Barmer 2. Basketball Bundesliga 2018/2019 12. Spieltag Tigers Tuebingen – Artland Dragons 01.12.2018 SCHLUSSJUBEL Tigers; Matti Sorgius (li) trifft in letzter Sekunde FOTO: ULMER Pressebildagentur xxNOxMODELxRELEASExx

Nach der Pause den Sieg gesichert – 99:79-Erfolg gegen die Artland Dragons

01 Dez 2018

Die Tigers Tübingen haben das Heimspiel gegen die Artland Dragons vor 1900 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit 99:79 (46:41) gewonnen. Dieser Erfolg ist umso bedeutender, da die Trainingswoche unter keinen guten Voraussetzungen stand. Spielmacher Tyler Laser war krank, Enosch Wolf an der Schulter verletzt und Jacob Mampuya war weiter durch seine Sprunggelenksverletzung gehandicapt. Trainer Aleksandar Nadjfeji musste mit Nachwuchsspielern auffüllen, damit ein geregeltes Training möglich war. Die erste Halbzeit gestaltete sich insgesamt sehr ausgeglichen, wobei die Raubkatzen fast immer mit einigen Zählern in Führung lagen. Nach 20 Minuten führten die Mannen um Kapitän Wolf & Co. mit 46:41. Die Begegnung war aber noch lange nicht entschieden.

Dies schafften die Nadjfeji-Schützlinge aber nach dem Seitenwechsel. Stark in der Defense und angriffslustig im Angriff setzten sich die Raubkatzen Schritt für Schritt ab. Nach 30 Minuten führten die Schwaben mit 17-Punkte-Differenz (76:59). Diesen Vorsprung brachten die Hausherren im finalen Abschnitt dann souverän über die Zeit. Reed Timmer und Besnik Bekteshi teilten sich den Spielaufbau und ließen den Ausfall von Laser nicht zur Geltung kommen. Nach 35 Minuten erspielten sich die Tigers durch Bozo Djurasovic die höchste Führung der Begegnung (92:71). Vor allem die zweite Halbzeit entschädigte die Zuschauer für eine schwächere erste Halbzeit. Das Abschlussviertel war ein Schaulaufen der Raubkatzen, vieles sollte gelingen, während die Truppe von Trainer Florian Hartenstein nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Entscheidend war die Dominanz bei den Rebounds (37:25), dazu die starke Quote aus Distant (13/27, 48 Prozent). Timmer war mit 23 Zählern und zehn Assists bester Mann auf dem Feld. Elijah Allen (18), Bekteshi (14), Wolf (14) und Aaron Brennan (13) konnten zweistellig punkten. Bei den Niedersachsen erzielten Jannes Hundt, Demetrius Morant und Pierre Bland jeweils 14 Zähler. Der Sieg für die Raubkatzen ist der vierte Erfolg aus den letzten fünf Begegnungen. Weiter geht es für die Tigers Tübingen am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel bei den PS Karlsruhe Lions. Hochball ist um 19:30 Uhr in der Europahalle.

Die Stimmen:

Aleksandar Nadjfeji (Trainer Tigers Tübingen): “Dies war ein großer Sieg für uns, vor allem aufgrund der schwierigen Trainingswoche. Tyler Laser war krank, doch die Jungs haben den Ausfall kompensieren können. Nach der Auszeit nach einer Minute im dritten Viertel hat es mein Team geschafft, dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken. An beiden Enden des Feldes konnten wir überzeugen und am Ende einen klaren und verdienten Erfolg herausspielen. 27 Assists belegen eine gute Ballbewegung, dazu war die Quote aus der Distanz mit 48 Prozent sehr gut. Wir müssen weiter intensiv arbeiten, Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehen. Insgesamt bin ich aber zufrieden, da wir unter 80 Punkte zugelassen haben.

Florian Hartenstein (Trainer Artland Dragons):  “Glückwunsch an Coach Nadjfeji und seine Mannschaft zu diesem Sieg. Sie haben das Spiel über die gesamte Zeit kontrolliert. Das dritte Viertel war entscheidend, die Tigers konnten aufdrehen, insbesondere aus der Distanz haben sie gut getroffen. Tübingen hat einen guten Kader. Ich denke, wir konnten trotzdem gut mithalten. Am Ende darf man aber nicht so nachlassen, um so ein Spiel gewinnen zu können. Chase Griffin und Pierre Bland waren angeschlagen und konnten uns nicht so helfen, wie wir uns das wünschen.”

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Die wichtigsten Aspekte des Spiels im Überblick:

1. Minute: Die Tigers starten mit Tyler Laser, Reed Timmer, Elijah Allen, Bozo Djurasovic und Enosch Wolf in die Partie.

3. Minute: In den ersten Minuten ist die Begegnung sehr ausgeglichen. Beide Verteidigungen sind noch nicht auf Betriebsmodus. Spielstand: 7:7.

