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“Mein Trainer hat mich mal sein Schweizer Taschenmesser genannt” – Neuzugang Roland Nyama im Interview!

01 Mai 2019

Roland, herzlich Willkommen in Tübingen! Wie kam es zu deinem Wechsel von den Lions zu den Tigers?

Der erste Kontakt kam über Enosch Wolf. Wir kennen uns bereits seit einigen Jahren und ich bin mit ihm und seinem Bruder Julius befreundet. Enosch hat mir immer wieder über Tübingen erzählt, gesagt, wie gut es ihm hier geht und dass der Standort sehr ambitioniert ist. In den letzten Wochen ist das dann immer ernster geworden und das, was mir Enosch über Tübingen erzählt hat, hat mir sehr zugesprochen. Ich bin ein sehr ambitionierter Spieler, will lang- bis mittelfristig in der BBL spielen. Die Tigers mit ihren Ansprüchen und ihrer Historie sind da natürlich ein hervorragendes Pflaster, um dieses Ziel zu erreichen. Am besten zusammen!

Ein weiterer Grund waren aber auch die Fans! Tübingen hat den wohl größten Heimvorteil der Liga. Ich kenne keinen Standort in der ProA, wo so eine Atmosphäre ist, wie hier. Und das finde ich einfach geil! Das habe ich auch gemerkt, als ich mit Karlsruhe in der Paul Horn-Arena war. Da hat sich der Fanblock während dem Spiel emotional auf uns Karlsruher fixiert und war eben sehr leidenschaftlich dabei. Ich finde sowas richtig gut und respektiere das voll und ganz, auch wenn ich der Gegner war. Denn das gehört einfach zum Basketball dazu und die Fans können wirklich den Unterschied machen. Es ist ja nicht so, dass du vor einem neutralen Publikum spielst, sondern du merkst, dass die Fans für dich sind. Und das sind die Tübinger Fans definitiv.

Mit Doug Spradley haben die Tigers einen neuen Head Coach. Welche Rolle hat er gespielt und wie ist der Kontakt zu ihm?

Ich respektiere Coach Spradley sehr. Er hatte bereits große Erfolge in der ProA, aber auch der BBL. Wir hatten bereits in seiner Zeit bei Vechta miteinander Kommuniziert. Ich war damals auch in Vechta und hatte mit ihm einige Workouts. Es hat dann aber nicht ganz geklappt und ich bin nach Karlsruhe gegangen. Jetzt freue ich mich sehr auf unsere Zusammenarbeit bei den Tigers!

Mit Enosch Wolf, Besnik Bekteshi und dir haben die Tigers derzeit drei deutsche Spieler unter Vertrag. Natürlich noch zu wenig, um Ziele zu formulieren oder nachhaltige Einschätzungen zu treffen. Aber versuchen wir es trotzdem: Wo siehst du die Tigers in der kommenden Saison?

Besnik ist einer der besten deutschen Point Guards/ Shooting Guards der Liga! Über Enosch brauch ich nicht viel sagen, er hat letztes Jahr eine herausragende Saison gespielt. Aber Enosch und Besnik sind nicht nur sportlich, sondern vor allem auch menschlich tolle Jungs. Auch Besnik kenne ich gefühlt seit Jahrzehnten. Wir haben zusammen in der U16- und U17-Nationalmannschaft gespielt. Ich freue mich auf die beiden Jungs!

Ich glaube, dass die neue Runde deutlich erfolgreicher für die Tigers wird. Die letzte Saison ist für Tübingen etwas unglücklich gelaufen. Dass mehr möglich gewesen wäre, haben ja die letzten Monate der Saison gezeigt. Gerade am Ende waren da ein paar sehr knappe Niederlagen dabei, unter anderem auch gegen Karlsruhe. Ich glaube, dass sich das nicht wiederholen wird. Ein guter Saisonstart würde dabei helfen, aber es ist auch wichtig, jetzt den richtigen Mix an Spielern zu finden. Und da sind die Verantwortlichen auf einem guten Weg.

Enosch Wolf hat dich als besten “two-way-player” der Liga bezeichnet. Wie würdest du den Spieler Roland Nyama beschreiben?

(lacht) Der Beste wahrscheinlich noch nicht, aber ich strebe an, zumindest auf den deutschen Positionen, der beste tw-way-player zu sein. Mein Trainer auf dem College hat mich mal sein Schweizer Taschenmesser genannt. Das trifft es eigentlich ganz gut. Ich werde auf dem Spielfeld für fast alles benutzt. In Karlsruhe habe ich zum Beispiel von der Position eins bis vier alles mal gespielt, musste alles verteidigen, jedes Play auf jeder Position kennen und können. Zudem bin ich sehr athletisch und habe einen schnellen ersten Schritt. Dazu besitze ich einen guten Distanzwurf, der mir wiederrum Freiräume verschafft. Meine Stärken sehe ich aber auch in der Defensive. Hier kann ich auf mehreren Positionen verteidigen.

Wann wirst du endgültig deine neue Heimat Tübingen beziehen?

Derzeit wohne ich in Böblingen. Das ist ja nicht ganz so weit weg. Aber ich komme dann Anfang Juli ganz hier her. So 2 bis 3 Wochen vor dem Beginn der Vorbereitung wäre super. Auch so bin ich jetzt immer wieder da und trainiere zusammen mit Enosch.

Roland, vielen Dank für das Gespräch!

 

 

von Johannes Beyer