Nie in Rückstand – Tigers gewinnen mit 96:62 bei den Itzehoe Eagles

16 Okt 2021

Das fünfte Auswärtsspiel der neuen Saison 2021/2022 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ist mit dem dritten Sieg zu Ende gegangen. Vor circa 600 Zuschauern in der Sport- und Freizeitanlage zu Brokdorf setzten sich die Tigers Tübingen bei den Itzehoe Eagles deutlich mit 96:62 (52:41) durch. Von Beginn an drückte die Mannschaft von Trainer Danny Jansson auf das Tempo. Positiv war, dass die zuletzt verletzten Spieler Erol Ersek und Joanic Grüttner Bacoul wieder einsatzbereit waren und teilweise auch wichtige Akzente setzen konnten. Ersek zeigte mit 14 Zählern sein bisher bestes Spiel für die Raubkatzen.

Die Tigers lagen in der Partie nie in Rückstand. Schritt für Schritt wurde der Vorsprung erweitert. In der ersten Halbzeit waren die Schützlinge von Trainer Pat Elzie noch in Reichweite (42:51), nach dem Seitenwechsel brach der Gastgeber komplett auseinander. Die Raubkatzen waren ihrem Gegner in allen Belangen überlegen. Vor allem die gute Defense der Tübinger war ein Schlüssel zum Erfolg, während den Norddeutschen überhaupt nichts mehr einfallen sollte. Der 96:62-Endstand war gleichzeitig der höchste Vorsprung im Spiel. Erfreulich ist auch, dass die Tigers Tübingen wieder mit einer Rotation von neun Akteuren spielen konnten und sich kein weiterer Spieler verletzt hat. Mateo Šerić war mit 22 Zählern (sieben Rebounds) Topcorer der Begegnung, Ryan Mikesell gelang mit 21 Punkten und elf Rebounds ein Double Double. Dazu konnte der US-Amerikaner in den Schlussminuten geschont werden. Mit 39:29 wurde das Duell um die Rebounds gewonnen, 23 Assists, elf Steals und ordentliche zwölf Ballverluste rundeten eine souveräne Teamleistung ab. Sämtliche Quoten der Eagles waren an diesem Tag nicht gut, speziell 20 Ballverluste waren ein großer Schwachpunkt. Hier geht’s zur Statistik! Hier geht’s zum Re-Livestream!

Weiter geht es für die Tigers Tübingen nun endlich mit einem Heimspiel. Am kommenden Sonntag, 24. Oktober 2021, erwarten die Raubkatzen die Bayer Giants Leverkusen um 18 Uhr in der Rottenburger Volksbank Arena.

Erstes Viertel (13:22):

Die Tübinger starteten mit Aatu Kivimäki, Gianni Otto, Ryan Mikesell, Mateo Šerić und Daniel Keppeler in die Partie. Und zu Beginn waren die Schwaben gleich im Spiel. Nach drei Minuten führte die Schützlinge von Trainer Danny Jansson mit 8:2. Wach in der Defense und effektiv in der Offense prägte das Spiel der Gäste. Nach vier Minuten musste jedoch Šerić mit zwei Fouls auf der Bank Platz nehmen. Es kam der zuletzt verletzte Erol Ersek, der sich in Minute vier gleich mit einer gelungenen Aktion zum 10:4 in die Begegnung einbrachte. Die Eagles suchten ihr Glück über die lange Garde um Yasin Kolo, dieser verkürzte nach fünf Minuten auf 8:15. Im nächsten Angriff bediente Kivimäki Mikesell mit einem Anspiel hinter dem Rücken, der US-Amerikaner schloss per Korbleger zum 17:8 nach sechs Minuten ab. In der Folge leisteten sich beide Kontrahenten zahlreiche Fehler im Angriff, der Offensivmotor stockte nun auf beiden Seiten. Der Gastgeber suchte verstärkt das Anspiel auf Chris Hooper und Kolo. Kapitän Otto war es in Minute neun, der per Dreier zum 22:12 den Vorsprung erstmals zweistellig anwachsen ließ. Mit einer 22:13-Führung ging es in das zweite Viertel. Topscorer war Otto mit sieben Zählern, bei den Norddeutschen traf Hooper mit sechs Zählern am häufigsten. Die Truppe von Trainer Pat Elzie hatte noch kein Glück aus der Distanz. Beide Versuche gingen daneben.

