluste. Die Rebounds gingen mit 34:28 an den Sieger. Viel schwerwiegender aus Tübinger Sicht war, dass der Kontrahent 42:22 Zähler in der Zone erzielte. Hamburg lag in der Schlussminute beim Stand von 94:83 am höchsten in Front. Die Raubkatzen mussten verletzungsbedingt auf fünf Spieler (siehe Dschungelgeflüster) verzichten.

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Für die Schwaben geht es vor und nach Weihnachten mit zwei Heimspielen weiter. Am Freitag, den 22. Dezember 2023, trifft das Jansson-Team auf die Bamberg Baskets. Spielbeginn ist um 20 Uhr in der Paul Horn-Arena. Vier Tage später gibt der FC Bayern München Basketball seine Visitenkarte in Tübingen ab. Gespielt wird am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) um 15:30 Uhr in der Paul Horn-Arena. Für beide Spiele gibt es nur noch Stehplatzkarten im Onlineshop sowie an den Spieltagen an der Abendkasse. Die Halle öffnet jeweils 75 Minuten vor Spielbeginn.

Erstes Viertel (20:20):

Die Partie begann mit zahlreichen Fouls auf beiden Seiten. Jhivvan Jackson erzielte nach 36 Sekunden per Korbleger die 2:0-Führung für die Gäste. Die Norddeutschen nahmen jedoch sofort das Spiel auf. Lukas Meisner verwandelte den ersten Dreier der Partie zum 7:4 nach drei Minuten. Die nächsten Zähler gehörten dem Tübinger Neuzugang Kalaitzakis zum 6:7 nach 3:32 gespielten Minuten. Die Fouls der Raubkatzen hatten jedoch die Folge, dass die Hamburger ab der fünften Minute nach dem Erreichen der Teamfoulgrenze an die Freiwurflinie gingen. Jonas Wohlfarth-Bottermann sorgte mit einem von zwei Freiwürfen für den 8:8-Ausgleich in der fünften Minute. Insgesamt war es kein Spiel mit vielen Highlights, dafür leisteten sich beide Kontrahenten zu viele Fehler. Die Schwaben trafen noch nichts aus der Distanz. Nach einem Ballverlust von Zaccheus Darko-Kelly sorgte Mark Hughes per Dunking zum 18:14 für das erste Highlight der Begegnung. Jansson nahm 103 Sekunden vor dem Viertelende sein erstes Timeout. Der Finne konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft noch nicht zufrieden sein, was er seinen Schützlingen auf der Bank auch deutlich zu verstehen gab. Hamburgs Topscorer Aljami Durham erzielte in der Schlussminute per Korbleger seine ersten zwei Punkte zum 20:17 für seine Farben. Auf Tübinger Seite konnte Jimmy Boeheim per Dreier ganz fünf Sekunden vor Rambo zum 20:20 ausgleichen. Meisner war mit sieben Zählern Topscorer der Partie, bei den Schwaben kam Mateo Šerić auf sechs Zähler. Boeheim und Kalaitzakis folgten für die Gäste mit jeweils fünf Punkten. Die Rebounds lagen mit 9:6 beim Gastgeber.

Zweites Viertel (21:28):

Nico Brauner machte Jackson das Leben im Aufbau schwer. Der US-Amerikaner war erst bei zwei Punkten angelangt und konnte sich noch nicht wie gewohnt in Szene setzen. Das Spiel blieb jedoch ausgeglichen, kein Team konnte sich mit ein paar Punkten in Serie absetzen. Boeheim erzielte nach zwölf Minuten von der Linie den 24:24-Ausgleich. Gleichzeitig kassierte Timo Lanmüller jedoch sein drittes Foul. In der Folge konnte das Barloschky-Team sich etwas steigern. Wohlfarth Bottermann erzielte in Minute 14 das 31:26. Jansson nahm 6:29 Minuten vor der Halbzeitpause bereits sein zweites Timeout. Das Zusammenspiel der Schwaben stotterte noch massiv. Kommentator Stefan Koch fügte in Minute 15 ein, dass bereits neun Hamburger Spieler gepunktet haben, während es bei den Raubkatzen erst deren fünf waren. Die Towers führten mit 32:28, Jackson nahm mit seinem zweiten Foul auf der Tübinger Bank Platz. Doch seine Teamkameraden konterten. Erol Ersek erzielte 4:16 Minuten vor der Halbzeitpause aus der Distanz den 33:34-Anschlusstreffer – Auszeit Hamburg. Es war kein tolles Spiel für die Zuschauer, dafür spannend. Direkt nach der Pause traf erneut Ersek per Dreier und vollendete einen 8:0-Lauf zum 36:34-Führungswechsel. Ersek hatte nun einen Lauf. Aus der Distanz erzielte der Deutsch-Österreicher per Dreier das 41:36. Es waren elf Zähler in Serie des 24-Jährigen. Barloschky nahm 2:27 Minuten vor der Halbzeit ebenfalls seine zweite Auszeit. Direkt danach erzielte natürlich Ersek die nächsten Tübinger Punkte. Und dies genau nach 18 Minuten zum 43:36. Auf Tübinger Seite spielte nur Ersek. In Minute 19 folgte der nächste Dreier zum 46:38. Es waren satte 16 Zähler in Serie der Tübinger Nummer elf. Wenig später ging es mit einem 48:41-Vorsprung für die Schwaben in die Pause. Ersek war der Mann des zweiten Viertels. Mit 16 Zählern war der Scharfschütze der Schwaben Topscorer der Begegnung. Bei Hamburg blieb Meisner bei sieben Punkten. Die Rebounds waren fast ausgeglichen. Die Tigers hatten mit 13:12-Korbabprallern die Nase vorne.

