Bild: Andreas Bez

Chancenlos! Tigers mit 78:114-Niederlage in Weißenfels

14 Jan 2024

Die Tigers Tübingen haben die Partie beim SYNTAINICS MBC in Weißenfels vor 2.400 Zuschauern in der Stadthalle zu Weißenfels nach einer sehr schwachen Vorstellung mit 78:114 (36:54) verloren. Für die Mannschaft von Trainer Danny Jansson war es gleichzeitig die höchste Niederlage in der Saison 2023/2024. Erschwerend kam hinzu, dass die Schwaben erneut personell angeschlagen antreten mussten (siehe Dschungelgeflüster). Vor allem bei den Rebounds (23:44) waren die Schützlinge von Trainer Danny Jansson fast immer nur der zweite Sieger. Das Team von MBC-Trainer Predrag Krunić konnte alle vier Viertel für sich entscheiden und lag nicht ein einziges Mal in Rückstand. Alle wesentliche Statistiken gingen an den Gastgeber, bei welchem Johnathan Stove (25 Punkte), Neuzugang Johnathan Dunn (20), Martin Breunig (16, zwölf Rebounds), Stephon Jelks (13) und Chris Ebou Ndow (13) gleich fünf Akteure zweistellig punkten konnten. Bei den Schwaben war einmal mehr Jhivvan Jackson mit 23 Zählern bester Punktesammler. Das Endergebnis von 114:78 war gleichzeitig die höchste Führung für den Sieger.

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Zum Abschluss der Hinrunde treffen die Tigers Tübingen am 17. Spieltag auf die BG Göttingen. Gespielt wird am Sonntag, den 15:30 Uhr, in der Paul Horn-Arena. Tickets für das Duell gegen die Veilchen gibt es im Onlineshop. Stehplätze sind noch ausreichend vorhanden, dagegen gibt es für Sitzplätze nur noch ein kleines Restkontingent.

Erstes Viertel (20:12):

Die Partie begann stockend auf beiden Seiten. Beiden Kontrahenten merkte man die Wichtigkeit dieser Begegnung an. Nach fünf Minuten verkürzte Jackson mit einem Dreipunktspiel auf 5:6. Es war gleichzeitig der knappste Spielstand in diesem Spiel. Die Schwaben verloren gleich zu Beginn viele Bälle, dazu waren die Rebounds zumeist beim Gegner. Ndow vollendete in der neunten Minute einen 9:0-Lauf zum 19:8 für den Gastgeber. Krišs Helmanis gelang der letzte Korb im ersten Abschnitt zum 12:20. Insgesamt war die Vorstellung bereits in den ersten zehn Minuten nicht gut. Breunig war mit acht Zählern Topscorer der Partie, bei den Raubkatzen kamen Jackson und Zaccheus Darko-Kelly auf jeweils drei Punkte. Die Rebounds (14:7) sprachen bereits im ersten Viertel eine deutliche Sprache. Kein Wunder, wenn die Tübinger (praktisch) ohne einen etatmäßigen Center antreten mussten. Dazu leisteten sich die Gäste bereits sechs Ballverluste.

Zweites Viertel (34:24):

Jackson erzielte die erste sechs Tübinger Punkte im zweiten Viertel zum 18:24 nach 14 Minuten. Die Schwaben, die zumeist mit einer Zone in der Defense agierten, hatten auch im weiteren Spielverlauf immer wieder das Nachsehen. Breunig war es, der nach 17 Minuten das 38:21 erzielte. Die Jansson-Schützlinge mussten bereits früh abreißen lassen. Neuzugang Dunn erzielte nur eine Minute später per Dreier den 41:21-Zwischenstand, erstmals betrug der Rückstand satte 20 Zähler. Christoph Philipps kassierte in Minute 19 ein technisches Foul, was im späteren Verlauf nach Folgen haben sollte. Vor allem in der Defense kassierte die Schwaben immer wieder sehr leichte Punkte. Stove erzielte das 54:36 kurz vor dem Ertönen der Halbzeitsirene. Davor kassierte Jackson abermals ein frühes drittes Foul. Jackson war mit 15 Punkten Topscorer der Partie, beim Krunić-Team kamen Breunig und Stove auf jeweils 14 Zähler. Entscheidend waren weiterhin die Rebounds, die mit 28:9 an die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt gingen. Eine zunächst noch gute Quote aus der Distanz (sechs von 14 Würfen, 42,9 Prozent) waren der Grund, dass die Raubkatzen nicht noch höher zurücklagen.

