Bild: Dennis Duddek

Nicht schön, aber erfolgreich! Fünfter Sieg in Folge beim 98:83 in Ehingen

13 Nov 2021

Fünfter Sieg in Folge. Die Tigers Tübingen haben die Pflichtaufgabe beim TEAM EHINGEN URSPRUNG vor etwa 300 Zuschauern mit 98:83-(44:38) gewonnen. Gewonnen und abhacken. Mehr kann man zu diesem Spiel nicht sagen. Unter der Woche konnten die Schützlinge von Trainer Danny Jansson wegen Krankheiten einiger Spieler kaum bis gar nicht trainieren. Dies merkte man dann auch in der Partie. Viele Fehler prägten das Spiel der Raubkatzen. Ein Beispiel, wie wichtig das Training unter der Woche ist. Bis zur Halbzeit war das Team von Trainer Felix Czerny beim 38:44-Zwischenstand noch in Reichweite. Im zweiten Durchgang wurde der leistungsmäßige Unterschied zwischen Tabellenplatz zwei und 17 dann doch mehr als deutlich.

Nach einem 0:11-Lauf (55:52) der Gäste konnten die Tübinger dann einen Gang höher schalten und das Spiel dann doch noch sicher nach Hause bringen. Der gute Bakary Dibba sorgte in Minute 37 zum 93:69 für den höchsten Vorsprung in der Begegnung. Ein Wermutstropfen ist, dass sich Erol Ersek in der 27. Minute am linken Sprunggelenk verletzte. Spieler des Tages war eindeutig Comebacker Isaiah Crawley mit 24 Zählern, gleichzeitig Topscorer der Begegnung. Landsmann Ryan Mikesell gelang mit 22 Punkten und elf Rebounds erneut ein Double Double, ebenso Dibba mit elf Punkten und zehn Rebounds. Eindeutiger Schlüssel zum Sieg war das gewonnene Duell um die Rebounds (43:22), was der Gastgeber in keiner Weise kompensieren konnte. Bester Akteur des Kontrahenten war Munis Tutu mit 22 Punkten. Hier geht`s zur Statistik! Hier geht`s zum Re-Livestream!

Nach nun drei Auswärtsspielen in Serie steht nun das zweite Heimspiel der Saison an. Am kommenden Samstag erwartet die Jansson-Truppe RASTA Vechta mit den ehemaligen Raubkatzen Josh Young und Tyrone Nash zum Duell in der Rottenburger Volksbank Arena. Hochball ist um 19 Uhr. Tickets gibts im Onlineshop.

Erstes Viertel (16:21):

Die Tigers starteten mit Aatu Kivimäki, Gianni Otto, Joanic Grüttner Bacoul, Ryan Mikesell und Bakary Dibba in die Partie. Erneut gestaltete sich die Anfangsphase problematisch mit einigen Unkonzentriertheiten, die zu diversen Fehlern führten. Nach vier Minuten führte die Mannschaft von Trainer Felix Czerny knapp mit 8:5. In Minute fünf wechselte Tübingens Trainer Danny Jansson Isaiah Crawley und Timo Lanmüller wegen Foulproblemen der Teamkameraden in die Begegnung ein. Und mit dem ersten Ballkontakt gelang dem US-Amerikaner ein Dreipunktspiel zum 10:10-Ausgleich. Und weil es schön war, legte Crawley in der sechsten Minute das nächste Dreipunktspiel zur 13:10-Führung auf das Parkett. Das Spiel der Raubkatzen begann erst als Crawley eingewechselt wurde. Czerny nahm in Minute sieben beim Stand von 13:17 sein erstes Timeout. Crawley war innerhalb von zwei Minuten Topscorer der Partie mit zehn Zählern. Eine wunderbare Nachricht aus Sicht der Gäste. Vom Spielgeschehen änderte sich auf beiden Seiten im weiteren Verlauf nicht viel. Die Raubkatzen taten sich aufgrund vieler Fehler enorm schwer, Ehingen konnte dies jedoch nicht ausnutzen. Letztendlich gingen die Gäste mit einem 21:16 aus dem ersten Abschnitt. Auch Daniel Žáček debütierte in Minute acht, sein Buzzer Beater ging aber daneben. Topscorer des Spiels war ausgerechnet Crawley mit zwölf Zählern.