Drittes Viertel (29:15):

Boeheim erzielte die ersten Tübinger Punkte aus der Distanz zum 51:43 in Minute 22. Die Hamburger kamen jedoch gut eingestellt und neu motiviert in den zweiten Durchgang. Nun ging es Schlag auf Schlag. Viele gute Szenen auf beiden Seiten prägten nun die Partie. Jackson erzielte in Minute 23 seinen ersten Dreier zum 57:48. Leider kassierte Šerić eine Minute später bereits sein viertes Foul (technisches Foul) und wurde aus dem Spiel genommen. Jackson versuchte insgesamt zu übernehmen, musste sich jedoch massiver Gegenwehr stellen. Brauner ereilte auf der gegnerischen Seite das gleiche sportliche Schicksal. Jackson stellte sich jedoch dieser Aufgabe und knallte in Minute 25 den nächsten Dreier zum 60:52 in den Hamburger Korb. Unterstützung bekamen die Tübinger auch von Kalaitzakis, der in Minute 26 per Drei-Punkt-Spiel einen 8:0-Lauf der Schwaben zum 65:52 abschloss. Die Jansson-Truppe blieb zunächst noch vorne. Ein Dreier von Ersek und ein Korbleger von Kalaitzakis zum 71:59 sorgten für die nächste Auszeit des Gastgebers. Noch waren 2:17 Minuten im dritten Abschnitt zu absolvieren. Die Hamburger spielten nun eine Zone und kamen in kürzester Zeit wieder heran. Dazu holte sich der Gastgeber gefühlt mehr Rebounds. Durham verkürzte per Drei-Punkt-Spiel auf 70:73. Es war ein 11:2-Lauf in der Schlussphase des dritten Abschnitts. Ersek war mit 19 Zählern weiterhin Topscorer des Spiels, beim Gegner traf Christmas mit zwölf Punkten am besten. Die Rebounds waren statistisch mit 23:21 aus Sicht des Barloschky-Teams weiterhin eng.

Viertes Viertel (24:13):

Sollte wieder ein Einbruch wie in Crailsheim folgen? Hamburg spielte weiter die Zone und machte den Gästen das Leben schwer. Zwei Zähler von Meisner und ein Dreier von Durham sorgten dafür, dass die Führung wieder an den Tübinger Kontrahenten ging. Jansson nahm beim Stand von 73:75 nach 94 gespielten Sekunden im letzten Viertel eine weitere Auszeit. Das Spielglück war einfach nicht mehr auf Tübinger Seite. Nach 35 Minuten lagen die Norddeutschen zwar nur 78:75 in Front, das Momentum war aber auf jeden Fall bei den Hamburgern. Die Raubkatzen leisteten sich einfach zu viele Fehler. Die Zone des Barloschky-Teams zeigte bei den Raubkatzen weiter immense Wirkung, leider im negative Sinne. Die Schwaben konnten in fünf Minuten nur zwei Punkte erzielen. Die Tübinger wurden immer wieder immer im Spiel Eins gegen Eins geschlagen geben. Nach zwei weiteren Zählern von Christmas zum 86:79 nahm Jansson 3:05 Minuten vor dem Ende das nächste Timeout. Sollte den Schwaben noch eine Aufholjagd gelingen? Noch war genügend Zeit vorhanden. Doch so richtig sollten die Gäste nicht mehr ins Rollen kommen. Die Zone machte den Raubkatzen weiter Probleme. Šerić verkürzte 89 Sekunden vor dem Ende nochmals auf 83:88 – Auszeit Hamburg. Meisner machte mit einem Dreier zum 91:83 ganze 69 Sekunden vor dem Ende den Deckel drauf. Jansson nahm zwar 46 Sekunden vor Rambo sein letztes Timeout. Es sollte jedoch nichts mehr bringen. Die Hamburger brachten den Vorsprung letztendlich souverän über die Zeit. Endstand: 94:86.

