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“Ich bin eine Art Schweizer Taschenmesser!” – Roland Nyama im Interview

15 Nov 2019

Roland Nyama wechselte im Sommer vom Ligakonkurrenten PS Karlsruhe Lions nach Tübingen. Mit durchschnittlich 8,8 Punkten, 3,1 Rebounds und allen voran starker Verteidigungsarbeit nimmt der 26-Jährige eine wichtige Rolle in der Rotation von Head Coach Doug Spradley ein. Im Interview vor dem Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven (Samstag, 20 Uhr – Tickets) spricht der 26-Jährige über seinen Wechsel ins Schwabenland und die Entwicklung der Mannschaft.

Roland, du hast im Sommer für zwei Jahre in Tübingen unterschrieben. Die richtige Entscheidung?

Auf jeden Fall! Die Stadt ist klein, aber hat alles, was ich brauche. Schöne Grünflächen, viel Natur und freundliche Menschen. Ich fühle mich im Club sehr willkommen und bereue meine Entscheidung keineswegs.

Ein Argument für deinen Wechsel von Karlsruhe nach Tübingen waren die Fans, die dich durchaus beeindruckt haben. Hat sich dieses Bild bestätigt und wie ist das Verhältnis zu den Fans?

Die Fans sind einfach Bombe. Egal ob wir gewinnen oder verlieren, sie halten zu uns und stärken uns den Rücken. Sie sind einfach die besten Fans der Liga.

Gegen dein ehemaliges Team, die PS Karlsruhe LIONS, feierten wir einen deutlichen 98:73-Sieg. Wie hast du dieses Spiel persönlich wahrgenommen?

„Bittersweet“. Natürlich war ich glücklich, dass wir gewonnen haben, aber es war gleichzeitig komisch, an alter Wirkungsstätte gegen den alten Club zu spielen und doch sehr deutlich zu gewinnen. Die Fans und die Organisation haben mich herzlich begrüßt und das war dennoch ein tolles Gefühl.

Nach dem guten Saisonstart habt ihr euch als Team offensiv zuletzt etwas schwer getan. Woran lag das?

Die Gegner wissen mittlerweile natürlich auch, wo die Stärken unserer Mannschaft liegen und dementsprechend wird auch gescoutet. Ich glaube, wir haben viele ProA-Neulinge und die Liga ist sehr physisch. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Ich glaube aber auch, dass wir dennoch Fortschritte gemacht haben und durch unseren tiefen Kader schwer auszurechnen sind.

Die Defensive stimmt aber größtenteils…

Ja, in etwa. Dort müssen wir konstant spielen, wenn wir am Ende weit kommen möchten. Die Offensive kommt und geht, aber die Defensive können wir immer selbst kontrollieren. Das gelingt uns insgesamt schon recht gut.

Ihr seid eine junge Mannschaft, sind da solche Phasen vielleicht auch normal und wichtig für die Entwicklung?

Auf jeden Fall! In solchen Phasen, die man zusammen überwindet, wächst man! Das hilft uns als Team nachhaltig. Ich denke, dass wir gerade an so einem Punkt sind und viel als Mannschaft lernen. Und lieber geht man jetzt durch so eine Phase als im April.

Deine Rolle hat sich in den letzten Wochen auch etwas verändert. Wie würdest du deine derzeitigen Aufgaben im Team beschreiben?

Ich bin eine Art Schweizer Taschenmesser. Wo ich gebraucht werde, offensiv oder defensiv, dort findet man mich. Wenn das jetzt heißt, einen Point Guard verteidigen zu müssen oder zum Korb zu ziehen und zu kreieren, dann mache ich das. Am meisten aber bringe ich Energie an beiden Enden des Feldes. Dadurch will ich positiven Einfluss auf das Spiel nehmen, was mir bislang ganz ordentlich gelungen ist.