Zweites Viertel (29:29):

In der elften Minute gelangen den Eagles fünf Zähler in einem Angriff. Bakary Dibba leistete sich bereits sein zweites Foul, davon ein Unsportliches. Mit dem Ende des ersten Abschnitts stellte der Kontrahent der Raubkatzen auf eine Zone um, die konsequent bis zur Halbzeit weitergespielt wurde. Schritt für Schritt kam der Gastgeber näher heran. So nach 13 Minuten, als Vance Johnson zum 22:25 abschloss. Doch die Tübinger fanden immer wieder ein Mittel, um im Angriff abzuschließen. Äußerst positiv war, dass sich viele Spieler in Szene setzen konnten. Die Last lag nicht nur auf Mikesell. Lucien Schmikale traf einen Dreier nach 15 Minuten zum 30:34, doch die Schwaben konnten den Vorsprung weiter behaupten. In der Defense wurde gut gedoppelt, auch das Zusammenspiel nach vorne klappte recht gut. Die Führung betrug stets ein paar wenige Zähler. Vor allem Ersek (acht Punkte) zeigte nach zwei-wöchiger Verletzungspause ein gutes Comeback an beiden Enden des Spielfelds. In Minute 19 dunkte Keppeler erstmals den Ball durch die gegnerische Reuse – Spielstand: 46:38. Durch achtsames Spiel in den finalen Sekunden konnte der Vorsprung sogar noch auf 51:42 bis zur Halbzeit erhöht werden. Mikesell gelang die letzte Aktion mit einem Lauf von Korb zu Korb. Auch die Reboundarbeit (18:13) funktionierte bei den Raubkatzen gut. Sieben Dreier bei 16 Versuchen waren erfolgreich (44 Prozent), zudem lag man bisher nie in Rückstand. Mikesell war mit 13 Zählern Topscorer der Begegnung, bei den Eagles traf Hooper mit elf Punkten am besten.

Drittes Viertel (9:17):

In der ersten Minute nach Wiederanpfiff leistete sich Kivimäki zwei Ballverluste. Die Fehler machte der Finne in Minute 22 per Dreier zum 54:42 aber wieder gut. Die Tübinger waren wieder wach im Spiel. Nach einem schönen Anspiel von Otto auf Keppeler dunkte der Tübinger Center den Ball zum 56:42 in den Korb der Eagles. Das Spiel des Gastgebers gestaltete sich nun äußerst wild, keine klaren Spielzüge waren zu erkennen. Die Elzie-Schützlinge verstrickten sich vermehrt in verzweifelte Einzelaktionen. Nach zwei weitere Zählern von Mikesell zum 59:45 in Minute 24 nahm Elzie eine Auszeit. Es herrschte Redebedarf. Doch auch nach dem Timeout änderte sich nicht viel. Das Tübinger Spiel war zu überlegen, die Eagles hatten einen richtig schwachen Tag erwischt. Nichts sollte gelingen, dazu gesellten sich zu viele Fehler im Abschluss und etliche Ballverluste. Das Spiel der Raubkatzen war ausgeglichen, konstant und gepaart mit einer guten Defense. Nach dem 66:47 in der 16. Minute durch den guten Ersek sollten knapp drei Minuten auf beiden Seiten keine Punkte fallen. Die Begegnung gestaltete sich nun kurzzeitig wild auf beiden Seiten. Šerić war es in Minute 29, der den Vorsprung erstmals auf über 20 Zähler (68:47) schraubte. Final ging es mit einer 68:51-Führung für die Tigers in den Schlussabschnitt. Mikesell war mit 18 Zählern Topscorer der Partie, bei den Elzie-Schützlingen traf Kolo mit zwölf Punkten am besten. Die Raubkatzen hatten das Spielgeschehen in allen Bereichen im Griff.

Viertes Viertel (11:28):

Auch in den letzten zehn Minuten sollte sich am Spielgeschehen nichts mehr ändern. Die Gäste waren an diesem Tag den Eagles sprichwörtlich haushoch überlegen. Bis zur 34. Minute gelang ein 10:0-Lauf, der Gastgeber war dreieinhalb Minuten ohne einen einzigen Punkt. In der Sport- und Freizeitanlage zu Brokdorf herrschte Totenstille. Erst Johnson gelang in Minute 34 die ersten Zähler zum 53:78 für den Kontrahenten der Tigers im Schlussabschnitt. Die Partie war bereits frühzeitig entschieden. Es folgte ein Schaulaufen der Raubkatzen, wobei aber auch nicht alles gelingen sollte. Die Gäste konnten sich in der 36. Minute beim stand von 86:53 sogar ein technisches Foul gegen die Bank leisten. Auch dies hatten keine Auswirkungen mehr. Šerić schraubte in Minute 39 den Vorsprung auf 30 Zähler (91:61) hoch, wenig später war das Spiel aus. Endstand: 96:62 für die Tigers Tübingen.