Die Stimmen zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): „Wie schon im letzten Spiel, haben wir heute zwei Gesichter gezeigt. Wenn wir mit Selbstvertrauen spielen und uns um unsere Defensive kümmern, dann sind wir ein gutes Team. Das haben wir mehrfach bewiesen. Die große Frage ist aber, wieso wir nicht den gleichen Fokus in der Verteidigung zeigen, wenn es darum geht, das Spiel zu entscheiden. Da haben wir in den letzten beiden Spielen in gleicher Art und Weise versagt. Ohne unsere Big Men war es schwer. Die Kehrseite war jedoch, dass Hamburg dadurch zu viel in der Zone versucht hat, was nicht unbedingt erfolgreich war. In der zweiten Halbzeit haben sie dann mehr ihr Spiel gespielt. Auf diese Veränderung konnten wir nicht reagieren. Die Zone hat uns heute mehr wehgetan, als sie es eigentlich sollte. Jetzt haben wir weitere sieben Tage, um uns auf die nächste Aufgabe vorzubereiten.”

Benka Barloschky (Trainer Veolia Towers Hamburg): „Ich habe keine Ahnung, wie die Statistiken heute aussehen. Das ist aber auch egal. Das ist heute mit Abstand der schönste Sieg. Die Art und Weise, wie sich die Mannschaft das Spiel in der zweiten Halbzeit zurück erkämpft hat, war unglaublich. Eine wahre Energieleistung. Wir haben vor nicht einmal 48 Stunden ein Spiel im EuroCup gespielt. Was die Jungs heute wieder für eine Energie auf das Feld bekommen haben, ist unglaublich. Das war wieder eine Bestätigung für den Prozess, das bringt weiteres Vertrauen in das, was wir uns jeden Tag erarbeiten.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Die nächste (langfristige) Verletzung: Nach Aatu Kivimäki (Plantarfaszie) und Christoph Philipps (Knie) müssen die Raubkatzen einen weiteren langfristigen Ausfall verkraften. Center Kaodirichi “Kao” Akobundu-Ehiogu hat eine Verletzung (Skapho Lunären-Bandes, SL-Band) an der linken Hand erlitten. Der 24-Jährige wurde am Dienstag an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) von Dr. Pascal Hentschel in Tübingen operiert. Nach eingehenden Untersuchungen bei Handspezialist Dr. Thomas Ebinger im Stuttgarter Karl-Olga-Krankenhaus sowie an der BGU in Tübingen war ein operativer Eingriff unvermeidlich. Der Tübinger Center wird in Schwaben für etwa drei Monate nicht zur Verfügung. Gute Besserung, “Kao” Akobundu-Ehiogu!

Weitere Ausfälle zu beklagen: Neben Akobundu-Ehiogu standen den Tigers Tübingen zwei weitere Akteure kurzfristig nicht zur Verfügung. Daniel Keppeler ist krank. Auch Till Jönke ist derzeit nicht im Mannschaftstraining. Der Routinier verletzte sich im Spiel bei den HAKRO Merlins Crailsheim vor knapp zwei Wochen am Oberkörper/Rücken. Trotz intensiver Behandlung bei Physiotherapeutin Diana Fröschke und Untersuchungen in Form einer Computertomografie an der BGU Tübingen sowie einer Magnetresonanz-Untersuchung (MRT) am Universitätsklinikum Tübingen (Radiologie, CRONA) war ein Einsatz nicht möglich. Glücklicherweise konnten keine schwereren Verletzungen diagnostiziert werden, vorerst wird der 32-Jährige aber nicht zur Verfügung stehen. “Wir schauen von Tag zu Tag”, so Jönke.

Seniorpartner CHT neu auf dem Trikot: Mit dem Auswärtsspiel der Tigers Tübingen bei den Veolia Towers Hamburg hat das Trikot der Schwaben einen weiteren Partner hinzubekommen. Ab sofort belegt das Unternehmen CHT Germany GmbH aus Tübingen die Rückseite des Trikots zwischen Namen und Nummer mit dem Schriftzug “CHT – Smart Chemistry with Character”. Der Spezialist für nachhaltige Spezialchemie ist seit knapp zwei Jahren Partner bei den Tübinger Basketballern. “Wir stehen seit zwei Jahren mit Jens Isenbeck (Head of Marketing) in einem sehr guten und engen Austausch. Es ist der nächste Schritt in der gemeinsamen Partnerschaft, die seit zwei Jahren kontinuierlich wächst. Neben dem Waschmittel Laveco+ als Branding auf den Handtüchern bei den Spielen wird das Gesamtkonzept mit der passenden Trikotfläche gut abgerundet.  Das freut uns sehr”, sagt General Manager Jascha Maus.