Zweites Viertel (22:23):

Mikesell eröffnete das zweite Viertel mit einem Dreipunktspiel zum 24:16. In der Defense spielten die Jansson-Schützlinge nun die Zone, was Ehingen einige Probleme bereitete. Doch auch bei den Raubkatzen war der Biss noch nicht kräftig genug, die Partie hatte kein hohes Niveau. Fehler auf beiden Seiten dominierten das Geschehen. Nach 15 Minuten führten die Tübinger nur knapp mit 30:28, was Jansson zu seiner ersten Auszeit zwang. Ein Leckerbissen war das Spiel für die Zuschauer bisher noch nicht. Erneut musste man sich über die Kampf in die Begegnung hineinkämpfen. Und dies taten die Tübinger Basketballer vor allem in der Defensive, offensiv lief wenig bis nix zusammen. Gut zwei Minuten vor der Halbzeitpause hatte Jansson erneut Redebedarf und holte sein Team auf die Bank – Spielstand: 36:33. Das Spiel plätscherte so vor sich hin. Nach 20 Minuten gingen die Unistädter mit einer44:38-Führung in die Halbzeitpause. Es konnte nur besser werden. Grund für die Führung war das bessere Zupacken bei den Rebounds (21:10). Crawley war mit 16 Zählern Topscorer der Begegnung.

Drittes Viertel (23:34):

Mikesell sorgte per Dreier zum 49:40 in Minute 22 für die bis dahin höchste Führung im Spiel. Otto schnappte sich beim Ehinger Einwurf direkt den Ball und erhöhte per Korbleger auf 51:40. Die Raubkatzen waren nun deutlich wacher und reduzierten die Fehler. Crawley erhöhte mit einem Lauf von Coast-to-Coast auf 55:41. Der US-Amerikaner spielte sich mit einer tollen Leistung hervorragend zurück in den Spielbetrieb. Es folgte jedoch die beste Phase der Czerny-Truppe. Mit elf Zählern in Serie verkürzte der Gastgeber auf 52:55, was Jansson in der 25. Minute zu einer weiteren Auszeit zwang. In kürzester Zeit ist die Mannschaft wieder in alte Muster aus der ersten Hälfte zurückgefallen. Munis Tutu war mit 15 Punkten der Dreh- und Angelpunkt des Kontrahenten. Vom Rest des Teams kam nicht viel. Mikesell brachte nach 27 Minuten mit einem Distanzwurf zum 62:54 wieder etwas Ruhe in das eigene Spiel. Nach einem Foul von Moritz Heck knickte Ersek mit dem linken Sprunggelenk um und musste die Partie von draußen verfolgen. Von diesem negativen Moment wachten die Raubkatzen auf und zogen mit einem 7:0-Lauf zum 70:55 nach 29 Minuten wieder etwas davon. Gleichzeitig die bisher höchste Führung im Spiel. Dies wurde durch Dibba getoppt, der Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels per Dreipunktspiel auf 73:57 erhöhte. Grüttner Bacoul traf den Buzzer Beater zum 78:61, mit diesem Vorsprung gingen die Gäste in den Schlussabschnitt. Topscorer war weiterhin Crawley mit 18 Zählern.

Viertes Viertel (22:20):

Crawley war gegen dieses Ehinger Team nicht zu stoppen und erhöhte durch eine feine Einzelleistung unmittelbar nach Wiederanpfiff auf 80:61. Der Kampfeswille der Czerny-Truppe war nun gebrochen, Mikesell traf den nächsten Dreier zum 85:63 nach 32 Minuten. Der individuelle Unterschied war trotz einer schwachen Leistung der Tübinger dann doch zu groß. Vor allem die deutliche Überlegenheit bei den Rebounds mit zusätzlichen Wurfgelegenheiten machte sich nun bemerkbar. Der Ehinger Frust machte sich in Minute 36 durch ein unsportliches Foul von Tyler Cheese an Grüttner Bacoul offenkundig. Die Tübinger Nummer 50 verwandelte beide Freiwürfe zum 89:69. Eine gute Note holte sich Dibba ab, der an beiden Enden des Feldes mit viel Energie spielte, zahlreiche Rebounds holte und auch immer wieder erfolgreich abschloss. So beim 93:69 in Minute 37 – eine neue höchste Führung im Spiel. Der Jungspund ging an diesem gebrauchten Tag als Leader voran, Respekt. Unmittelbar danach war für Grüttner Bacoul die Begegnung mit dem fünften Foul beendet. Das gleiche sportliche Schicksal traf Dibba 76 Sekunden vor Ende beim Stand von 96:76. Die Tigers brachten den Sieg vollends nach Hause. Endstand: 98:83. Schön war es nicht, aber erfolgreich. Und das zählt eben im Leistungssport.

