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Verlieren verboten – Tigers kämpfen in Quakenbrück um wichtige Punkte für die Playoffs!

07 Mrz 2019

Die Tigers Tübingen befinden sich derzeit in einer starken Form. Sechs der letzten sieben Partien entschieden die Raubkatzen zu ihren Gunsten. Als Tabellenzehnter sind die Schwaben voll im Rennen um die Playoffs, dürfen sich aber kaum einen Fehltritt leisten, um in diesem zu bleiben. Am kommenden Samstag steht das nächste wichtige Spiel der Tübinger in der BARMER 2. Basketball Bundesliga an. Bei den Artland Dragons Quakenbrück kämpfen die Tigers erneut um zwei extrem wichtige Punkte im Saisonendspurt. www.airtang.live überträgt die Partie am Samstagabend ab 19:45 Uhr live und kostenlos aus der Artland-Arena.

Die Ausgangslage

Die Rechnung klingt einfach. Um noch einen der begehrten Playoffplätze zu erreichen, müssen die Tigers Tübingen in den letzten vier Saisonspielen einen Sieg mehr als die Kontrahenten aus Karlsruhe und Trier oder Hagen holen. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass sich die Schwaben keine Ausrutscher erlauben dürfen. Die punktgleichen Lions aus Karlsruhe kommen am 16. Februar noch in den Tübinger Dschungel, Hagen und Trier haben jeweils einen Sieg mehr auf dem Konto, die Tübinger konnten gegen beide Teams jedoch die direkten Vergleiche gewinnen. Der achte Platz ist folglich in Reichweite. Eine machbare, zugleich aber extrem schwere Aufgabe in den letzten vier Wochen der Hauptrunde: „Gefühlt bringt uns jeder Sieg fünf Prozent näher an die Playoffs heran, jede Niederlage wirft uns hingegen 20 Prozent zurück“, weiß auch Head Coach Georg Kämpf. Somit ist das Auswärtsspiel bei den Artland Dragons Quakenbrück am kommenden Samstag eine Pflichtaufgabe für die Raubkatzen – zumindest im Hinblick auf das Rennen um die Playoffs. Denn unterschätzen darf man die Dragons auf keinen Fall und vor allem nicht in ihrem Drachennest. Mit sieben Siegen bei sechs Niederlagen weisen die Dragons in der Artland-Arena eine positive Bilanz auf und konnten dort unter anderem den Tabellenführer aus Chemnitz schlagen. Als zwölfter der Tabelle hat die Mannschaft von Florian Hartenstein zudem nur zwei Siege weniger auf dem Konto als die Tübinger.

Zeitgleich scheinen die Dragons der Mannschaft um Kapitän Enosch Wolf aber zu liegen. Im Hinspiel setzten sich die Tübinger souverän mit 99:79 durch. Doch es wäre fatal, sich darauf zu verlassen. Die Dragons fahren von den Ergebnissen in ihrer ersten Saison nach dem Aufstieg in die ProA etwas Achterbahn – zumindest was die Ergebnisse angeht. Auf drei Erfolge zum Saisonauftakt folgten fünf Niederlagen. Und auch im weiteren Saisonverlauf konnten die Drachen nie eine wirkliche Serie starten, gerieten aber auch nie in Abstiegsnöte. Vier Spieltage vor dem Ende werden die Dragons aber auch mit dem Rennen um die Playoffs nichts mehr zu tun haben und können ohne Druck aufspielen. Eine gefährliche Konstellation. Denn Quakenbrück legt mit 35,8 Prozent die drittbeste Dreierquote der Liga aufs Parkett und ist vor allem im Angriff ein Team, das immer heißlaufen kann. Vor allem die offensivstarken Guards um Topscorer und Pro A-Veteran Chase Griffin (14.7 ppg, 3.6 apg, 3.5 rpg) und Pierre Bland (12.6 ppg, 5.7 apg) sind nur schwer zu verteidigen. Und die Big Men Demetris Morant (13 ppg, 5,8 rpg) und Paul Albrecht (10 ppg, 6,2 rpg) sind sowohl gefährliche Scorer als auch zuverlässig im Rebound. Mit Brian Oliver haben die Dragons ihren Kader im Vergleich zum Hinspiel zudem nochmals verstärkt. Der Dreier-Spezialist kommt im Schnitt auf 5,6 Punkte.

Stimme zum Spiel

“Wenn wir in die Playoffs wollen, dann dürfen wir nichts auslassen. Es kann schon zu viel sein, wenn wir ein oder gar zwei Spiele verlieren. Das ist uns allen bewusst und deshalb gehen wir jedes Spiel mit höchster Konzentration an. Wir geben alles, wir wollen das schaffen. Aber ein schwacher Tag kann uns da ganz schnell sehr weit zurückwerfen. Die Liga ist extrem ausgeglichen, man gewinnt keine Spiele im vorbeilaufen und muss immer voll fokussiert sein!” (Georg Kämpf, Trainer Tigers Tübingen)

Gut zu wissen

  • Lautstarke Unterstützung vor Ort: Erneut ist die Mannschaft in fremder Halle nicht auf sich alleine gestellt. Denn auch im rund 600 Kilometer entfernten Quakenbrück werden die Supporters Tübingen ihre Mannschaft unterstützen. “Ich bin darüber sehr dankbar, das ist nicht selbstverständlich. Wir versuchen jedes Spiel, etwas auf dem Parkett für diese Unterstützung zurückzugeben”, erklärt Kapitän Enosch Wolf. Die Supporters reisen zu jedem Auswärtsspiel der Tigers und unterstützen ihre Mannschaft lautstark. Egal ob Hamburg, Rostock oder Quakenbrück, kein Weg scheint dabei zu weit. Und die Unterstützung zeigt Wirkung: In Hanau hatte “one City one Club one Love” zuletzt großen Anteil am verrückten 90:85-Erfolg nach Verlängerung.
  • Ex-Tiger drücken die Daumen: RASTA Vechta ist das Überraschungsteam der easyCredit BBL! Die Mannschaft um die beiden ehemaligen Raubkatzen Josh Young und Tyrone Nash belegt mit den Rastanern derzeit den dritten Tabellenplatz und ist klar auf Playoff-Kurs. Ihren alten Verein haben die beiden US-Amerikaner derweil nicht vergessen und das Gastspiel der Tigers in Quakenbrück stellt eine seltene Gelegenheit dar, den alten Farben vor Ort die Daumen zu drücken. Denn die beiden Standorte liegen nur knapp eine halbe Autostunde voneinander entfernt. Ob es Young und Nash am Samstag jedoch in die Artland-Arena schaffen, steht noch nicht fest. Denn am Sonntag gastiert mit dem FC Bayern Basketball die derzeit wohl beste deutsche Mannschaft im RASTA Dome.
  • Glück im Unglück: Nach dem harten Foul an Aaron Brennan im Gastspiel in Hanau stockte nicht nur den Tigers-Fans kurz der Atem! Denn der Forward fiel mit voller Wucht mit der Schulter aufs Parkett und konnte die Partie nicht beenden. Noch während des Spiels wurde Brennan zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht und zu Wochenbeginn nochmals von Mannschaftsarzt Dr. Jürgen Fritz genau unter die Lupe genommen. Zum Glück stellten die Ärzte keine schwerwiegenden Verletzungen fest. Unter Umständen kann Brennan sogar bereits am Samstag wieder ins Geschehen eingreifen – ein Einsatz entscheidet sich jedoch erst kurzfristig.
von Johannes Beyer