5. Minute: Tübingens Kapitän Wolf ist der Spieler der Anfangsphase. Der 28-Jährige erzielt sieben der zwölf Zähler der Raubkatzen.

6. Minute: Hartenstein nimmt nach einem Dunking von Wolf sein erstes Timeout (16:14 für Tübingen). Der Center der Raubkatzen kann im Moment machen, was er will. Beide Teams spielen nun ein Zonenverteidigung. Im Spiel sind bisher erst zwei Fouls passiert.

8. Minute: Timmer zieht zum Korb und schließt im Fallen ab. Im nächsten Angriff gelingt Aaron Brennan ein Drei-Punkt-Spiel. Tübingen führt mit 26:19, die bis dato höchste Führung.

10. Minute: Nach dem ersten Viertel steht es 26:22 . Die Partie kann bisher kaum Höhepunkte bieten. In beiden Defensiven werden zu viele Fehler gemacht. Positiv, die Tigers sind in Führung.

11. Minute: Erstes Timeout von Nadjfeji, nachdem sich Timmer zum zweiten Mal den Ball abnehmen lässt. Jannes Hundt gleicht per Korbleger zum 26:26 aus. Im Spiel der Schwaben passieren erneut zu viele Fehler, das gleiche Bild auch bei den Gästen.

15. Minute: Unsportliches Foul von Jonas Herold an Allen, der sich bei dieser Aktion am rechten Sprunggelenk verletzt. Allen trifft beide Freiwürfe zum 32:33. Den Bonusangriff legt ebenfalls Allen per Korbleger in die gegnerische Reuse ab. Ballgewinn Tübingen, Besnik Bekteshi vollendet per Korbleger zum 36:33 – Auszeit Artland Dragons.

17. Minute: Demetrius Morant trifft zwei Freiwürfe mit einer Hand, im nächste Angriff dunkt der US-Amerikaner den Ball über Wolf in den Korb. Die Niedersachsen verkürzen auf 37:38.

20. Minute: Zur Pause führen die Raubkatzen mit 46:41. Die Begegnung ist bisher wenig spektakulär. Vor allem aus der Distanz will bei der Nadjfeji-Truppe noch wenig fallen – nur drei Treffer bei zwölf Versuchen. Positiv: Die Tigers bestimmen die Bretter mit 20:14-Rebounds. Eine Führung vergeben die Tigers leichtfertig. Bisher kommt der Ball zu wenig ans Brett, wo die Schwaben größenmäßig einfach Vorteile besitzen.

22. Minute: Herrlicher Pass von Chase Griffin auf Morant, der per Alley-oop-Dunking zum 45:46 aus Sicht der Dragons verkürzt. Die Tigers kommen zunächst etwas schläfrig aus der Pause.

23. Minute: Nächster Dunking von Morant. Im Gegenzug trifft Timmer einen Dreier im Fallen. Spielstand: 53:47 für Tübingen.

24. Minute: Allen schließt das zweite Drei-Punkt-Spiel zur bisher höchsten Führung für die Raubkatzen zum 56:47 ab. Das Spiel nimmt allmählich an Fahrt auf, was sich auch an der Stimmung bemerkbar macht.

26. Minute: Bekteshi dreht auf Seiten der Schwaben nun auf. Zunächst gelingt dem 25-Jährigen ein Dreier aus über acht Metern, im nächsten Angriff netzt die Nummer 7 des Gastgebers erneut aus der Distanz ein. Die Tigers führen mit 64:49, die höchste Führung in der Begegnung – Auszeit Hartenstein.

28. Minute: Technisches Foul gegen Nemanja Nadjfeji – Jannes Hundt kann den Freiwurf aber nicht verwerten. Insgesamt steht die Defense der Schwaben durch eine gute Zone nun recht gut. Im dritten Viertel lautet der Spielstand 23:11 für die Raubkatzen, total 69:52. Es ist die beste Phase der Nadjfeji-Truppe.

29. Minute: Innerhalb von wenigen Sekunden kassiert der Gastgeber durch Nachlässigkeiten vier Zähler in Serie. Nadjfeji nimmt beim Stand von 69:56 eine Auszeit.

30. Minute: Brennan gelingt ein Buzzer Beater zum 76:59-Zwischenstand nach dem dritten Viertel. Die Tigers können dank einer guten Mischung aus Defense und Offense den dritten Abschnitt mit 30:18 für sich entscheiden. Der Kontrahent sucht sein Glück nahezu ausschließlich aus der Distanz, wo immer wieder Treffer gelingen. Der Vorsprung ist komfortabel, diesen gilt es nun über die Zeit zu bringen.

33. Minute: Die Dragons versuchen nun ihre Angriffe schnell abzuschließen, um den Rückstand aufzuholen. Die Tigers halten jedoch dagegen. Timmer trifft einen Dreier mit Ring und Brett zum 82:67.