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Ich hatte kein gutes Gefühl vor dem Spiel. Wir hatten eine extrem schwierige Woche. Viele kranke Spieler, dazu einen kranken Trainer. Die Voraussetzungen für diese Partie waren keineswegs gut. Doch Entschuldigungen gibt es nicht, es macht es aber ein wenig erklärbar. Positiv ist, dass wir die Aufgabe gelöst haben und gewonnen haben. Mit der Defense kann ich heute nicht zufrieden sein. Wir hatten nicht die Spannung und die Intensität. Ich freue mich, dass Isaiah Crawley und Timo Lanmüller wieder Teil des Teams sind. Nächste Woche gegen Vechta müssen wir uns in allen Bereichen deutlich verbessern, das wird eine ganz andere Herausforderung. Ich wünsche mir, dass unsere Spieler gesund werden und wir uns gut auf das nächste Spiel vorbereiten können. Dazu, dass Erol Ersek hoffentlich nicht schlimmer verletzt ist.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Comeback nach neun Monaten: Für Isaiah Crawley ist die lange Zeit des Schuftens und des Wartens vorbei. Exakt neun Monate nach seinem letzten Einsatz gegen die Nürnberg Falcons BC am 13. Februar 2021 stand der US-Amerikaner wieder im Kader der Raubkatzen. Eine Operation am rechten Knie zwang den Power Forward zu einer langen Zwangspause. Am Montag erhielt Crawley von Operateur Dr. Bernhard Schewe vom Orthopädisch Chirurgischen Centrum in Tübingen und Mössingen die Freigabe für die Rückkehr auf das Spielfeld. Am gestrigen Freitag absolvierte Crawley dann auch noch den zweiten Teil des Medical Checks in der Sportmedizin am Universitätsklinikum Tübingen bei Prof. Dr. Andreas Nieß und seinem Team. Wir bedanken uns für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit! Im Spiel zeigte Crawley, wie wichtig er noch für das Team werden kann. In 17 Minuten erzielte der US-Amerikaner stolze 24 Zähler.

Comeback nach sechs Wochen: Auch Timo Lanmüller stand im Spiel gegen das TEAM EHINGEN URSPRING wieder im Kader. Sechs Wochen musste der 20-Jährige aufgrund einer knöchernden Außenbandruptur im rechten Sprunggelenk aussetzen. Eigentlich war ein Einsatz erst in der kommenden Woche gegen RASTA Vechta geplant, aufgrund der zahlreichen Erkrankungen in den letzten Tage wurde das Comeback aber vorgezogen. Unter der Woche trainierte der Shooting Guard bereits wieder mit Kontakt, die Woche davor standen schon individuelle Einheiten auf dem Programm. Schmerzen und Beschwerden waren glücklicherweise nicht zu verzeichnen, sodass ein Einsatz schon früher möglich war. In ebenfalls 17 Minuten Einsatzzeit gelangen dem Lanmüller sieben Zähler. Schön, dass beide Akteure zurück sind.

Katastrophale Trainingswoche: Trainingstechnisch war die vergangenen Woche schlichtweg zum Vergessen. Das halbe Team sowie Trainer Danny Jansson mussten wegen Krankheit auf weite Teile der Einheiten verzichten. Husbo Dassouki war bis Donnerstag für die Übungseinheiten zuständig. Dennoch standen am heutigen Samstag in Ehingen elf Spieler im Kader, wenngleich zahlreiche längst noch nicht bei 100 Prozent waren. Doch aktuell möchte kein Akteur eine Partie verpassen, das spricht für den großen Zusammenhalt innerhalb der Truppe. Wir wünschen Mateo Seric, der weiter das Bett hütet, sowie allen angeschlagenen Spielern gute Besserung!

Tübinger Stimme im Livestream: Bei Ankunft in Ehingen wusste Daniel Seiler vom Tübinger Management noch nichts davon, dass er kurzfristig den Livestream aus der Sporthalle am Johann-Vanotti-Gymnasium begleiten würden. Ein Kommentator ist bei den Ehingern ausgefallen. Die Anfrage nach einer Unterstützung seitens des Tübinger Teams wurde dementsprechend wahrgenommen. Herzlichen Dank an Daniel Seiler für das kurzfristige Einspringen!

Die “Zwoide” parallel im Einsatz: Zu fast gleicher Uhrzeit war auch die zweite Mannschaft der Raubkatzen auf Punktejagd. Bei Tabellenführer MTV Stuttgart setzte es für die “Zwoide” nach zuletzt vier Erfolgen in Serie eine deutliche 52:85-Niederlage. Das Team von Trainer Manu Pasios musste jedoch auf Bakary Dibba sowie Daniel Žáček verzichten, was natürlich im Vorfeld der Partie eine große Hypothek war.