Drittes Viertel (28:18):

Mateo Šerić gelangen die ersten sieben Punkte für die Jansson-Schützlinge nach der Halbzeit. Nach 23 Minuten führte der SYNTAINICS MBC aber dennoch komfortabel mit 57:43. Bezeichnend für die Tübinger Vorstellung war nach noch 6:55 Minuten auf der Uhr, dass Timo Lanmüller (vier Steals) nach einem Ballgewinn beim Stand von 43:62 einen Korbleger ohne Bedrängnis nicht verwandeln konnte. Das gesamte Team zeigte sich komplett verunsichert. Kurz zuvor kassierte zudem Javon Masters ein unsportliches Foul. Es ging weiter nur auf einen Korb, und zwar in Richtung Tübinger Korb. Der ehemalige Tübinger Diante Baldwin erzielte nach 29 Minuten das 78:48 – erstmals betrug der Rückstand nun 30 Punkte. Philipps kassierte in der Schlussminute ebenfalls ein unsportliches Foul, für den 25-Jährigen war die Begegnung damit vorzeitig beendet. Final ging es mit dem Spielstand von 82:54 für die Hausherren in den Schlussabschnitt. Stove war mit 20 Zählern Topscorer der Partie, Breunig war mit 16 Punkte und zehn Rebounds bei einem Double Double angelangt. Jackson traf für die Gäste mit 19 Zählern am besten. Die Rebounds beherrschte das Krunić-Team mit 37:16. So ist in der easyCredit BBL kein Spiel zu gewinnen.

Viertes Viertel (32:24):

Die Partie war vor den letzten zehn Minuten bereits entschieden. Für die Gäste hieß es, diesen schwarzen Sonntag schnell zu überstehen. Doch der SYNTAINICS MBC zeigte an diesem Nachmittag keine Gnade und spielte weiter furios nach vorne, indem man die schwache Tübinger Defense immer wieder bestrafen konnte. Krunić nahm nach 87 gespielten Sekunden beim Stand von 82:60 eine Auszeit, nachdem den Gästen ein 6:0-Lauf gelang. Und diese sollte gefruchtet haben, denn seine Schützlinge konzentrierten sich nun wieder besser und spielten wieder gut nach vorne. Dunn gelangen bis zur 36. Minute drei Dreier in Serie für die Wölfe. Der Gastgeber führte zu diesem Zeitpunkt mit 96:71. Baldwin war es, der eine Minute später mit zwei Freiwürfen die 100-Punkte-Marke einstellen sollte – Spielstand 100:74. Und die Wölfe hatten weiterhin nicht genug, Krunić wechselte mit Moritz Heck, Tim Martinez und Nico Wenzl auch noch alle Bankspieler ein. Heck war es, der 40 Sekunden vor dem Ende mit zwei Freiwürfen den 114:78-Endstand erzielten sollte. Es war gleichzeitig die höchste Führung im Spiel. Wenig später hatte das Grauen auf Tübinger Seite ein Ende.

Die Stimmen zum Spiel:

Danny Jansson (Trainer Tigers Tübingen): „Heute war bei uns einfach alles brüchig: Offensive, Defensive, Transition und das Rebounding. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, wenn man so verliert. Die gute Nachricht ist, dass dies nur ein Spiel war und das nächste schon bevorsteht, auf das wir uns ab übermorgen vorbereiten werden. Ich hoffe, dass uns dann wieder mehr Spieler zur Verfügung stehen, so dass wir die Einsatzminuten besser verteilen und besser spielen können.”