34. Minute: Brennan macht sein bisher bestes Spiel im Trikot der Tigers. Mit zwei Zählern erhöht der US-Amerikaner seine Punktausbeute auf 14 Zähler. Im nächsten Angriff tankt sich Timmer, der nun das komplette Spiel der Schwaben macht, durch und vollendet artistisch mit Kontakt zum 88:69. Auszeit Artland Dragons. Den Bonusfreiwurf trifft Timmer zum 89:69, erstmals führen die Raubkatzen mit 20 Zählern.

35. Minute: Bozo Djurasovic macht das 92:71 – 21 Punkte Vorsprung ist das Maximum der Gefühle.

38. Minute: Beide Trainer sind sich über den Ausgang des Spiels einig (95:74) und wechseln munter durch.

40. Minute: Matti Sorgius trifft seine ersten Punkte in der ProA zum 99:79-Endstand.

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Ex-Raubkatze zu Gast: Mahir Agva spielte in der Saison 2015/2016 für die WALTER Tigers Tübingen. Von 2009 bis 2013 spielte der gebürtige Reutlinger ebenfalls in der Universitätsstadt am Neckar. Mittlerweile geht der 22-Jährige in seine zweite Saison bei den GIESSEN 46ers und sorgt mit den Hessen für mächtig Furore im deutschen Basketball-Oberhaus. Mit sechs Siegen aus neun Partien belegt das Team von Trainer Ingo Freyer aktuell Rang fünf in der easyCredit Basketball Bundesliga. Im Training muss sich Agva stets mit John Bryant, dem besten Center der Liga, messen. Doch dies hilft dem 22-Jährigen bei der eigenen Entwicklung. In knapp zwölf Minuten Einsatzzeit legt der 2,06 Meter große Big Man gute 6,4 Zähler und 3,6 Rebounds auf das Parkett. Aufgrund der Länderspielpause konnte Agva einige Tage bei der Familie in Reutlingen verbringen. Beim heutigen Spiel seines ehemaligen Teams weilte der 22-Jährige in der Paul Horn-Arena, in der Halbzeit stand er Moderator Jonathan Dreier im Live-Stream beim Interview Rede und Antwort. Herzlichen Dank dafür und weiterhin viel Erfolg bei den GIESSEN 46ers!

Physiotherapeut als Konstante: Knapp vier Jahre ist das letzte Aufeinandertreffen zwischen den Tigers und den Dragons nunmehr her. Als Einziger ist bei den Gästen noch Physiotherapeut und Teammanager Thomas Mögel dabei. “Nach dem BBL-Rückzug im Jahr 2015 bin ich auch in der ProB dabeigeblieben”, berichtete Mögel, der einst  im schwäbischen Ebingen aufgewachsen ist. Sein Vater war zu dieser Zeit als Bundeswehrangehöriger in Stetten am kalten Markt stationiert. Die Familie zog später weiter, über Würzburg und den Odenwald absolvierte Mögel zunächst eine Schlosserlehre. Doch dies war nicht die Profession des Sportbegeisterten. Seit mittlerweile zehn Jahren ist der 49-Jährige nun bei den Dragons aktiv. Im eigenen Dragons Center behandelt er die Profis, bei langwierigen Verletzungen auch die Nachwuchsspieler. Mögel kann sich über die eigene Auslastung nicht beschweren. “Ich habe nach wie vor viel zu tun. Dazu macht es immer noch Spaß. Das ist das Wichtigste”, so Mögel.

Aktuelle Ergebnisse der anderen Teams: Bereits am gestrigen Freitagabend duellierten sich in der NBBL die Teams aus Tübingen und Ulm. Nach 40 hart umkämpften Minuten setzte sich am Ende der Favorit aus der Münsterstadt mit 76:63 durch. Vor dem Schlussabschnitt führten die Ulmer nur mit drei Zählern, der Sieg wurde letztendlich in den letzten zehn Minuten klar gemacht. Bester Punktesammler auf Seiten des Gastgebers war Quentin Kunst mit 16 Punkten. Damit wartet die Mannschaft von Trainer Dominik Daub auch nach der sechsten Begegnung weiter auf den ersten Sieg. In der Regionalliga Südwest warten die SV 03 Tigers Tübingen nach einem guten Saisonstart nunmehr seit drei Spielen auf ein Erfolgserlebnis. Gegen die Reserve der HAKRO Merlins Crailsheim gab es für die Schützlinge von Trainer Manu Pasios am Samstagnachmittag eine 65:72-Niederlage. Auch hier musste das letzte Viertel entscheiden, nach 30 Minuten stand es noch 55:55-Unentschieden. Auch 18 Punkte und sieben Rebounds von Nemanja Nadjfeji konnte die Niederlage nicht verhindern. Damit steht die Pasios-Truppe mit sechs Siegen und fünf Niederlagen derzeit auf Rang fünf. Das JBBL-Team der Young Tigers Tübingen bestreitet das zweite Relegationsspiel für die Playoff-Qualifikation am morgigen Sonntag gegen die Nürnberg Falcons BC. Hochball ist um 12:15 Uhr in der Uhlandhalle.