Leverkusen dreht Spiel in der Schlussphase – 83:88-Niederlage gegen die Bayer Giants

05 Jan 2020

Die Tigers Tübingen haben das erste Spiel nach der Ära von Doug Spradley gegen die Bayer Giants Leverkusen vor 2.150 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit 83:88 (40:35) verloren. Damit ist der Einstand von Interimstrainer Andy Hipsher missglückt. Über weite Strecken hatten die Hausherren die Partie im Griff, erst in der 34. Minute gingen die Schützlinge von Giants-Trainer Hansi Gnad durch einen Dreier von Colter Lasher mit 67:65 in Führung. Zwar gab es noch einige Führungswechsel in der Partie, doch am Ende brachten die Rheinländer das Spiel sicher nach Hause. Jener Lasher war es, der mit zwei Dreiern die Gäste in der Schlussphase endgültig auf die Siegerstraße brachte. Der US-Amerikaner war mit 26 Zähler gleichzeitig bester Punktesammler der Partie.

Die Tigers begannen das Spiel fokussiert und mit viel Energie. Die Gäste spielten über weite Strecke eine Zonenverteidigung, doch die Hipsher-Truppe hatte immer wieder gute Antworten und präsentierten sich im Vergleich zu den letzten Auftritten verbessert. Der Ball ging immer wieder unter den Korb, wo gute Aktionen gelangen. Kein Glück hatten die Raubkatzen an diesem Tag aus der Distanz. Die ansonsten so guten Schützen der Schwaben hatten einen rabenschwarzen Tag. Nur sechs von 27 Würfen gingen ins Ziel, was einer mageren Quote von 22 Prozent entspricht. Kris Davis blieb zudem ohne einen Zähler. Diante Baldwin und Roland Nyama mit 14 Punkten sowie Enosch Wolf und Besnik Bekteshi (jeweils 13 Zähler) trafen für die Hausherren am besten.

Für die Tübinger war es im achten Heimspiel die dritte Niederlage, während die Rheinländer im neunten Auswärtsspiel erst den dritten Sieg einfahren konnten.

Tigers vor Doppelspieltag

Weiter geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Freitag (19:30 Uhr) bei den Kirchheim Knights. Zwei Tage (Sonntag, 17 Uhr) später gastieren die MLP Academics Heidelberg zum Abschluss des Doppelspieltags in der Paul Horn-Arena.

Die Stimmen

Andy Hipsher (Trainer Tigers Tübingen): “Glückwunsch an Coach Gnad zu diesem Sieg. Wir haben heute ein hartes Spiel von beiden Mannschaften gesehen, beide Kontrahenten haben großartig gefightet. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben über lange Zeit das Spiel bestimmt. Letztendlich muss ich sagen, dass wir die Begegnung wegen der schwachen Quote von außen verloren haben. Leverkusen hat sieben Dreier mehr getroffen, das sind 21 Punkte, was eine Menge ist. Unser Gegner hat bis zum Ende als Team gespielt und sich nicht brechen lassen. Mein Team hat gekämpft, alles gegeben, leider hat es nicht zum Sieg gereicht.”

Hansi Gnad (Trainer Bayer Giants Leverkusen): ”Wir wussten, dass dieses Spiel heute sehr schwierig werden würde. Tübingen hatte unter der Woche den Trainer gewechselt. Die Vorbereitung war also schwer. Wir sind dann auch schleppend in die Partie gekommen. Mit einigen Änderungen haben wir dann einen Weg in das Spiel gefunden. Am Ende haben die wichtigen Dreier uns sehr geholfen, dieses Spiel zu gewinnen. Ärgerlich ist das Rebound-Verhältnis (43/44), welches wir abgeben mussten. Vom Gefühl war es noch deutlicher. Am Ende bin ich sehr glücklich für die Mannschaft, die sich diesen Sieg verdient hat.”

Der Spielfilm

Erste Halbzeit

Erstes Viertel

1. Minute: Starting Five: Diante Baldwin, Kris Davis, Roland Nyama, Tanner Graham und Enosch Wolf. Nach 51 Sekunden hat Nyama bereits fünf Zähler zum 5:2-Zwischenstand gesammelt.

2. Minute: Erstes Highlight der Partie: Wolf dunkt nach Pass von Baldwin zum 9:4 durch die gegnerische Reuse.

4. Minute: Die Gäste spielen von Beginn an eine Zonenverteidigung, doch die Raubkatzen finden Lösungen. Tanner Graham trifft per Dreier zum 14:4. Der Einsatz ist von Beginn da.