Predrag Krunić (Trainer SYNTAINICS MBC): „Glückwunsch an meine Spieler für diese gute und von der ersten Minute an geschlossene Mannschaftsleistung. Sie sind mit viel Energie rausgekommen und haben einen guten Job gemacht. Die starke Verteidigung in der ersten Halbzeit war die Grundlage für diesen Erfolg. Vielen Dank an unsere Fans für die großartige Unterstützung.“

Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Update zum Personal: Erneut mussten die Schwaben beim Spiel in Weißenfels stark ersatzgeschwächt antreten. Kaodirichi “Kao” Akobundu-Ehiogu wird den Raubkatzen nach seiner Handoperation (SL-Band) nach bis tief in den März hinein fehlen. Aatu Kivimäki macht nach seinem Anriss an der Plantarfaszie Anfang Oktober des letzten Jahres zwar kontinuierlich Fortschritte, dennoch muss der Finne sich weiter in Geduld üben. Positiv ist aber, dass der 26-Jährige aber keine Schmerzen mehr hat und bereits leichte Übungen absolvieren kann. Daniel Keppeler fehlte weiter aufgrund seiner Sprunggelenksverletzung, Georgios Kalaitzakis wegen eine Verletzung an der rechten Hand. Die Schwaben hoffen, dass das Duo eventuell am kommenden Wochenende gegen die BG Göttingen wieder mitwirken können. Krišs Helmanis (Schulter), Till Jönke (Nasenbeinbruch) und Erol Ersek (Sprunggelenk) gingen zudem angeschlagen in die Partie. Zu viele Ausfälle, um letztendlich ein Spiel im deutschen Basketball-Oberhaus gewinnen zu können.

Einst ein Tiger, jetzt ein Wolf: In der Spielzeit 2019/2020 trug Diante Baldwin das Trikot der Tigers Tübingen in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Für den heute 29-Jährigen folgten im Anschluss Station in Bulgarien, Bosnien-Herzegowina und Serbien. Seit dieser Runde trägt der US-Amerikaner das Trikot des SYNTAINICS MBC aus Weißenfels. Der Point Guard bekommt von Trainer Predrag Krunić mit knapp 30 Minuten pro Spiel die meiste Einsatzzeit. Seine Statistiken lesen sich gut: Mit 13,8 Punkten, 5,0 Assists und 3,3 Rebounds beweist Baldwin seine gute Qualitäten als Allrounder. Gegen sein ehemaliges Team kam der Spieler mit der Nummer 20 in knapp 21 Minuten auf acht Punkte, acht Assists und zwei Rebounds. Wir wünschen Diante Baldwin für den weiteren Saisonverlauf alles Gute und freuen uns auf ein Wiedersehen beim Rückspiel in Tübingen am Samstag, den 9. März 2024.

Finetti in Istanbul: Für Carlo Finetti, Assistant Coach der Tigers Tübingen, geht es direkt vom Spiel in Weißenfels nach Istanbul in die Türkei. Der 28-Jährige wurde von der “Euroleague Head Coaches Academy” eingeladen, um für eine Woche beim türkischen Spitzenverein Anadolu Efes Istanbul um Trainer Erdem Can zu lernen. Der Italiener wird als einer von 60 Auserwählten aus einem Pool von knapp 300 Trainern weltweit eindrucksvolle Einblicke in die komplette Trainingsarbeit eines EuroLeague-Teilnehmers bekommen. “Ich freue mich sehr auf die Teilnahme und möchte so viel als möglich aufsaugen”, so Finetti. Die rechte Hand von Trainer Danny Jansson wird pünktlich zum Spiel der Tigers Tübingen gegen die BG Göttingen am kommenden Sonntag wieder in Tübingen erwartet. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier!

von Tobias Fischer