Bild: Dennis Duddek

Personell dezimiert in Bensheim verloren

24 Jan 2022

Er sei mächtig stolz auf seine siebeneinhalb sportlichen Krieger gewesen, berichtete Tübingens Regionalliga-Trainer Manu Pasios nach der 88:106 (42:42) Niederlage in Bensheim. Auf die Zahl „Siebeneinhalb“ kommt Pasios deswegen, weil mit dem NBBL-Spieler Luan Mersuli kurzfristig ein Spieler eingesprungen war, der bis dato noch kein einziges Spiel im Seniorenbereich bestritten hatte. Ohne den 18-Jährigen hätten Pasios am Samstag nur sieben Akteure zur Verfügung gestanden. „Ich bin mittlerweile am Ende meiner Improvisationskünste angekommen“, klagt Tübingens Head Coach über die derzeit angespannte Personalsituation in seiner Mannschaft. Auf über 20 Mann kommt die SV 03 Tigers Tübingen, wenn alle Spieler fit sind. Beim Auswärtsspiel im hessischen Bensheim, musste man neben den Langzeitverletzten Timo Fischer, Jekabs Beck und Benaissa Traore, auf insgesamt acht Spieler verzichten, die entweder angeschlagenen oder krankheitsbedingt passen mussten. Darunter Leistungsträger wie Nico Hihn, Rouven Hänig, Bakary Dibba und Hansi Kienzle. Neben Mersuli, der direkt mal knapp sieben Minuten Regionalligaluft schnuppern durfte, feierte mit Alessandro Gianella ein weiterer junger Spieler sein Debüt im Trikot des SV 03 Tübingen. Normalerweise geht das 1,95 Meter große Kraftpaket für einen kleinen Verein in der Lombardei in Italien auf Korbjagd. Erasmus (Studium) sei Dank, hat es Gianella vor drei Monaten nach Tübingen verschlagen. Solide sechs Punkte und vier Rebounds in knapp 20 Minuten Spielzeit gingen am Ende auf das Konto des Italieners.

Bedingt durch die angespannte Situation ging man natürlich als Außenseiter in die Partie. Doch davon war im Laufe der ersten 20 Minuten nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Tübingen war die spielbestimmende Mannschaft. Rotzfrech sei sein Team zu Werke gegangen, freute sich Pasios über den Auftritt seines Teams. Lediglich die Phase nach der Halbzeitpause als der Gastgeber sage und schreibe sieben Dreier innerhalb kürzester Zeit traf, war Pasios ein Dorn im Auge. „Camill Palacioglu hat sich in der ersten Halbzeit verletzt und konnte nicht weiterspielen, deswegen musste ich taktisch umstellen“, begründete der 40-jährige Grieche den Wechsel von Man-Man auf Zonenverteidigung. Doch anstatt den Gegner damit in die Bredouille zu bringen, war genau das Gegenteil der Fall. Unglaubliche 37 Punkte erzielte Bensheim in Viertel Nummer drei. Eine Art Vorentscheidung. Da half es auch nicht, dass Tübingen in den letzten zehn Minuten nochmals alles in die Waagschale warf. Am Ende einer intensiven Partie waren es 18 Punkte Unterschiede, doch von Trübsal blasen keine Spur.

„Ich hab lauter Basketballkrieger auf dem Feld gesehen, die bis zum Umfallen gekämpft haben“, ist Pasios stolz auf seine siebeneinhalb Spieler.

Knapp 60 Prozent der gegnerischen Dreipunktewürfe wurden im Tübinger Korb versenkt. Ein Rekordwert. Zudem krallten sich die physisch deutlich überlegeneren Hessen insgesamt 20 Rebounds mehr als die Tigers. Und zu guter Letzt erwischte US-Spieler Philip Jenkins auch noch einen Sahnetag und kam Ende auf überragende 38 Punkte.

SV 03 Tigers Tübingen: Žáček 22, Schwaibold 21, 7 Rebounds, Zenkel 15, Thieme 14, Schüler 7, 8 Assists, Gianella 6, Palacioglu 3, Mersuli