7. Minute: Die Raubkatzen haben das Spiel bisher fest in der Hand. Interimstrainer Andy Hipsher wechselt vier Spieler auf einmal ein und aus – un es kommt zu keinem Bruch. Besnik Bekteshi trifft zum 17:7, die Rheinländer sind nach der direkten Anreise zu der Partie noch nicht voll da.

8. Minute: Baldwin kassiert gegen Sheldon Eberhardt ein unsportliches Foul. Der US-Amerikaner verwandelt beide Freiwürfe zum 9:17.

9. Minute: Justin Strings gelingt ein Korbaktion mit Foul von Eddy Edigin zum 21:11. Der Bonuswurf geht jedoch daneben.

10. Minute: Das erste Viertel ist vorbei. Spielstand: 23:14. Mit der Vorstellung können die Fans bisher zufrieden sein. Bisher ist man die bessere Mannschaft. Die Defense steht ordentlich und auch im Angriff kann man zuverlässig punkten. Wolf ist mit sieben Zählern der bisherige Topscorer der Partie.

Zweites Viertel

12. Minute: Die Gäste sind nun da. Center Dennis Heinzmann dunkt den Ball kompromisslos zum 20:25 in den Tübinger Korb. Im Gegenzug der nächste Dunking durch den gegnerischen Center-Koloss zum 22:25. Calter Lasher hat sich mit neun Zählern in das Spiel gespielt.

14. Minute: Von außen gelingt den Raubkatzen noch nichts. Von zehn Versuchen sitzt nur einer. Bei der Mannschaft von Hansi Gnad verkürzt Lennard Winter mit zwei Freiwürfen auf 24:27. Der Gegner spielt weiter konsequent mit der Zone, die Tigers nutzen dieses Mittel nun auch.

17. Minute: Wolf hebelt mit einem Pass die Zone aus, Nyama verwandelt per Korbleger zum 33:24. Dazu wird der 26-Jährige von Michael Kuczmann noch gefoult. Auch der Freiwurf sitzt zum 34:24.

18. Minute: Wolf kassiert beim Stand von 36:29 ein technisches Foul. Nino Celebic verwandelt den Freiwurf zum 30:36. Solch einen Fehler darf sich der Tübinger Kapitän nicht erlauben.

19. Minute: 87 Sekunden vor der Halbzeitpause kommt es zur ersten Auszeit – Gnad nimmt diese Anspruch. Sehr bitter: Wolf kassiert sein drittes Foul. Dies könnte noch weitreichende Folgen haben.

20. Minute: Beide Kontrahenten gehen mit dem Spielstand von 35:30 für die Tigers in die Halbzeitpause. Das Spiel ist sehr kurzweilig, es gibt kaum Unterbrechungen, wenige Fouls und nur eine Auszeit. Die Raubkatzen liegen beim Rebound (28 zu 19) vorne. Jedoch will nach wie vor nichts von außen fallen. Nur ein Treffer bei zwölf Versuchen (acht Prozent). Die Gäste sind im Laufe des zweiten Viertels nun in Tübingen angekommen. Lasher ist mit elf Zählern bisher der beste Punktesammler in der Begegnung.

 

Zweite Halbzeit

Drittes Viertel

22. Minute: Die zweite Hälfte beginnt mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Weiterhin wird an beiden Enden des Feldes nur mit der Zone agiert. Baldwin trifft mit einer feinen Einzelleistung zum 44:38.

24. Minute: Erneut ist es Baldwin, der per Dreier zum 49:41 trifft. Das Spiel ist nun sehr hektisch und unkontrolliert.

25. Minute: Es steht 51:44 für den Gastgeber. Beide Mannschaften kassieren erst ein Foul, sehr untypisch für fünf Minuten in einem Viertel.

28. Minute: Eberhardt trifft mit Foul von Marvin Smith zum 54:57. Auch der Freiwurf sitzt zum 55:57. So nah waren die Gäste noch nicht an den Raubkatzen dran.

29. Minute: 114 Sekunden vor dem finalen Abschnitt kommt die erste Auszeit im dritten Viertel, welcher Hipsher in Anspruch nimmt. Das Spiel ist gegenwärtig auf Messers Schneide. Noch liegen die Tigers mit 59:55 in Front. Es steht eine spannende Schlussphase an. Nach dem Timeout: Spektakuläre Einzelleistung von Sven Stammberger, der unter dem Korb durchtaucht und zum 61:57 verwandelt. Wolf kassiert wenig später sein viertes Foul.

30. Minute: Es steht 64:57 für die Tübinger. Kurz zuvor trifft Smith einen wichtigen Dreier mit der letzten erfolgreichen Aktion des Spiels. Weiter haben die Hipsher-Schützlinge jedoch kein Wurfglück von außen – nur drei Treffer bei 17 Versuchen bedeuten magere 18 Prozent. Lasher ist mit 16 Zählern Topscorer der Partie, bei den Raubkatzen führt Nyama die Punkteliste mit 14 Punkten an.