Die Stimme zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Mit unseren Vorstellung im zweiten Viertel war ich nicht zufrieden. Wir haben uns zu sehr auf die Offensive verlassen, während wir in der Verteidigung zu viele Fehler gemacht haben. Dies haben wir in der Halbzeit deutlich angesprochen. Das Team hat daraufhin eine gute Reaktion gezeigt. Darüber bin ich stolz. Insgesamt gibt es über die zweite Halbzeit nicht viel zu meckern. Es war hilfreich, dass wir wieder neun Spieler zur Verfügung hatten. Somit konnten wir den Druck aufrechterhalten und den Sieg unter Dach und Fach bringen. Jeder hat heute einen Teil zum Gesamterfolg beigetragen.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Ein Duo im Fokus: Beim heutigen Gegner waren zwei Akteure im Fokus. Yasin Kolo, einst in der Saison 2017/2018 bei den Tigers aktiv, sowie der US-Amerikaner Juvaris Hayes, der in der vergangenen Spielrunde beinahe im Kader der Raubkatzen stand. Big Man Kolo kam zwar gut ins Spiel, ließ aber im weiteren Spielverlauf wie seine Teamkollegen mehr und mehr nach. Am Ende kam der 29-Jährige auf zwölf Punkte und fünf Rebounds. Einen komplett gebrauchten Tag erwischte Point Guard Hayes. Dem US-Amerikaner sollte nichts gelingen. Keine Punkte, zwei Rebounds und vier Assists standen nach knapp 23 Minuten Spielzeit zu Buche.

Nash zurück in Vechta: RASTA Vechta hat unter der Woche auf den missglückten Saisonstart von vier Niederlagen reagiert und nachverpflichtet. Neu im Team der Mannschaft von Trainer Derrick Allen ist ein Altbekannter in doppelter Hinsicht. Tyrone Nash wird ab sofort für die Niedersachsen auflaufen, für welche der US-Amerikaner bereits in der Spielzeit 2018/2019 auf Korbjagd ging. Nach einer langwierigen Verletzung hatte der inzwischen 33-Jährige nur zwei kurze Engagements in der Dominikanischen Republik sowie in Chile. „Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass ich in Vechta wieder eine Chance erhalten habe“, so Nash, der wieder mit Josh Young im Team vereint ist. Beide spielten zudem bekanntlich von 2011 bis 2014 für die Tübinger Raubkatzen. Gegen Paderborn (86:99-Niederlage) erzielte Nash in seinem ersten Einsatz in der BARMER 2. Basketball Bundesliga zehn Punkte und fünf Rebounds.

Auswärtsserie beendet: Fünf Spiele in Folge in fremden Hallen – das war die Bilanz zum Saisonauftakt für die Raubkatzen. Die Mannschaft von Trainer Danny Jansson hat in den letzten vier Wochen mehrere Tausend Kilometer mit dem Bus zurückgelegt. Auch nach Brokdorf gestaltete sich die Anreise aufgrund einiger Staus ziemlich zäh. Nach elf Stunden kam der Tübinger Teambus am Freitagabend direkt zur Trainingszeit an. In der kommenden Woche geht es „nur“ nach Rottenburg. Am Sonntag, den 24. Oktober, sind die Bayer Giants Leverkusen in der Volksbank Arena zu Gast. Hochball ist um 18 Uhr. Dauerkarten sind seit einigen Tagen erhältlich, Einzeltickets wird es ab Anfang kommender Woche geben. Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage, per Mail nehmen wir Bestellungen entgegen und beantworten Fragen und ticketing@tigers-tuebingen.de.

JBBL-Team ohne Chance: Bereits am Samstagmorgen duellierten sich das U16-Team der Tübinger mit dem Kontrahenten aus Ulm in der Uhlandhalle. Gegen die Gäste aus der Münsterstadt war die Mannschaft von Trainer Jan Gipperich aber letztendlich chancenlos. Bei der klaren 56:106-Niederlage wurde den Tübingern deutlich die Grenzen aufgezeigt. Bester Punktesammler beim eigenen Team war Kevin Tobias mit elf Zählern.

Derby-Sieg gegen Reutlingen: Fast parallel spielte die Regionalliga-Mannschaft des SV 03 Tigers Tübingen im Derby bei den TSG Reutlingen Ravens. Ersatzgeschwächt setzte sich die Tübinger Mannschaft von Trainer Manu Pasios vor der guten Kulisse von 700 Zuschauern mit 82:81 nach Verlängerung durch. Routinier Rouven Hänig gelang per Buzzer Beater der Siegtreffer. Für die Achalmstädter ist es damit die erste Niederlage in der noch jungen Saison. Für die SV 03 Tigers Tübingen ein wichtiger dritter Sieg im fünften Spiel im Kampf um den Klassenerhalt.