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Wechselbad der Gefühle – Tigers drehen hohen Rückstand in einen 93:82-Sieg in Karlsruhe

23 Dez 2020

Die Tigers Tübingen haben ihre Negativserie von fünf sieglosen Spielen beendet. In der Europahalle zu Karlsruhe setzte sich das Team von Trainer Danny Jansson mit 93:82 (47:53) durch. Erneut durchlebte die junge Tübinger Mannschaft ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem 8:25-Rückstand im ersten Viertel kämpften sich die Tigers Schritt für Schritt in die Partie. Je länger das Spiel lief, desto mehr Selbstvertrauen holten sich die Gäste durch eine deutlich verbesserte Leistung in der Defense in Halbzeit zwei. Im dritten Viertel gelang Kapitän Enosch Wolf der 58:58-Ausgleich (15. Minute). Das war gleichzeitig die Initialzündung für die erfolgreiche Aufholjagd, mit Happy End. Zwei Minuten vor Ende führten die Gäste mit 86:74, nach 17 Punkten Rückstand, nun eine Führung von zwölf Zählern, das ist Basketball. Entscheidend waren auch die guten Leistungen der beiden US-Amerikaner Isaiah Crawley mit 28 Punkten und Josh Sharkey mit 26 Punkten. Trotz eines verlorenen Reboundduells von 21:38 gelang es der Jansson-Truppe, einen Weg zum Sieg zu finden. Zehn von 17 Treffer aus der Distanz (59 Prozent) sowie 21 von 26 verwandelten Freiwürfen (81 Prozent) waren neben der guten Defense der Schlüssel zum Sieg. Bei den LIONS war Kavin Gilder-Tilbury mit 16 Zählern Topscorer seines Teams. Weiter geht es für unsere Mannschaft in einer Woche mit dem Auswärtsspiel bei Science City Jena. Hochball in der Sparkassen-Arena ist am 30. Dezember 2020, um 18 Uhr. Hier geht`s zur Statistik!

Erstes Viertel:

Die Tigers starteten mit Josh Sharkey, Mirjan Broening, Elias Valtonen, Isaiah Crawley und Enosch Wolf in die Partie. Das schlechteste Dreier-Team der Liga legte gleich die ersten zwei Distanzwürfe in den Tübinger Korb, auch die Gäste trafen in Person von Wolf und Valtonen jenseits der 6,75-Meter-Linie. Nach vier Minuten führten die LIONS mit 12:8. Wenig später kassierte Kapitän Wolf bereits frühzeitig sein zweites Foul. Kavin Gilder-Tilbury sorgte nach einem Steal und einem krachenden Dunk zum 16:8 für das erste Highlight der Begegnung – Coach Danny Jansson nahm bereits frühzeitig sein erstes Timeout, und wurde dabei richtig laut auf der Bank. Weiter spielten nur die Badener, die Tigers waren zu Beginn völlig von der Rolle. Bis zur siebten Minuten legte der Gastgeber einen 15:0-Lauf (25:8) auf das Parkett. Erst Daniel Keppeler konnte mit zwei Zählern unter dem Korb den Lauf des Kontrahenten brechen. Leider leisteten sich die Tübinger wieder viel zu viele Fehler, was sich am Ergebnis natürlich bemerkbar machte. Die letzten 120 Sekunden kämpften sich die Jansson-Schützlinge dann Schritt für Schritt ins Spiel. Mit einem 9:2-Lauf verkürzten die Schwaben auf 19:27 nach dem ersten Viertel. Bitter: Sharkey sammelte auch bereits zwei Fouls. Topscorer der Begegnung war Antonio Pilipovic mit sechs Zählern.