Viertes Viertel

32. Minute: Edigin gleicht unter dem Korb zum 64:64 aus. Die Tigers leisten sich zu viele Fehler und bringen die Gäste nun in eine gute Ausgangsposition.

33. Minute: Edigin vergibt von der Freiwurflinie die Führung und schießt zwei Fahrkarten. Es bleibt beim 65:64. Im nächsten Angriff trifft Lasher per Dreier zur Führung für die Gäste. Nick Hornsby erhöht per Tempogegenstoß auf 69:65. Hipsher verzichtet weiter auf eine Auszeit.

35. Minute: In großer Not vollendet Bekeshi einen Dreier zum 68:69-Anschlusstreffer. Das Momentum ist nun auf Seiten der Gäste. Celebic kassiert ein unsportliches Foul gegen Bekteshi. Der 26-Jährige trifft beide Würfe zum 70:71. Es bleibt spannend.

38. Minute: Aus großer Bedrängnis trifft Bekteshi einen Dreier zum 78:76. Das Publikum ist nun da – und die Führung zurück.

40. Minute: Lasher triff zwei Dreier zum 84:78 für Leverkusen. Das ist der Sieg für die Gäste. Wenige Momente später ist das Spiel zu Ende. Endstand: 83:88.

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel

Premiere für Andy Hipsher als Head Coach

Für Interimstrainer Andy Hipsher war das Duell gegen die Bayer Giants Leverkusen eine besondere Partie. Erstmals agierte der 39-Jährige als Head Coach an der Seitenlinie der Raubkatzen. Sowohl beim Training am Vormittag sowie am Abend war der US-Amerikaner als erster in der Halle, um sich auf diesen besonderen Moment gezielt vorzubereiten. Während des Spiels unterstützen ihn Athletik-Trainer Martin Ströbele sowie ProBasket-Geschäftsführer Robert Wintermantel von der Bank aus. Zudem bezog er die drei NBBL-Akteure Daniel Zacek, Emanuel Francisco und Mirjan Broening in die Trainingseinheiten und in das Spiel gegen die Rheinländer mit ein. Wie es in der Frage nach dem zukünftigen Cheftrainer bei den Schwaben weitergeht, wird sich in die kommenden Tagen zeigen.

Einmal Kuczmann, immer Kuczmann

Der Name “Kuczmann” ist der Inbegriff des Basketballs in Leverkusen. Achim Kuczmann begleitete sein ganzes Leben mit den Bayer Giants. Als Spieler, Funktionär, Manager und Trainer war der nun 65-Jährige stolze 50 Jahre in den verschiedensten Ämtern in Leverkusen aktiv. Im Herbst des letztes Jahres ging Kuczmann dann in den verdienten Ruhestand. Doch die Tradition “Kuczmann” wird bei den heutigen Gästen konsequent weitergeführt. Sohn Michael Kuczmann verbrachte ebenfalls seine gesamte sportliche Karriere bisher beim Rekordmeister. Der 26-Jährige mit der Trikotnummer 25 ist ein wichtiger Rollenspieler im Team von Trainer Hansi Gnad. Der Shooting Guard gilt als guter Schütze und Verteidiger. Im heutigen Spiel kam Michael Kuczmann auf drei Punkte und ein Rebound – und wird die Kuczmann-Ära wie sein Vater in der kommenden Zeit fortführen.

Schweigeminute für Tigers-Fan

Vor der Begegnung zwischen Tübingen und Leverkusen gab es eine Schweigeminute für einen verstorbenen Fan der Tigers Tübingen. Ilona Wendel war ein zuverlässiger und treuer Fan der Raubkatzen. Kein Weg war ihr zu weit, und kein Aufwand zu groß, um das Tübinger Basketball-Team zu unterstützen. Trotz einer Entfernung von 150 Kilometern von ihrem Wohnort nach Tübingen war sie als stolze Dauerkarten-Besitzerin bei nahezu jedem Heimspiel, vielen Auswärtsspielen und stets mit großer Begeisterung dabei. Vor zweieinhalb Jahren wurde bei ihr die Diagnose Krebs festgestellt. Doch in dieser schwierigen Phase hat sie nie ihr Lächeln verloren und ist weiter gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael zu den Spielen der Tigers gekommen. Am Sonntag, den 15. Dezember 2019, verstarb Ilona Wendel. Die Tigers Tübingen wünschen ihrem Ehemann Michael viel Kraft für die Zukunft.