Tigers Gegner-Check 18/19 – Teil 1

30 Aug 2018

In genau 24 Tagen beginnt für die Tigers Tübingen die Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Nach 14 Jahren in der easyCredit BBL ist die ProA für die allermeisten treuen Tigers-Anhänger sicherlich Neuland. Um unseren Fans einen kleinen Überblick zu verschaffen, stellen wir in unserem fünfteiligen Tigers Gegner-Check die 15 Zweitliga-Konkurrenten vor. Den Anfang machen heute die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau, die Nürnberg Falcons sowie die Baunach Young Pikes.

Offizielle Bezeichnung: HEBEISEN WHITE WINGS Hanau
Spielstätte: Main-Kinzig-Halle (1.564 Plätze)
Trainer: Simon Cote
Platzierung 2017/2018: 7. (Hauptrunde), Playoff-Viertelfinale (0:3 gegen Crailsheim)
Entfernung von Tübingen: 179 Kilometer (Luftlinie)
Heimspiel am: Samstag, 29. September 2018
Auswärtsspiel am: Freitag, 1. März 2019

Der Basketball in Hanau erlebt in den letzten Jahren einen rasanten Aufschwung. 2009 noch unter dem Namen des Stammvereins TG Hanau Meister der zweiten Regionalliga Südwest-Nord, erreichten die Hessen sowohl 2014 als auch 2015 die Playoffs der ProB. Zwar schafften die WHITE WINGS den sportlichen Aufstieg nicht, doch da vor Beginn der Saison 2015/2016 mehrere Anwärter auf ihr Aufstiegsrecht verzichtet hatten, rückte man in die ProA auf. 2016 und 2017 belegten die Hanauer jeweils den elften Rang, in der abgelaufenen Runde wurde erstmals in der Vereinsgeschichte an den ProA-Playoffs teilgenommen. Am späteren Aufsteiger Crailsheim Merlins (0:3 nach Siegen) führte in der Viertelfinal-Serie jedoch kein Weg vorbei. Zwei ehemalige Tübinger haben einen besonderen Bezug zu den WHITE WINGS, die über eine eigene Jugend-Akademie verfügen: Till-Joscha Jönke und Ruben Spoden. Während Spoden 2017 seine Profi-Karriere in der Heimatstadt der Gebrüder Grimm beendete, ist Jönke mittlerweile zum Aushängeschild des Clubs geworden. Jüngst verlängerte der 26-Jährige seinen Vertrag um im europäischen Basketball sehr untypische fünf Jahre. In Hanau spielt Jönke nicht nur seit 2015 professionell Basketball, sondern hat auch bereits eine Ausbildung absolviert.

 

Offizielle Bezeichnung: Nürnberg Falcons BC
Spielstätte:
Halle im Berufsbildungszentrum (2.140 Plätze)
Trainer: Ralph Junge
Platzierung 2017/2018: 12.
Entfernung von Tübingen: 180 Kilometer (Luftlinie)
Heimspiel am: Sonntag, 14. Oktober 2018
Auswärtsspiel am: Samstag, 5. Januar 2019

In Nürnberg gab es vor einigen Jahren bereits Bundesliga-Basketball zu sehen, womit die Falcons allerdings nur indirekt etwas zu tun haben: 2008 übernahmen die Franken Hexer – unter diesem Namen ging der Club damals an den Start – die Lizenz des kurz davor in die ProB abgestiegenen Falke Nürnberg. Zuvor hatte Falke von 2005 von 2007 am Spielbetrieb des deutschen Basketball-Oberhauses teilgenommen. Die Falcons wiederum durften zur Saison 2011/2012 den Aufstieg in die ProA bejubeln, nachdem die Dragons Rhöndorf auf ihr Teilnahmerecht verzichtet hatten. Bis 2016 etablierten sich die Nürnberger im Unterhaus der easyCredit BBL, bevor der Verein im Juni desselben Jahres kurz vor dem Aus stand. Der bisherige Gesellschafter Alexander Lollis hatte sich aus finanziellen Gründen zurückgezogen, weshalb die Einstellung des Spielbetriebs in Erwägung gezogen wurde. Doch entgegen aller Erwartungen gelang es dem damaligen Nürnberger Basketball Club (NBC), die Finanzierung mithilfe von Sponsoren und Spenden auf die Beine zu stellen. Die neugegründete Nürnberg Falcons BC GmbH übernahm fortan die Spielberechtigung. Mit Josh Young und Robert Oehle trugen bereits zwei ehemalige Tübinger das Trikot der Franken.

 

Offizielle Bezeichnung: Baunach Young Pikes
Spielstätte: Graf-Stauffenberg-Halle (1.500 Plätze)
Trainer: Felix Czerny
Platzierung 2017/2018: 14.
Entfernung von Tübingen: 209 Kilometer (Luftlinie)
Heimspiel am: Samstag, 27. Oktober 2018
Auswärtsspiel am: Sonntag, 24. März 2019

Seit der Saison 2014/2015 treten die Baunach Young Pikes in der BARMER 2. Basketball Bundesliga an. Dort fungiert das fränkische Team als Kooperationspartner des vielfachen deutschen Meisters Brose Bamberg. Junge, vielversprechende Talente, für die die easyCredit BBL noch ein wenig zu früh kommt, sollen im Baunacher Trikot auf hohem Niveau Erfahrungen sammeln und sich so in den Kader der Bamberger kämpfen. Ein gutes Beispiel für diesen Prozess ist Louis Olinde. Der 20-Jährige legte in der abgelaufenen Spielzeit starke Zahlen für die Young Pikes auf, empfahl sich so für den „großen Bruder“ aus Bamberg und kam auf einige Einsätze in der Bundesliga sowie in der hochklassigen EuroLeague. Auch die Nationalspieler Johannes Thiemann (jetzt ALBA BERLIN) und Andreas Obst (jetzt Obradoiro CAB / erste Liga Spanien) gingen den Weg über das Baunacher Programm, was sie angesichts ihrer darauffolgenden Karrieren ganz sicher nicht bereut haben. Für alle Zuschauer gilt also, wenn die Young Pikes in der Paul Horn-Arena zu Gast sind: Augen auf, denn ein zukünftiger Nationalspieler könnte auf dem Parkett stehen! Cheftrainer der Franken, die 2017/2018 am letzten Spieltag den Klassenerhalt schafften, ist seit Juli Felix Czerny. Der 34-Jährige ist in Tübingen alles andere als unbekannt: 2005 hatte Czerny als Spieler bei den Tigers einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Jedoch musste er nur ein Jahr später seine aktive Karriere aufgrund lang anhaltender Rückenprobleme beenden.

von Daniel Bauer