Zweites Viertel:

Crawley verkürzte mit fünf Zählern in Serie zum 24:29 nach zwölf Minuten. Doch gegen das schnelle Spiel der LIONS fanden die Gäste kein Gegenmittel. Innerhalb einer Minute kassierten die Tigers nach Ballverlusten sechs schnelle Gegenpunkte – Spielstand 24:35 nach 14 Minuten. Jansson hatte erneut Redebedarf. Haarsträubig, dass man den Ball immer noch so leicht abschenkt. Karlsruhe kontrollierte weiter das Spielgeschehen, im Angriff schloss man effizient ab und in der Defense war man gallig genug. Es lief alles für den Gastgeber, sogar aus der Distanz fielen viele Würfe. Nach 17 Minuten stand es 50:36 für die LIONS. Bei der Jansson-Truppe fehlte das letzte Aufbäumen. Dass es beim Kontrahenten auch wie am Schnürchen lief, machte die Sache nicht leichter. Tübingen gab sich jedoch nie auf, versuchte alles. Troy Simons traf 78 Sekunden vor der Halbzeitpause einen Dreier mit Foul, auch der Bonuswurf zum 45:53 saß. Die letzten Aktionen waren dann konfus auf beiden Seiten, viel passierte nicht mehr. Letztendlich ging es mit einem 53:47-Vorsprung für die LIONS in die Pause. Nach dem Spielverkauf können die Tigers damit sehr zufrieden sein. Es kann nach dem Seitwechsel nur besser werden. Sharkey war mit 13 Zählern in Halbzeit bester Punktesammler auf dem Feld.

Drittes Viertel:

Mit der gleichen Startformation ging es in Halbzeit zwei weiter. Der Rückstand betrug weiter konstant sechs Punkte, so nach Minute 24 beim Stand von 58:52 für die LIONS. Crawley markierte alle Zähler für die Tigers. Die Fehler auf nun beiden Seiten blieben hoch. Die Korbabschlüsse waren deutlich ausbaufähig. Nach einem kurzen Zwischenspurt (6:0-Lauf) konnte der Rückstand auf 55:58 verkürzt werden, Head Coach Drazan Salavarda nahm eine Auszeit. Das positive Momentum ging weiter, Wolf sorgte in Minute 15 für den 58:58-Ausgleich. Im nächsten Angriff sorgte Valtonen per Dreier sogar für die erstmalige Führung (61:58) seit dem ersten Viertel. Maurice Pluskota beendete nach 17 Minuten mit einem Freiwurf zum 59:61 den 12:0-Run der Gäste. Das Spiel war nun auf Augenhöhe, beide Kontrahenten lieferten sich einen beherzten Fight um den Sieg. Auch in der Defense präsentierten sich die Jansson-Truppe nun verbessert – und gleich war man wieder im Spiel. Bis zum Ende des dritten Abschnitts plätscherte die Begegnung vor sich hin. Das größte Highlight des bisherigen Spiels lieferte der bis dato blasse Simons mit einem Buzzer Beater von der Mittellinie zum 72:68 für die Schwaben. So kann es weitergehen! Crawley war nach 30 Minuten mit 19 Zählern bester Punktesammler auf dem Feld.

Viertes Viertel:

Karlsruhe nahm nach 87 gespielten Sekunden das nächste Timeout, die Partie war nun am Kippen. Crawley spielte sich immer mehr in Szene, drei Punkte des Power Forwards präsentierten eine 75:70-Führung. Dazu gelang es dem US-Amerikaner gegen Pilipovic einen Ballgewinn zu erzielen. Kuriose Szene in Minute 33 – Crawley stand unter dem Korb, wollte dunken, blieb aber entkräftet am Ring hängen. Das waren zwei verschenkte Zähler. Die Partie war nun punktearm, sechs Punkte von beiden Teams in vier Minuten zeugen nicht von guten Abschlussqualitäten. Dennoch lagen die Gäste in Minute 34 noch mit 75:71 in Front. So wie die Tigers im ersten Viertel von der Rolle, zeigten sich die LIONS im weiteren Verlauf. Kaum etwas sollte noch gelingen. Mit sechs Punkten in Folge sorgten die Tübinger nach 36 Minuten beim Stand von 81:72 für die bisher höchste Führung. Die Folge: Auszeit LIONS. 130 Sekunden vor der finalen Sirene zeigte die Anzeigetafel: 76:88. Der Vorsprung musste nun über die Zeit gebracht werden. Dies gelang auch zur großen Freude der Teamkameraden auf der Bank. Es wurde nicht mehr spannend, dafür leisteten sich die LIONS zu viele Fehler, während die Gäste konzentriert den zweiten Saisonsieg nach Hause brachten. Endstand: 93:82 für Tübingen.

