Bild: Presseforo Ulmer / Markus Ulmer

Zu Hause weiter ungeschlagen! 102:93-Erfolg im Derby gegen Kirchheim

14 Jan 2022

Die Tigers Tübingen zeigten sich von der Niederlage in Leverkusen gut erholt und gewannen das Heimspiel gegen die Kirchheim Knights vor 500 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit 102:93 (57:43). Somit bleiben die Tigers, bei denen der österreichische Nationalspieler Erol Ersek kurzfristig ausfiel, vor eigenem Publikum ungeschlagen. Doch trotz eines tollen Starts war es zum Ende ein harter Kampf. Mateo Šerić mit einem Karrierebestwert vom 32 Punkten erhielt tatkräftige Unterstützung von Daniel Keppeler (21 Punkte, davon 15 zur Halbzeit, ebenfalls Karrierebestwert) und Kapitän Ryan Mikesell (19 Punkte, zwölf Rebounds, fünf Assists). Doch der überragende Mann auf dem Parkett war Kirchheims Rohndell Goodwin mit sage und schreibe 36 Punkten. Wie gut das Tübinger Spiel lief, belegen 31 Assists – Bestmarke in dieser Spielzeit. Die Zuschauer gingen am Ende also bestens unterhalten nach Hause. Die Tigers haben den Rest vom Wochenende spielfrei und können sich so gut vorbereiten auf das Spitzenspiel am nächsten Samstag, den 22. Januar 2022, gegen Spitzenreiter Rostock.

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Erstes Viertel (29:18):

Die Tigers legten einen wahren Blitzstart hin. Zunächst traf Aatu Kivimäki aus der Distanz, kurz darauf punktete Daniel Keppeler trotz Foul. Auch den anschließenden Freiwurf traf er und sorgte so für eine schnelle 6:0-Führung der Tigers nach zwei Minuten. Der Tigers-Zug nahm nun an Fahrt auf. Nach nicht einmal drei Minuten führten die Schützlinge von Trainer Danny Jansson mit 13:2 und zwangen so Gäste-Coach Igor Perovic zur ersten Auszeit. Die Gastgeber drückten weiterhin auf das Tempo und versuchten über Fastbreaks und viel Druck zum Erfolg zu kommen, jedoch kamen nun auch die Knights besser ins Spiel. In der achten Minute führten die Raubkatzen mit 21:12, ehe sich ein paar unnötige Fehler einschlichen, die Kirchheim zu diversen Punkten nutzte. Dennoch nahmen die Tübinger nach einem Steal und Korbleger in letzter Sekunde eine 29:18-Führung mit in die Viertelpause.

Zweites Viertel (28:25):

Den besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischten die Gäste aus Kirchheim, die schnelle vier Punkte erzielen konnten. Doch die Tigers antworteten ihrerseits mit fünf Zählern und zwangen Perovic zu einer weiteren Auszeit (13. Minute, Spielstand 34:22). Danach waren beide Mannschaften gleich gut im Spiel, der Vorsprung pendelte sich dementsprechend bei etwa zehn Punkten ein. Erst Mitte des zweiten Viertels drehten die Tigers wieder auf und zogen durch gute Verteidigung auf 44:26 nach 16 Minuten davon. Dann drehte auf Kirchheimer Seite Rohndell Goodwin auf und zeigte, warum die Kirchheimer das beste Dreierteam der Liga sind. Drei Dreier in Folge hielten die Gäste im Spiel und zwangen Coach Jansson seinerseits zur Auszeit (53:41, 19. Minute). Die Hausherren legten nochmals vier Punkte drauf und gingen mit einer komfortablen 57:43-Führung in die Kabinen.

Drittes Viertel (16:27):

Beide Teams ließen es zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas ruhiger angehen und geizten mit Korbaktionen. Nach 23 Minuten nahm die Begegnung aber etwas wieder an Fahrt auf. Nach einem tollen Kivimäki-Pass stopfte Keppeler den Ball zum 63:47 durch die Kirchheimer Reuse. Die nächsten vier Minuten gehörten dann aber den Gästen. Während die Tigers offensiv etwas schlampig agierten, wurden die Kirchheimer immer sicherer und legten einen 13:2-Lauf hin. Plötzlich zierte nur noch ein 65:60 in Minute 27 die Anzeigetafel. Die hohe Führung war dahin, Tigers-Dompteur Jansson musste eine Auszeit nehmen. Nach seiner Ansprache sorgte ein Dreipunktspiel von Šerić zum 68:60 (27. Minute) kurz für etwas Abkühlung, allerdings setzte der überragende Goodwin mit einem Vierpunktspiel zum 64:68 in Minute 28 für Kirchheim einen drauf. Wenige Sekunden später verkürzte Goodwin gar auf 68:66 – das Spiel drohte zu kippen. Den Kirchheimer Ansturm vermochten die Hausherren gerade noch einmal abzuwehren und nahmen eine hauchdünne 73:70-Führung mit ins Schlussviertel.