Die Stimme zum Spiel:

Daniel Jansson (Trainer Tigers Tübingen): “Was soll ich sagen? Ich bin natürlich glücklich über den Sieg, keine Frage. Jedoch haben wir weiter ein massives Problem, wie wir das Thema Profisport angehen. Die ersten Minuten war nicht mitanzuschauen. Ich musste erneut richtig laut werden, bis meine Mannschaft aufgewacht ist. Im Laufe der Partie haben wir uns reingekämpft und gezeigt, was es heißt, Defense zu spielen. 53 Punkte in der ersten Halbzeit zu kassieren, ist nicht zu akzeptieren. 29 Gegentreffer in Halbzeit sieht schon viel besser. Deswegen haben wir das Spiel gewonnen, nur deshalb. Ein großes Lob an Timo Lanmüller, der uns der Defense nach nur einem Training eine große Hilfe war. Wenn alle so verteidigen wir er, kommen wir ein großes Stück weiter. Daran gilt es nun weiter und intensiv zu arbeiten. Ich kann es nicht oft genug wiederholen.”

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Beck und Fischer verletzt: Trainer Danny Jansson musste bei der Partie in Karlsruhe ohne Jekabs Beck und Timo Fischer auskommen. Beck verletzte sich am Dienstagabend im Training am Knie. Nach ärztlicher Untersuchung bei Dr. Bernhard Schewe vom Orthopädisch Chirurgischen Centrum in Tübingen wurde am späten Nachmittag eine Magnetresonanztomographie (MRT) am Universitätsklinikum Tübingen durchgeführt. Eine Diagnose steht noch aus. Wir hoffen, dass es unseren jungen Big Man nicht zu schwer getroffen hat. Ebenfalls nicht mit in der Europahalle vor Ort war Eigengewächs Timo Fischer, den seit mehreren Tagen akute Rückenschmerzen plagen. Wir wünschen unseren beiden Spielern gute Besserung!

Lanmüller mit Debüt: Die Leihe von Timo Lanmüller ging letztendlich sehr kurzfristig über die Bühne. Gedanklich hat man sich Ende der letzten Woche mit dem deutschen Junioren-Nationalspieler beschäftigt, am Wochenende war der Deal dann fix, am Montag holte Co-Trainer Hussain Dassouki Lanmüller aus Ulm ab, am Dienstag erfolgte das erste Training mit der Mannschaft und am heutigen Mittwoch debütierte der 19-Jährige für sein neues Team. Wenige Stunden vor dem ersten Hochball in der Europhalle zu Karlsruhe lag dann auch die Spielberechtigung für den Shooting Guard vor. Lanmüller kam gleich auf 20 Minuten Einsatzzeit und zeigte, dass er der Mannschaft helfen kann. Zwar gelangen dem Neuzugang noch keine Punkte, dafür rackerte die Nummer 77 in der Defense mustergültig. Mit einem +/- Wert von 24 hatte Lanmüller den besten Wert aller Spieler auf dem Parkett. Drei Assists belegen zudem, dass der 19-Jährige sich schnell in die Mannschaft eingefunden hat.

CureVac erhöht und wird Trikotpartner der NBBL: Good News kurz vor Weihnachten: Die CureVac AG weitet ihr Engagement aus und ist nun Top-Partner. Außerdem wird die Jugendförderpartnerschaft ausgebaut: CureVac wird Haupt-Trikotpartner der NBBL. Motto der Partnerschaft bleibt: “gemeinsam wachsen”. Detaillierte Information dann Anfang des neuen Jahres.