Viertes Viertel (29:23):

Den Schlussabschnitt eröffnete Timo Lanmüller mit einem Dreier aus der Ecke und sorgte für ein wenig Entspannung auf den Gesichtern der Tigers-Fans. Doch die Gäste ließen sich in den nächsten Minuten nicht mehr so einfach abschütteln. Fünf Minuten vor der Schlusssirene schien beim Stand von 81:79 noch alles drin, ehe die Tigers doch nochmal das Gaspedal fanden und einen guten Lauf auf das Parkett der Paul Horn-Arena zauberten. Angeführt von Ryan Mikesell zogen sie auf 87:79 davon (36. Minute). Die Knights ließen jedoch nicht locker und kamen einmal mehr auf 83:86 heran. Doch der beste Tübinger, Šerić, und Kivimäki legten zwei Dreier nach und erhöhten die Führung wieder auf elf Punkte (96:85, 37. Minute). Der entscheidende Lauf war dies jedoch immer noch nicht, da Goodwin etwas dagegen hatte und fünf schnelle Punkte erzielte (90:96, 40. Minute). Coach Jansson bat nochmal zur Auszeit und schwor seine Jungs auf die letzte Minute ein. Und etwas zu feiern gab es auch noch, als Kivimäki mit zwei Freiwürfen die 100 Punkte voll machte. Den Endstand von 102:93 besorgte dann Mikesell ebenfalls von der Freiwurflinie.

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Das war heute ein sehr intensives Spiel. Wir kamen sehr gut ins Spiel, haben dann aber unnötigerweise im dritten Viertel den Faden verloren. Meine Mannschaft ist inzwischen aber gefestigt und hat es geschafft, das Spiel nach Hause zu schaukeln. Hut aber vor der Kirchheimer Mannschaft, die nie aufgesteckt haben und bis zum Schluss in Schlagdistanz waren. Nun gilt es nach vorne zu blicken und eine gute Vorbereitung auf das Topspiel gegen Rostock zu gewährleisten.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Theorie trifft Praxis: Seit vielen Jahren haben die Tigers Tübingen eine Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen. Für den Studiengang Sportpublizistik durchlaufen die Studierenden unter anderem auch das Seminar “Journalistische Darstellungsformen – journalistisches Schreiben”. Als Praxiseinheit besucht Seminarleiter Klaus-Eckhard Jost mit seinem Kurs stets ein Heimspiel der Tübinger Basketballer, um an einem Praxisbeispiel zu lernen. So werden Spielberichte und Porträts der Spieler angefertigt – in dieser Saison beim Spiel gegen die Kirchheim Knights.

Kivimäki für Finnland: Unser Spielmacher Aatu Kivimäki ist von Henrik Dettmann für die Länderspiele der finnischen Nationalmannschaft nominiert worden. Für den 24-Jährigen ist es die zweite Nominierung, im vergangenen Jahr konnte der Blondschopf aufgrund einer Verletzung (Schambeinentzündung) jedoch nicht mitwirken. Finnland trifft in zwei Qualifikationsspielen für die Basketball-Europameisterschaft 2025 auf Slowenien. Gespielt wird am Freitag, den 25. Februar 2022, im finnischen Espoo, drei Tage später im slowenischen Ljubljana. Die Tigers gratulieren Kivimäki zur Nominierung.

Falsche Teambank: Für Kirchheims Trainer Igor Perovic war die Partie die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo der 47 Jahre alte Familienvater von 2005 bis 2015 als Spieler, Co-Trainer und vor allem als Trainer sehr erfolgreich gewirkt hat. Beim Gang in die Halle stand Perovic plötzlich an der falschen Mannschaftsbank. “Das ist mein Stuhl”, witzelte der nun Gäste-Trainer und begab sich dann doch auf die andere Seite.

Paul Horn-Arena vor Regelbetrieb: Gegen Kirchheim bestritten die Tigers Tübingen bereits das dritte Heimspiel in kürzester Zeit in der Paul Horn-Arena. Nach einem ganzen Jahr kehrten die Schützlinge von Trainer Danny Jansson im Dezember aus der Rottenburger Volksbank Arena in die richtige sportliche Heimat zurück. Ab kommenden Montag öffnet die größte Tübinger Sporthalle auch wieder die Tore für die Schulen und Vereine. Wir wünschen allen Nutzern viel Spaß bei der Rückkehr in den Sport- und Spielbetrieb!

Neueröffnung des Vereinsheims: Am morgigen Samstag öffnet die Vereinsgaststätte des SV 03 Tübingen gegenüber der Paul Horn-Arena wieder ihre Türen. Das “Eaters Clukitchen” wird von Christian Becker betrieben. Wir wünschen dem neuen Betreiber in schwierigen Zeiten einen guten Start und viel Erfolg mit dem neuen Restaurant.